Veröffentlicht am 7. Mai 2015 In Kirche - Franziskus - Bewegungen

Neues Buch: „Franziskus: Die Freude, die aus dem Volk kommt“

Von Jorge Benedetti, „Generación Francisco

Die Thomas-Morus-Gesellschaft von Buenos Aires hat pünktlich zur großen Buchmesse ein neues Buch auf den Markt gebracht: „Franziskus: Die Freude, die aus dem Volk kommt. Eine gemeinsame Reflexion über Evangelii Gaudium“. Es ist ein Gemeinschaftswerk, in dem verschiedene Blicke auf das Apostolische Schreiben Evangelii Gaudium von Papst Franziskus zusammengetragen sind. Das Buch ist am 26. März aus der Druckerei gekommen und wurde am 5. Mai auf der Buchmesse vorgestellt, weitere Vorstellungen sind geplant.

Einer der Autoren ist Dr. Carlos Eduardo Ferré, Mitglied der Schönstatt-Bewegung in Buenos Aires und einer der Initiatoren der Bewegung „Generación Francisco“ (Generation Franziskus), deren Anliegen es ist, die Botschaft von Papst Franziskus zu verbreiten und umzusetzen.

„Franziskus: Die Freude, die aus dem Volk kommt“. Eine gemeinsame Reflektion über Evangelii Gaudium

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Das Denken von Papst Franziskus zu kennen, ist zu einem grundlegenden Wert geworden, nicht nur für Katholiken weltweit, sondern für alle Menschen guten Willens, insbesondere in Lateinamerika.

In einer Welt, in der es an Führungsqualität mangelt, die dafür aber in einer umso beachtlicheren Sinnkrise steckt, ist Papst Franziskus zweifellos nicht nur eine der weltweit einflussreichsten Führungspersönlichkeiten geworden, sondern der, dem unter den Menschen dieser Erde die größte Wertschätzung gilt.

Wenn es auch richtig ist, dass Franziskus mehr mit Gesten als mit Worten spricht, steht hinter seinen Handlungen doch ein entsprechendes verbalisiertes Gedankengut, das seinen deutlichsten Ausdruck im Apostolischen Schreiben „Die Freude des Evangeliums“ findet, einem Text, den Franziskus selbst als Dokument mit programmatischem Charakter bezeichnet.

In diesem Sinn hat die Thomas-Morus-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Santa Maria-Verlag die Veröffentlichung dieser Zusammenstellung von Arbeiten unter dem Titel „Franziskus: Die Freude, die aus dem Volk kommt. Eine gemeinsame Reflexion zu Evangelii Gaudium“ unternommen, in der Überzeugung, dass diese Arbeiten helfen, dieses Apostolische Schreiben von verschiedenen Seiten aus zu analysieren und so aus vielen Blickwinkeln bereichernde Sichten auf verschiedene Aspekte beizusteuern.

Die Arbeiten werden nicht künstlich gegliedert oder nach einer Hierarchie der Autoren präsentiert, sondern folgen in ihrer Anordnung den Gedankengängen des Apostolischen Schreibens und umfassen Beiträge renommierter Autoren und Denker. Beginnen wir mit Guzmán Carriquiry Lecour, der, nachdem er Sekretär des Päpstlichen Rates für die Laien war, heute als Sekretär und amtierender Vizepräsident des Päpstlichen Rates für Lateinamerika wirkt. Carriquiry wurde in Montevideo, Uruguay, geboren, ist Anwalt und wirkt seit 40 Jahren im Vatikan; er ist der ranghöchste Laie in der Hierarchie des Heiligen Stuhls. Unter seinen Veröffentlichungen heben sich „Ein Einsatz für Lateinamerika“ und „Die Zweihundertjahrfeier der Länder Lateinamerikas“heraus, beide mit einem Vorwort des damaligen Kardinals Jorge Bergoglio. In diesem Buch ist er mit zwei Arbeiten vertreten, das erste mit dem Titel „Mission der Kirche in Lateinamerika in der Stunde des Pontifikates von Papst Franziskus, im Licht des Apostolischen Schreibens Evangelii Gaudium“. Die zweite Arbeit ist ein in Argentinien bisher nicht veröffentlichtes Interview für die Zeitschrift Tracce unter dem Titel: „Auf dem Weg zu einem glaubwürdigeren Zeugnis“.

