Publicado el 17. Agosto 2014 In Franziskus - Initiativen und Gesten

Betet für mich! – Eine „Prayerrally“ für Papst Franziskus

DEUTSCHLAND, mda. Kardinal Sin, der frühere Erzbischof von Manila, rief in wichtigen Anliegen immer in der Öffentlichkeit zu einer Gebetsaktion auf, die unter dem Namen „Prayerrally“ bekannt wurde. 1986 gingen zwei Millionen Filipinos rosenkranzbetend auf die Straße, um für das Ende der Marcos- Diktatur zu beten, was kurz darauf friedlich geschah. Unter dem Titel Prayerrally kommen in diesen Tagen Menschen physisch und virtuell zusammen, um für die Christen im Irak zu beten oder für die entführten Mädchen in Nigeria. Karin Schmitz aus Sankt Augustin bei Bonn hat nun eine Initiative gestartet, die sie „Prayerrally für Papst Franziskus“ nennt. Auf einer mehrsprachigen Webseite wird ganz einfach dazu angeregt, für Papst Franziskus zu beten.

„Und nun möchte ich den Segen erteilen, aber zuvor bitte ich euch um einen Gefallen. Ehe der Bischof das Volk segnet, bitte ich euch, den Herrn anzurufen, dass er mich segne: Das Gebet des Volkes, das um den Segen für seinen Bischof bittet. In Stille wollen wir euer Gebet für mich halten.“ – Mit diesen Worten und dieser Geste begann Papst Franziskus seinen Hirtendienst, und viele, die diesen Moment miterlebten, wurden und blieben tief im Herzen berührt. Es war die Geburtsstunde des solidarischen Bündnisses mit Papst Franziskus, das die Mitarbeiter von schoenstatt.org wenige Wochen später, am 31. Mai 2013, bewusst geschlossen haben. „Betet für mich“ – ein Wort, das nicht nur an diesem 13. März 2013 bewegte. Jorge Milia, Journalist und Schüler von Jorge Mario Bergoglio aus der Zeit, als dieser in Santa Fe Literatur und Psychologie unterrichtete, hat das „Betet für mich“ in seine Liste der „Bergoglismen“ aufgenommen mit der Begründung: „Wegen der Kraft, mit der er darum bittet, hat er sich das Copyright daran erworben“. Er erzählt, wie ein erklärter Atheist ihm bei Gelegenheit erzählte, dass ihn die wiederholte Bitte von Papst Franziskus, für ihn zu beten, so verwirrt habe, dass er es schließlich ihm zuliebe, den er als Mensch bewundert, tun wollte, ohne auch nur im Geringsten zu glauben, dass das irgendeinen Effekt haben würde. So kramte er die lange vergessenen Gebete seiner Kindheit heraus und betete für ihn. Und er könne es sich einfach nicht erklären, es tue ihm so gut, dass er damit weitermachen wolle. Jorge Milia: „Ich glaube, diese wiederholte Bitte hat den gleichen Effekt wie der Wassertropfen, der den Felsen sprengt. Ich glaube, das ist es, was mit dem Gebet geschieht, um das Franziskus alle bittet. Ein Freund von mir, der ebenfalls Franziskus heißt, sagte mir: ‚Wenn nachdem er einen Haufen ungläubiger Argentinier davon überzeugt hatte, für ihn zu beten, geschieht, was wir jetzt erleben – was wird passieren, wenn er 1.200.000.000 Sünder darum bittet?”

Seine Bitte erfüllen – sonst nichts

Wie kommt eine Frau, die noch nie zuvor eine Homepage gestaltet hat, dazu, die weltweite Papst-Franziskus-Prayerrally zu initiieren?An drei aufeinander folgenden Tagen, immer während der Anbetung, kam mir der Gedanke, dass es wichtig sei, für Papst Franziskus zu einer Gebetsaktion online aufzurufen“, so Karin Schmitz. „Diese Gedanken wurden zu einem drängenden Gefühl und dass, obwohl ich mich mit dem Erstellen einer Homepage absolut nicht auskenne. Ich fand schließlich zwei Personen, die mir halfen, das Vorhaben zu verwirklichen. Nun galt es katholische Organisationen zu finden, die sich bereit erklären würden, auf deren Homepage auf diese Gebetsaktion, genannt „Prayerrally“, aufmerksam zu machen.“

Karin Schmitz weiter: „Schwierigkeiten und Absagen waren vorprogrammiert, aber auch immer wieder erfreuliche Sachen, die dann erneuten Auftrieb gaben.“ So findet sich bereits seit einigen Tagen auf der Homepage der Jugend 2000 ein Hinweis auf die Prayerrally.

