Veröffentlicht am 4. Mai 2015 In Kirche - Franziskus - Bewegungen, Solidarisches Bündnis

Über 7000 Tote und noch mehr Verletzte: Nepal braucht unsere Solidarität

von  Álvaro Real/Aleteia.org, VIS

Papst Franziskus hat beschlossen, eine Soforthilfe in Höhe von 100.000 Dollar nach Nepal zu schicken, um den Opfern des Erdbebens zu helfen, das das Land am letzten Wochenende heimgesucht und bisher über 7000 Todesopfer gefordert hat. Das Geld, das der Kirche vor Ort übersandt wird, wird für die Unterstützung der durch das Erdbeben obdachlos gewordenen Menschen verwendet und stellt ein konkretes Zeichen der geistlichen Nähe und des väterlichen Trostes für die betroffenen Menschen und Gebiete dar, wie Papst Franziskus es beim Regina Coeli am 26. April ausgedrückt hat. Die Bischofskonferenzen und Caritas-Organisationen weltweit arbeiten an Hilfsaktionen.

Es wird eigentlich alles gebraucht…

„Immer noch gibt es Nachbeben und die Menschen haben große Angst. Alles schläft im Freien, auch die Kinder, aus Angst, dass es sich wiederholt“, so beschreibt der Salesianermissionar Jacob Punneli, der im Tal von Kathmandu arbeitet, die Situation in Nepal. Die Salesianermissionare, die im Land arbeiten, haben bereits die ersten Hilfen für die am meisten betroffenen Familien auf den Weg gebracht. „Sie brauchen Lebensmittel, Decken, Medikamente, Feldzelte, warme Kleidung… Viele haben buchstäblich alles verloren“, so die Missionare. Das Erdbeben vom letzten Samstag hat über 7000 Tote gefordert und noch mehr Verletzte. Die Schulen und Einrichtungen der Salesianer in Kathmandu haben geringfügige Schäden erlitten, aber „viele andere hatten nicht so viel Glück. Viele Häuser sind zusammengestürzt und die Leute haben nichts mehr, wohin sie gehen können. Und in Nepal ist es noch kalt und es regnet viel'“, so die Missionare.

Sechs Werke haben die Salesianer in Nepal: Schulen, Berufsbildungszentren, Jugendzentren und zwei Altenzentren. Die Salesianer arbeiten für die Verbesserung der Lebensqualität der Ärmsten und Bedürftigsten.

So eine Verwüstung hat man noch nie gesehen

Auch das internationale Netz der Caritas hat seine Katastrophenhilfe-Infrastruktur zur Verfügung gestellt und unterstützt damit die Arbeit von Caritas Nepal, die an vielen Stellen Hilfe leistet. Verschiedene Mitglieder von Caritas International, die zum Zeitpunkt des Erdbebens im Land waren, haben sofort mit den Rettungsteams von Caritas Nepal zusammengewirkt. Eleanor Trinchera, Programm-Koordinatorin der Caritas Australien, die zur Zeit in Kathmandu ist, erklärte, „eine solche Verwüstung hat man noch nie gesehen. Während auf den Straßen Chaos herrscht und sie voller Leute sind, die Freunde und Angehörige suchen, ist die Stadt wie gelähmt, mit zerstörten Gebäuden, versperrten Straßen, Stromausfall und immer wieder Nachbeben.“ – „Die Rettungsarbeiten haben jetzt Priorität. Viele Menschen haben ihre Häuser verloren und sind jetzt auf der Straße oder auf freien Plätzen, und den tiefen Temperaturen in der Nacht schutzlos ausgesetzt. Ihnen allen versuchen wir die notwendigsten Nahrungsmittel und vorübergehende Unterkunft zu vermitteln“, so der Leiter der Caritas Nepal, Pius Perumana, aus Katmandú. „Seit Samstag hat es 66 kleinere Nachbeben gegeben, am Tag darauf noch einmal ein starkes Beben, das ist viel für einen so kurzen Zeitraum. Der Schaden durch dieses Beben ist zerstörerisch“, fügt er an. Lilian Chan, Journalistin von Caritas Australien, arbeitete zum Zeitpunkt des Bebens in Kathmandu und bleibt im Land; sie beschreibt das Szenario der Katastrophe als „erschütternd“. „Gebäude, die ich erst vor ein paar Tagen zum ersten Mal gesehen habe, sind jetzt nur noch Trümmerhaufen. Drei Tage nach dem Beben haben noch so viele Menschen in Kathmandu auf der Straße oder auf Plätzen geschlafen“, schreibt sie. Für die australische Journalistin ist dies „eine Gelegenheit, mit unseren Partnern aus Nepal zusammenzuarbeiten und die betroffenen Gemeinden zu besuchen. Ich bin von der Hochherzigkeit der Leute, ihrer Einfachheit und Widerstandskraft, bewegt und beschämt.“ –“Mit der Unterstützung durch Gebete und Hilfe, die durch das weltweite Netz der Caritas kommt, fühlen sich die Menschen hier durch diese Zeichen der Solidarität gestärkt, während sie anfangen mit dem Wiederaufbau“, schließt sie.

Die Jesuiten in Nepal bitten um Hilfe

Die 68 Jesuiten, die in Nepal leben, hatten Glück in dem Sinne, dass keiner von ihnen umgekommen oder schwerer verletzt worden ist, wie der Regionalobere von Nepal, P. Borniface Tigga SJ, mitteilt. „Die Hilfe durch Gebet und materielle Unterstützung durch die Jesuiten sind grundlegend für die große Hilfe für diejenigen, die in großer Not sind, und um den Wiederaufbau Nepals nach den verheerenden Folgen des Erdbebens anzugehen“, schreibt er weiter. Auch in den anliegenden Gebieten, in Tibet, Bangladesh, Indien und Buthan, gebe es Tote und Verletzte, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie in Nepal, heißt es in der Nachricht weiter. „Die 68 Jesuiten im Land wie auch die anderen religiösen Gemeinschaften haben Glück gehabt in dem Sinne, dass niemand ums Leben gekommen oder schwer verletzt worden ist. Wohl sind einige Gebäude unserer Einrichtungen zerstört oder beschädigt worden“, heißt es weiter. Wenn die Gefahr vorüber sei, würden sie genauer untersuchen, wie der Zustand der Gebäude sei, damit die Menschen, denen sie dienen, sicher seien.

Die etwa 8000 Katholiken in Nepal sind eine Minderheit innerhalb der christlichen Minderheit im Land. Von den insgesamt fast 30 Millionen Einwohnern sind die Christen insgesamt nicht einmal 1%, Die Caritas ist jedoch führend an der Hilfe für die Erdbebenopfer beteiligt.

 

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