Zweifellos von großer Bedeutung ist der Beitrag von Dr. Juan Carlos Scannone SJ, ein Jesuit mit einer umfassenden Laufbahn. Er hat einen akademischen Abschluss in Philosophie von der Philosophischen Fakultät in San Miguel, Argentinien, und in Theologie von der Universität Innsbruck, Österreich, und promovierte in Philosophie an der Universität München, Deutschland. Unter anderem war er Professor an der Salvador-Universität, Gastdozent an verschiedenen Universitäten weltweit. Er war Lehrer von Papst Franziskus und einer der Hauptvertreter der Strömung der Volkstheologie. Zurzeit ist er Mitarbeiter der Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica. In diesem Buch veröffentlichten wir seinen Aufsatz: „Inkulturation in Evangelii Gaudium – Schlüssel zur Lektüre“.

Der dritte Beitrag unter dem Titel „Die soziale Dimension der Freude am Evangelium“ stammt von dem Soziologen Jorge Benedetti, der einen Mastergrad in Christlicher Gesellschaftslehre von der Universität Salamanca, Spanien, hält. Benedetti hat in mehreren Bereichen bedeutende Aufgaben als Führungskraft verwirklicht und als Dozent an der Fakultät für Philosophie und Sprachen der Universität von Buenos Aires gewirkt. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zu sozialen, politischen und religiösen Themen, unter denen vor allem sein Buch „Option für die Armen“ zu nennen ist. Er ist Vorsitzender des Instituts der Soziallehre der Kirche. In diesem Buch schreibt er über „Franziskus, die Theologie des Volkes und deren politische Eingliederung“.

Carlos Galli trägt einen Aufsatz mit dem Titel „Zehn Schlüssel zum Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium“ bei. Er ist Doktor der Theologie, war Stipendiat der Universität Tübingen, Deutschland. Seine Doktorarbeit trägt den Titel: „Das Volk Gottes in den Völkern der Welt. Katholizität, Inkarnation und Austausch in der heutigen Ekklesiologie.“ Er war Dekan der Theologischen Fakultät der Päpstlichen Katholischen Universität Argentiniens, wo er Professor für Systematische Theologie und Pastoral ist. Heute ist er Leiter des Doktorandenkreises und Koordinator der Forschungsgruppe „Theologie in Argentinien“. Er war Vorsitzender der Argentinischen Theologischen Gesellschaft. Im Jahr 2007 wurde er von Papst Benedikt XVI. in die V. Konferenz des Episkopates von Lateinamerika und der Karibik (CELAM) in Aparecida berufen, wo er mit dem damaligen Kardinal J. Bergoglio an der Redaktion des Schlussdokumentes arbeitete. Er ist Autor von fünf Büchern und Mitherausgeber und Mitverfasser von 32 Sammelbänden in Argentinien und im Ausland; Verfasser von 195 wissenschaftlichen Aufsätzen in Büchern und Zeitschriften. Er ist Mitglied der Theologisch-Pastoralen Kommission des CELAM. Papst Franziskus hat ihn für den Zeitraum von 2014 – 2019 als Mitglied des Internationalen Theologenkommission berufen.

Carlos Ferré betrachtet einen zentralen Punkt im Denken von Papst Franziskus in seinem Artikel unter dem Titel „Das Konzept des ‚Volkes‘ im Pontifikat von Franziskus“. Ferré ist Anwalt und hält einen Mastergrad in Christlicher Gesellschaftslehre der Universität Salamanca, Spanien. Er war in verschiedenen öffentlichen Ämtern tätig, unter anderem Abgeordneter im Provinz- wie Nationalparlament und Vorsitzender des Instituts zur strategischen Forschung im Bereich internationaler Beziehungen des Kreises der Abgeordneten Argentiniens und ist Leiter des Verlages dieses Kreises. Er war Vorsitzender des Zentrums für Christliche Gesellschaftslehre, ist Referent auf internationalen Veranstaltungen und Verfasser mehrerer Arbeiten zu verschiedenen Themen, wobei das Buch „Der soziale Heilige“ hervorzuheben ist. Er gehört zum Koordinationskreis des Lateinamerikanisch-Karibischen Netzes der Christlichen Gesellschaftslehre.