Und dann kommt die Pilgernde Gottesmutter ins Spiel

Karin Schmitz bekommt jeden Monat für drei Tage den Besuch der Pilgernden Gottesmutter. Die Geschichte wird spannend: „Im August fühlte ich mich dazu gedrängt nach Schönstatt zu fahren. Ich brachte es irgendwie mit der Prayerrally in Verbindung. Am 6. August machte ich mit meiner Mutter eine Wallfahrt dorthin. Vor der Pilgermesse rief ich den Heiligen Geist und die Mutter Gottes an, mir doch zu helfen, jemanden zu finden, der mir bei der Verbreitung der Aktion oder bei der Übersetzung ins Spanische behilflich sein könnte.

Am Nachmittag wollten wir zum Abschluss auf Berg Schönstatt in einem kleinen Verkaufsshop noch eine Tasse Kaffee trinken. Als ich kurz den Raum verließ, kam eine junge Frau herein, die sich etwas bestellte. Sie und die Frau aus dem Shop hatten Verständigungsschwierigkeiten, weil sie beide die Sprache des anderen nicht verstanden. Obwohl die Bestellung schon abgewickelt war, bat mich meine Mutter nach meiner Rückkehr, die Frau doch einmal in Englisch anzusprechen, weil sie sich bestimmt darüber freuen würde. Etwas merkwürdig kam ich mir schon vor, aber ich erfüllte meiner Mutter die Bitte, ohne zu ahnen, was sich daraus ergeben würde.

Ich erfuhr, dass die junge Frau aus Mexiko stammte, also ihre Muttersprache spanisch war. Bis Sonntag (10.August) würde sie noch in Schönstatt sein. Dann ging ein Monat als Volontär (Ehrenamtlicher Dienst) zu Ende. Sie erklärte sich bereit den Text ins Spanische zu übersetzen, was sie am gleichen Tag noch in die Tat umsetzte und mir zumailte. Dann kam noch eine weitere Überraschung: Sie möchte die Prayerrally in Mexiko, Spanien, Argentinien, Chile, Paraguay und anderen spanisch sprechenden Ländern verbreiten, da sie dank Schönstatt Freunde in der ganzen Welt hat… Ich freue mich jedes Mal darauf, die Pilgernde Gottesmutter aufzunehmen, aber diesmal war die Freude besonders groß, da ich durch dieses Erlebnis jetzt noch eine tiefere Beziehung zur Gnadenmutter von Schönstatt bekommen habe. Als ich heute vor diesem Bild den glorreichen Rosenkranz betete, kam mir beim 3. Gesätz zum Heiligen Geist der Gedanke, mich an schoenstatt.org zu wenden…“

Weil die Familie, die nach Karin Schmitz die Pilgernde Gottesmutter erhält, gerade in Urlaub ist, blieb sie noch drei Tage länger bei ihr…

Viele erreichen

„Der Wunsch ist, dass auch Personen, die noch nicht für den Papst und seine Mission beten und vielleicht ‘zufällig’ auf die Internetseite stoßen, sich animiert fühlen und mitbeten wollen“, erklärt Karin Schmitz. Ganz bewusst und ganz im Sinne von Papst Franziskus geht es nicht darum, irgendwelche Gebete zu zählen. Was, wie viel und wie oft jemand betet, ist jedem freigestellt. Es gibt ein paar Vorschläge auf der Webseite, sonst nichts, nur die Möglichkeit, sich mit Namen einzutragen. „Ich höre immer wieder von Personen, die mir sagen, wenn sie sich mit ihrem Namen eintragen, nehmen sie die Sache ernster und es hilft ihnen dann auch, es durchzuziehen.“

Im Augenblick gibt es die Internetseite der Papst-Franziskus-Prayerrally in Deutsch, Englisch, Polnisch, Französisch, Italienisch und Spanisch; die Übersetzung ins Portugiesische ist in Vorbereitung.

„Und bitte, betet für mich, vergesst es nicht, für mich zu beten! Vielen Dank!“

Papst Franziskus, 15. August, Begegnung mit asiatischen Jugendlichen im Heiligtum von Solmoe

www.papst-franziskus-prayerrally.de

www.pope-francis-prayerrally.net