Veröffentlicht am 25. März 2018 In Kirche - Franziskus - Bewegungen, S18 Beiträge, Synode 18

„Die jungen Menschen heute wollen eine authentische Kirche“

AUF DEM WEG ZUR JUGENDSYNODE, Redaktion •

***Jetzt mit komplettem Text des Dokumentes der Vorsynode.***„Die jungen Menschen heute wollen eine authentische Kirche“: Eine Woche lang hatten sich 300 junge Menschen in Rom und darüber hinaus 15.000 via Internet an den Debatten zu den Themen „Jugend, Glauben und Unterscheidung von Berufung“ ausgetauscht, heraus gekommen ist ein Dokument, das am Samstag, 24. März,  vorgestellt wurde und als eine der wesentlichen Arbeitsgrundlagen für die kommende Bischofssynode dient. Am Schluss des Palmsonntagsgottesdienstes auf dem übervollen Petersplatz erhielt Papst Franziskus aus den Händen von Teilnehmern an der Vorsynode der Jugendlichen das Schlussdokument – und wie schon gewohnt, gab es dabei Grüße, Umarmungen, Freudestrahlen und Selfies.—

Palmsonntagsmesse Kirche

 

In dem Dokument heißt es: „Die jungen Menschen heute wollen eine authentische Kirche. Wir möchten sagen, besonders die Hierarchie der Kirche wünschen wir so, sie soll eine transparente, beheimatende, ehrliche, attraktive, kommunikative, erreichbare, frohe und interaktive Gemeinschaft sein.“

Eine Kirche im Herausgehen, aber wirklich

„Wir wünschen uns eine Kirche, die herausgeht zur Begegnung mit uns an den Orten, an denen ihre Präsenz heute gering oder gar nicht vorhanden ist. Vor allem möchten wir von der Kirche auf der Straße gefunden werden, dort, wo alle Menschen einander begegnen. Die Kirche muss neue und kreative Formen finden, um herauszugehen zur Begegnung mit den Menschen an den Orten, an denen sie sich wohlfühlen und ganz natürlich in Kontakt treten: in den Bars, den Cafeterias, den Parks, den Sporthallen, den Stadien und in allen kulturellen und populären Brennpunkten. Auch müssen die weniger zugänglichen Orte bedacht werden wie die Militärwelt, die Arbeitswelt und das Land. Und neben diesen Räumen brauchen wir das Licht des Glaubens an den ganz schwierigen Orten wie Waisenhäusern, Kinderheimen, Krankenhäusern, Slums, in den vom Krieg zerstörten Gebieten, in Gefängnissen, Resozialisierungszentren und im Rotlichtmilieu.“

Herausforderung der Jugend, Frage an jede Gruppe, Gliederung, Gemeinschaft, Bewegung, Pfarrei: Wo auf dieser Skala ist unser „Herausgehen“? Und wohin wollen wir?

Reale Geschichten und Internet als Medium der Neu-Evangelisierung

Das ganze Dokument verdient, gelesen, studiert und meditiert zu werden – nicht nur von den Synodenvätern, sondern von allen, die eine junge, eine jugendliche Kirche wünschen, eine Kirche, die die jugendlichen Herzen an sich zieht. Und dann gibt es da noch Sätze, die das Herz jedes Mitarbeiters von schoenstatt.org und jedes Fans der Kentenich-Kommunikation höherschlagen lassen:

Die persönlichen Geschichten in der Kirche sind effiziente Wege der Evangelisierung, weil es um persönliche, wahre Erfahrungen geht, die nicht diskutiert werden können.“

Und:

Die Kirche muss die Technik, vor allem das Internet, als fruchtbaren Ort der Neu-Evangelisierung begreifen.“

Am Schluss seiner Predigt am Palmsonntag, zugleich diözesaner Weltjugendtag, machte der Papst den Jugendlichen Mut, aufzuschreien, „bevor die Steine schreien“:

Und ihr, liebe Jugendliche, die Freude, die Jesus in euch erweckt, ist Grund zu Ärger und auch zu Entrüstung bei einigen Leuten, da es schwierig ist, einen frohen jungen Menschen zu manipulieren. Ein junger Mensch ist schwer zu manipulieren! (…)

Die jungen Menschen zum Schweigen zu bringen, ist eine Versuchung, die es immer gegeben hat. Die Pharisäer selbst tadeln Jesus und bitten ihn, sie zu beruhigen und zum Schweigen zu bringen.

Es gibt viele Formen, zum Schweigen zu bringen oder die jungen Menschen auszuschalten. Viele Wege, um sie zu betäuben und einzulullen, damit sie keinen „Krach“ machen, damit sie sich nicht selbst Fragen stellen und hinterfragen. „Seid ihr doch still!“. Es gibt viele Möglichkeiten, sie zu beruhigen, so dass sie sich nicht einmischen und ihre Träume den Schwung verlieren und zu flachen, kleinen, traurigen Phantastereien werden.

An diesem Palmsonntag, an dem wir den Weltjugendtag begehen, tut es uns gut, auf die Antwort Jesu an alle Pharisäer von gestern und aus allen Zeiten, auch an die von heute, zu hören: »Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien« (Lk 19,40).

Liebe junge Menschen: Bei euch liegt die Entscheidung zu schreien. An euch liegt es, euch für das Hosanna des Sonntags zu entscheiden, um nicht dem „Kreuzige ihn!“ des Freitags zu verfallen… Und es liegt an euch, nicht zu schweigen. Wenn die anderen schweigen, wenn wir, die oftmals verdorbenen Ältesten und Verantwortlichen, schweigen, wenn die Welt schweigt und ihre Freude verliert, frage ich euch: Wollt ihr schreien?

Bitte entscheidet euch, bevor die Steine schreien.“

 

Participantes del Pre-Sínodo

Gruppenbild der Teilnehmer der Vorsynode

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

Seit heute (18. 4.) gibt es den Text auf Deutsch

Unter diesem Link finden Sie die offzielle englische Fassung sowie Arbeitsübersetzungen ins Spanische und Italienische

Vollständiger Text der Predigt von Papst Franziskus

 

Seit heute (18. 4.) gibt es den Text auf Deutsch

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