José María Di Paola, besser bekannt als „Padre Pepe“, ist ein bekannter Priester, der in der Villa 21/24 der Hauptstadt Argentiniens wirkte, danach in Campo Gallo in der Provinz Santiago del Estero und heute in La Cárcova und anderen Elendsvierteln in José L. Suarez im Stadtteil General San Martín. Er ist Symbol der „Priester der Elendsviertel“, in der Nachfolge von Priestern wie Carlos Mugica, Rodolfo Ricciardelli und anderen, die in den siebziger Jahren begannen, ihren Priesterdienst in den Elendsvierteln Argentiniens auszuüben. Seine Arbeit machte ihn zu einem der herausragenden Arbeiter für die Rehabilitierung drogenabhängiger Jugendlicher. In diesem Buch schreibt er über „Volksfrömmigkeit“. In seiner Arbeit in den Elendsvierteln von Buenos Aires stand er in enger Verbindung mit Kardinal Jorge Bergoglio, der ihm besondere Aufmerksamkeit widmete und die Arbeit aller Priester, die in den Elendsvierteln arbeiten, sehr schätzte.

Gustavo Escobar trägt einen Aufsatz bei unter dem Titel „Nichts macht mehr Mut als die Hoffnung: eine Empfehlung für eine verkörperte und missionarische Pastoral“. Er ist Professor für Religionswissenschaft im Missiologischen Zentrum der Urbaniana, Dozent und Erzieher von pastoralen Mitarbeitern in verschiedenen Schulen und Seminaren Argentiniens, arbeitet vor allem für die Jugend, mit der er verschiedene Projekte missionarischer Bewusstseinsbildung und Tätigkeit initiiert hat, ist Professor für Pastoral, Verfasser verschiedener Artikel zum Thema Dialog als Weg der Begegnung.

Schließlich haben wir einen besonderen Aufsatz eingefügt. Auch wenn das Apostolische Schreiben nicht ausdrücklich vom Sport redet, widmete Kardinal Bergoglio, heute Papst Franziskus, der Rolle des Sports immer eine besondere Aufmerksamkeit und ist auch heute mit dem Thema eng verbunden. Von daher die Bedeutung des Beitrags „Papst Franziskus und der Sport“ von Victor F. Lupo, Leiter der Sport-Bewegung, ehemaliger Sekretär des Nationalen Sportrates und zweimal Vizesekretär des Argentinischen Sportverbandes und Generalsekretär des Sportverbandes von Buenos Aires. Er ist Verfasser der Bücher „Politische Geschichte des argentinischen Sports“, „100 Helden von Tucumán“ und zusammen mit Horacio del Prado, von „100 Helden von Buenos Aires“. Er wurde vom Argentinischen Sportbund als „Bester Sportleiter“ ausgezeichnet. Heute ist er Vorsitzender des Kulturzentrums „El Gran Lío“.

In diesem Buch sind thematische Konzepte zusammengefasst, die wesentlich sind, um sich dem Denken von Papst Franziskus zu nähern, weshalb wir es als wichtigen Beitrag ansehen, um den kennen zu lernen, den wir heute durch seine Gesten, seine Taten und seinen Mut als bedeutendsten Mann des 21. Jahrhunderts anerkennen.

In der Gewissheit, einen Beitrag zu leisten zur Aufgabe von Papst Franziskus stellen wir die genannten Beiträge allen Lesern in Argentinien und Lateinamerika zur Verfügung.

Bibliographische Angaben:
Benedetti u.a.: Francisco, la alegría que brota del pueblo
Argentina, Editorial Santa María, 2015, 288 Seiten
ISBN 978-987-616-213-5

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