Veröffentlicht am 12. August 2016 In Urheiligtum

GOTTvertrauen beginnt heute und geht morgen zu Hause weiter…

DEUTSCHLAND, von Maria Fischer •

„Der Alltag hat uns wieder erreicht. Im GOTTvertrauen lässt uns die Zukunft wagen, gestärkt durch die Wallfahrtsgnaden“, schreibt Werner Philipps im Whatsapp-Chat des Teams von GOTTvertrauen, wo auch Tage nach dem Abschluss der Wallfahrt am Samstag, 6. August, noch intensiv Fotos und Erlebnisse ausgetauscht werden. Abschluss? Nicht wirklich.

„Der Weltjugendtag, könnten wir sagen, beginnt heute und geht morgen zu Hause weiter, denn dort will Jesus dir von nun an begegnen. Der Herr will nicht nur in dieser schönen Stadt oder in den lieben Erinnerungen bleiben, sondern er möchte zu dir nach Hause kommen, in deinem Alltagsleben wohnen… „, so hatte Papst Franziskus am 31. Juli bei der Aussendungsmesse am Schluss des Weltjugendtags in Krakau gesagt. Ein Wort, das sich leicht auf die Stimmung übertragen lässt, die beim Aufbruch am späten Nachmittag des  6. August im Garten von Haus Sonnenau in Schönstatt herrschte: Das ist nicht vorbei, das fängt jetzt erst richtig an …

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Sonne satt und 70 Pilger auf den letzten Kilometern

Der letzte Tag der Wallfahrt führte die Teilnehmer von Urmitz zum Urheiligtum in Schönstatt. Mit einer stattlichen Zahl an Tagespilgern, die sich anschlossen, wuchs die Gruppe auf fast 70 Personen an. Immer wieder, so Petra Rasch, habe es Leute gegeben, die spontan einen Tag mitgegangen seien. Manch gutes Gespräch, manche Anregung, manche echte Begegnung hat es da gegeben. „Einige Male waren solche Tagespilger dann auch noch bei den Abendrunden dabei, wo wir einander das Herz geöffnet und einfach erzählt haben, was uns an diesem Tag persönlich geschenkt wurde und was uns bewegt hat. Das kannten die alle nicht und einige waren sehr tief ergriffen.“ Insgesamt, so die spontane Schätzung, waren sicher gut über 100 Personen irgendwann einmal dabei.

„Ich habe heute einen Tag erleben dürfen, der mich in mancherlei Hinsicht angesprochen und emotional berührt hat … Nochmals vielen Dank für alles, für die freundliche Aufnahme in die Pilgergemeinschaft heute Morgen, für die geistliche Begleitung während des Pilgerns, für die super-Arbeit des gesamten Orga-Teams …“, so ein Tagespilger aus Mechernich.

„Das war dann schon eine richtig ansehnliche Zahl, das weckt Aufmerksamkeit“, so Werner Philipps. „Als wir über die Rheinbrücke gingen, haben viele gewinkt und gehupt!“ Der Weg am Rhein lang, vorbei an der Sebastianus-Kapelle, ist auch landschaftlich einer der schönsten Abschnitte.

Nach etlichen Tagen mit mehr oder weniger viel Regen werden die Pilger an diesem letzten Tag mit Sonne satt und hochsommerlichen Temperaturen verwöhnt. Verschwitzt, sonnenverbrannt, müde und rundum glücklich treffen sie am frühen Nachmittag am Urheiligtum ein, wo Familien des Familienbundes zur Begrüßung Erfrischungen bereithalten und das Glöckchen minutenlang zum Empfang läutet.

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Durch die Heilige Pforte der Barmherzigkeit

Die heilige Messe beginnt vor dem Urheiligtum, Pater Antonio Bracht, der Rektor des Urheiligtums, und Pater Michael Hagan, der auch einige Strecken mitgepilgert ist, begrüßen die Pilger und die vielen, die sich mit ihnen rund ums Urheiligtum eingefunden haben. Schoenstatt-TV hat einen Bildschirm aufgestellt und überträgt aus dem Urheiligtum nach draußen und strahlt die Ankunft der Pilger und ihre heilige Messe aus. Eine Pilgergruppe aus Paraguay bleibt in respektvoller Entfernung auf der Wiese, andere schauen sich aus der Nähe an, was das für eine Gruppe in Wanderkleidung und mit einer Unmenge Fahnen ist… Ehepaar Fellhofer, die „Vertretungs-Sakristane“ schleppen Hocker und noch mehr Hocker herbei, viele helfen, bis alle einen Sitzplatz haben.

Der eigentliche Höhepunkt ist dann leise. Einzeln, als Ehepaar oder als ganze Familie treten die Pilger nach dem Bußakt durch die Heilige Pforte, bringen die Erfahrungen des Pilgerweges und das, was unterwegs geworden und gewachsen ist. Währenddessen hören alle Begriffe, die am Tag zuvor in der Runde gesammelt wurden, um zu umschreiben, was Gottvertrauen, Gott vertrauen … ist. Vater, Gelassenheit, „Er ist da“ … Ein Moment von Versöhnung, von Gnade, von Begegnung.

Noch eine Weile nach der Messe bleiben die Kerze mit dem Logo des Pilgerweges auf dem wunderschönen passenden Kerzenleuchter und das blau-weiße Seil mit dem charakteristischen Knoten im Urheiligtum…

160812-gottvertrauen-19GOTTvertrauen geht weiter

Ausklang ist im Garten von Haus Sonnenau. Ein richtiges Fest mit leckerem Essen und vielen Gesprächen, Dank und etwas Wehmut beim Aufbrechen.

GOTTvertrauen geht weiter. In den nächsten Wochen werden Erfahrungen vom Pilgerweg und vom Gottvertrauen auf der Webseite www.gott-vertrauen.net erscheinen. Viele werden sich wiedersehen, wenn am 5. November in Köln 50 Jahre Bündnis mit dem Vatergott gefeiert werden. Kardinal Wölki von Köln feiert den Festgottesdienst, und Pater Juan Pablo Catoggio, Vorsitzender des Generalpräsidiums, hält den Vortrag.

GOTTvertrauen beginnt heute und geht morgen weiter, vor allem weiter zu Hause, im Alltag, in neuen Begegnungen.

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Fotos: Domberger, Knoch, Schreiber, Helmes, Fischer

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