Veröffentlicht am 14. Juni 2015 In Kirche - Franziskus - Bewegungen

Gebetstreffen für die Einheit der Christen in Buenos Aires

ARGENTINIEN, von Mónica Franco •

Die Woche für die Einheit der Kirche wurde zum ersten Mal im Jahr 1908 gefeiert. Und die erste Feier der Gebetswoche in Australien, bei der Texte verwendet wurden, die von einer örtlichen ökumenischen Gruppe vorbereitet waren, fand im Jahr 1975 statt. Diese neue Art Texte zu schreiben ist bis heute beibehalten worden.

Die Woche mit Gebeten für jeden Tag wird in Buenos Aires in verschiedenen christlichen Kirchen gefeiert. Am Mittwoch, dem 27. Mai, war das Zentrums-Heiligtum im Herzen von Buenos Aires wieder einmal der Treffpunkt für diese Feier, wie es das schon seit 2010 ist. Geschwisterlichkeit erlebte man inmitten einer sehr gastfreundlichen und familienhaften Atmosphäre.

Zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2015 erinnerte Papst Franziskus: „Jesus ist geduldig, er respektiert die Person, die ihm gegenübersteht, und offenbart sich ihr schrittweise. Sein Beispiel gibt Mut, eine gelassene, unbeschwerte Gegenüberstellung mit dem anderen zu suchen. Um einander zu verstehen und in der Liebe und der Wahrheit zu wachsen, muss man innehalten, einander annehmen und einander zuhören. Auf diese Weise beginnt man bereits, Einheit zu erleben. Die Einheit wächst auf dem Weg. Sie ist nie Stillstand. Die Einheit wächst im Gehen.“ [1]

Er ermutigte uns auch zum Gebet: „Mit Zuversicht im Herzen wollen wir daher heute von unserem himmlischen Vater durch Jesus Christus, den einzigen Priester und Mittler, und auf die Fürbitte der Jungfrau Maria, des Apostels Paulus und aller Heiligen das Geschenk der vollen Einheit aller Christen erbitten. Auf diese Weise leuchte » das heilige Geheimnis der Einheit der Kirche « (Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Unitatis redintegratio über den Ökumenismus, 2) auf – als Zeichen und Werkzeug der Versöhnung für die ganze Welt. “[2]

So beginnen wir schon die Einheit zu erleben. Einheit wächst auf dem Weg; sie steht nie still. Einheit geschieht, wenn wir miteinander gehen.

Gib mir zu trinken

Unter Verwendung von Jesu Wort „Gib mir zu trinken“ (Joh. 4,7) hat die Kirche Brasiliens dieses Thema für dieses Jahr vorbereitet.

Bei dieser Feier war ein Tisch bereitet; als Symbol gab es eine Kerze neben der Bibel, ein leerer Krug, der den Jakobsbrunnen darstellte, war auf farbige Stofftücher gestellt.

Der Jugendchor vom Heiligtum begann das Treffen mit einem Lied. Seelsorger als Vertreter jeder Kirche kamen in Prozession, die zu dem Tisch führte; sie trugen verschiedenfarbige, mit Wasser gefüllte Krüge in ihren Händen.

Als sie an dem „Brunnen“ vorbeikamen, goss jeder der Repräsentanten der teilnehmenden Kirchen langsam das Wasser aus seinem Gefäß in den Krug. Während sie das Wasser aus dem Gefäß ausgossen, wurde jede teilnehmende Gemeinschaft und der Name ihres Seelsorgers genannt.

Nach den Gebeten, die jeder Seelsorger darbot, verkündete der Pastor der Vereinigten Lutherischen Kirche das Evangelium, und dann hielt Pater Manuel López Naón, ein Schönstattpater, die Predigt.

Begegnung

In der Schriftstelle Joh. 4 war Jesus ein Ausländer, der müde und durstig angekommen war. Er brauchte Hilfe, und er bat um Wasser. Aber sie war auch durstig. Sie trafen sich, und diese Begegnung bot jedem von ihnen eine unerwartete Gelegenheit. Wenn wir erkennen, dass wir wechselseitige Bedürfnisse haben, vollzieht sich ein Ergänzungsprinzip in unserem Leben auf eine sehr bereichernde Art und Weise. Unterschiede und Rivalitäten sind vergessen, und eine Begegnung findet statt.

Die Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin lädt uns ein, das Wasser aus einem Brunnen zu kosten, der anders ist, und ebenso ein wenig von unserem anzubieten. Wir bereichern uns gegenseitig in der Vielfalt. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen stellt eine vorzügliche Gelegenheit für Gebet, Begegnung und Dialog dar. Es ist eine Möglichkeit, den Reichtum und den Wert zu erkennen, der im Anderen vorhanden ist, in dem, der anders ist, und zu Gott zu beten um das Geschenk der Einheit.

„Gib mir zu trinken“ schließt ein ethisches Handeln ein, das die Notwendigkeit anerkennt, dass wir füreinander die Sendung der Kirche leben müssen. Es zwingt uns, unsere Haltung zu verändern, verpflichtet uns, mitten in unserer Verschiedenheit Einheit zu suchen mit einer Offenheit für die Vielfalt der Möglichkeiten von Gebet und christlicher Spiritualität.

Geschenk der Solidarität

Noch einmal begleitete der Chor die Versammlung während der Meditation.

Nach dem Beten des Credo und der Fürbitten, die von jedem der Seelsorger dargeboten wurden, hielt man eine Kollekte ab. Das Geld wurde in eine Spardose gelegt; die Kollekte ist bestimmt für die Menschen in Córdoba, die von den letzten Überschwemmungen betroffen waren.

Das Geldgeschenk wurde der Versammlung präsentiert, indem die Spardose nahe bei dem Wasserkrug platziert wurde. Man betete gemeinsam das Vaterunser. Nach dem Friedenszeichen erteilten alle Seelsorger den Segen und die Aussendung.

 

[1] http://w2.vatican.va/content/francesco/de/homilies/2015/documents/papa-francesco_20150125_vespri-conversione-san-paolo.html

[2] http://w2.vatican.va/content/francesco/de/homilies/2015/documents/papa-francesco_20150125_vespri-conversione-san-paolo.html

Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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