Veröffentlicht am 16. Juni 2017 In Schönstätter, Urheiligtum

Am Vorabend des Dreifaltigkeitsfestes – im Gebet für „Don Emilio“ Stehle, Pablo Pelaez und eine große Familie

Maria Fischer •

Die kleinen Blütensträuße an den Bänken des Urheiligtums sind noch von der Hochzeit, die am frühen Nachmittag des 10. Juni hier stattgefunden hat, doch sie passen auch zu dieser schlichten und schönen heiligen Messe am Vorabend des Dreifaltigkeitsfestes, die im und vor dem Urheiligtum eine im besten Sinne des Wortes bunte Familie versammelt hat, um diesen Dreifaltigen Gott zu feiern, der Maßstäbe setzt für unseren Umgang miteinander, für unser Handeln auch heute und auch gerade in der Politik, Globalisierung, in den Fortschritten der Medizin und  in den sozialen Netzwerken, diesen Gott, der sich mit seinem ganzen Wesen einsetzt für diese Welt, um sie und uns zu retten und zu einem guten Ende zu führen, wie Rektor Egon M. Zillekens, der am Tag darauf seinen 75. Geburtstag feierte und seine Familie und Freunde in dieser Messe um den Herrn scharte, zum Beginn sagt.

Und wie er es einfach so gut kann und weil er auch gar nicht anders kann, weitet Rektor Zillekens den Kreis und schließt in das Gebet dieser Stunde Menschen ein, die nicht physisch und doch ganz real da sind in dieser Hingabe, die er als Schlüssel für das Geheimnis der Dreifaltigkeit und unseres Lebens als Christen zeigt: alle, die an diesem Fest der Heiligen Dreifaltigkeit irgendwo auf der Welt die heilige Messe feiern, alle, die heute am Ort Schönstatt sind – auch die Firmgruppen aus der Pfarrei Hennef -, die vielen, deren Namen und deren Hingabe dank seiner Initiative einen Platz in den Mauern des Urheiligtums gefunden haben, und konkret zwei Personen: sein ecuadorianischer Mitbruder Pablo Pelaez, der lange Jahre in Haiger und Rennerod als Seelsorger gewirkt und  so oft in diesem Urheiligtum gebetet hat und der in diesen Stunden sein Leben in die Hände Gottes zurückgibt, und Bischof Emil Lorenz Stehle, „Don Emilio“, erster Bischof von Santo Domingo de los Colorados in Ecuador (1987-2002) und früherer Hauptgeschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat (1977-1988), der am 16. Mai in Konstanz im Alter von 90 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben war, und in dessen Bistum in Ecuador Rektor Zillekens viele Jahre gewirkt hat.

Freund auf dem Friedensweg

„Wenn wir etwas mit Hingabe tun, dann ist das mehr als Pflichterfüllung, mehr als Überzeugung, dann ist das ein Handeln aus Liebe … Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab. Gott liebt diese Welt so sehr, dass er vor lauter Hingabe für die Welt das Wichtigste gibt, was er hat, seinen einzigen Sohn“, so Rektor Zillekens in der Predigt. Wenn er diesen Satz des heutigen Evangeliums höre, müsse er an einen Menschen denken: an Bischof Stehle. Ein Freund.

„Freund auf dem Friedensweg für El Salvador“: So wurde Bischof Stehle von Weibischof Gregorio Rosa Chavez von San Salvador einmal bezeichnet. Nach der Ermordung von Erzbischof Oscar Romero 1980 vermittelte er in dem von einem blutigen Bürgerkrieg zerrissenen mittelamerikanischen Land. Bischof Stehle setzte sich für Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Guerilla, für die Freilassung von Geiseln sowie den Schutz der Zivilbevölkerung ein – bis schließlich 1992 das Friedensabkommen in Mexiko unterschrieben wurde. Er wurde damals für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Für seinen großen Einsatz, besonders bei den Friedensbemühungen in Zentralamerika, die Befreiung von sieben Aufbauhelfern in Nicaragua und die Pionierarbeit in Santo Domingo de los Colorados in Ecuador, wurde Bischof Stehle mehrfach ausgezeichnet: mit drei Ehrendoktor-Titeln und dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Dieser Bischof hatte ein „Hobby“, und das machte er mit Hingabe: Er befreite Geiseln, so Rektor Zillekens. Das habe er mit Hingabe getan, mit Leidenschaft. Mit dem Lösegeld, einem Huhn für das Friedensmahl und dem Evangelium habe er sich auf den Weg gemacht, um Geiseln zu befreien. Er habe immer diesen Satz vorgelesen: So sehr hat Gott die Welt geliebt…

Wenn wir uns einer Sache ganz hingeben, dann haben wir ein Ziel und wollen, dass es gut erreicht wird. Wenn Gott mit Hingabe die Welt und uns liebt, dann will er, dass wir und die Welt gerettet und zu einem guten Ende geführt werden.

Wenn wir etwas mit Hingabe tun

„Wenn wir etwas mit Hingabe tun, dann ist das mehr als Pflichterfüllung, mehr als Überzeugung, dann ist das ein Handeln aus Liebe…“ Der Satz klingt nach einem langen und schönen Feiern, reichhaltigem Brunch und vielen Gesprächen über Gott und die Welt am Nachmittag des Dreifaltigkeitsfestes unter den Bäumen im schönen Park an der Quelle von Haus Marienau wieder auf, wo sich ein Grüppchen von Leuten gefunden hat, die beruflich oder apostolisch für Schönstatt arbeiten. „Er macht das mit Hingabe“, sagt einer von denen und meint den, der heute 75 geworden ist. „Das alles. Die Marienau, den Priesterbund, das Urheiligtum, schoenstatt.org, ganz Schönstatt eben.“ Wenn einer in der ersten Stunde seines Geburtstags fast 30 Whatsapp-Glückwünsche aus über 10 Ländern erhält, muss etwas dran sein an dem, was da unter dem Baum gesagt wird und in dem, was sein kubanischer Mitbruder schreibt: „Danke für deine immer väterliche Aufnahme, für deine Hingabe und deinen Dienst an unserem Priesterbund und dafür, dass du mich so nah zu Pater Kentenich gebracht hast.“

Predigt (mp3)

Urheiligtum - Santuario Original

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