Das Tal

Die Heldengräber

Rechts vom Urheiligtum zu finden.

Hier ruhen Mitglieder der Schönstattbewegung, die ihre Arbeit und sogar ihr Leben für das Wachstum und die Fruchtbarkeit des ganzen Schönstattwerkes eingesetzt haben.

Der Josef-Engling-Gedenkstein

Der „Josef-Engling-Stein“ nimmt die Mitte der Gedenkstätte ein. Er steht für Josef Engling, der mit seiner großen Liebe zur Gottesmutter, seiner Verbundenheit mit dem Urheiligtum, seiner kindlichen Liebe zu seinem geistigen Vater, Pater Kentenich, und seinem unermüdlichen apostolischen Einsatz selbst ein Symbol für das Leben aus dem Liebesbündnis geworden ist.

Auch unter den erschwerten Bedingungen als Soldat (1916-1918) strebte er weiter nach seinem Persönlichen Ideal „Allen alles und Maria ganz zu eigen“. Immer war er bemüht, seinen Kameraden selbstlos zu dienen, z.B. unbeliebte Dienste zu übernehmen und für ein positives Klima in seiner Umgebung zu sorgen.

In ständiger Verbundenheit mit der Gottesmutter reifte er heran und bot ihr sein Leben an für die Ausweitung ihres Schönstattwerkes. Sein Lebensopfer wurde angenommen. Er fiel in der Nähe von Cambrai kurz vor Ende des ersten Weltkrieges.

Am 1. Mai 1948 wurde der Seligsprechungsprozess für ihn aufgenommen und auf  Diözesanebene im Jahr 2008 abgeschlossen. Im gleichen Jahr begann die zweite Phase dieses Prozesses in Rom.

Die schwarzen Kreuze

Im Jahr 1934 brachte eine Gruppe von Studenten und Seminaristen die sterblichen Überreste von Max Brunner (1897-1917) und Hans Wormer (1897-1917) aus Frankreich in die Heimat. Beide gehörten zu der Gründergeneration der Schönstattbewegung und ließen ihr Leben an der Front.

Auf den Soldaten-Friedhöfen aus dem ersten Weltkrieg wurden die Gräber der alliierten Gefallenen mit weißen Kreuzen markiert, die der deutschen Soldaten mit schwarzen. Deshalb wurden an der Gedenkstätte schwarze Kreuze aufgestellt.

Die Inschrift auf der Grablampe mahnt uns, mit dem gleichen Eifer wie diese jungen Menschen unser Leben der Gottesmutter zu weihen: „Wir hüten euer Erbe“.

Die braunen Kreuze erinnern an Albert Eise (1896-1942), der im Konzentrationslager Dachau ums Leben kam und an Franz Reinisch (1903-1942), der mit seinem Leben dafür bezahlte, dass er aus Gewissensgründen Hitler den Fahneneid verweigerte. Bevor er starb, schrieb er in seiner Gefängniszelle eine letzte Bitte an die Gottesmutter:

Du Königin der Welten, gebiet dem Sturm der Zeit! Die Satansbrut zertrete, du Siegerin im Streit!
Apostel lass mich werden, als Ritter stehen da, und sterbend will ich lächeln: O liebe MTA.

Pilgerplatz (hinter dem Urheiligtum)

Ursprünglich befand sich hier ein Kloster der Augustinerinnen, davon stammt noch der Name der Bewegung: „Eyne schöne Statt“ (Stätte)– so hatte der damalige Bischof bei seinem Besuch des Klosters gesagt. Daraus ist der Name „Schönstatt“ geworden.

Ab dem Jahr 1933, das Pater Kentenich zu einem Jahr der Volks- und Wallfahrtsbewegung ausgerufen hatte – als Antwort auf die Machtergreifung Hitlers – kam es zu einer schnell wachsenden Pilgerströmung.

Pater Kentenich sagte einmal, dass eine zutiefst marianische Spiritualität der beste Weg sei, eine in die Tiefe und in die Weite wirkende Bewegung zu bauen. Er war davon überzeugt, die Gottesmutter möchte durch Schönstatt viele Herzen gewinnen und zu ihrem Sohn hinführen.

Wegen der zunehmenden Zahl der Pilger wurde im Jahr 1937 auf dem ehemaligen Friedhof dieser Platz angelegt, zu dem auch ein Kreuzweg gehört. Hinter dem Alten Haus wurde die erste Kirche (Wallfahrtskirche der Pallottiner) gebaut.

Das „Alte Haus“, auch St. Marien genannt (gegenüber dem Urheiligtum)

Auf den Grundmauern des Augustinerinnen-Klosters erbaut, ist es eines der ältesten Gebäude am Ort (Bauzeit: ca. 1652-1662). Von dem ehemaligen Augustinerinnen-Kloster des Mittelalters ist nur ein einziger Turm übriggeblieben, der „Alte Turm“.

In der Vergangenheit war St. Marien Internat für angehende Missionare, Hochschule, Tagungs- und Exerzitienhaus. Hier fand im Jahr 1926 auch die Gründung der Schönstätter Marienschwestern statt.

Heute befindet sich im Erdgeschoss des Hauses die Sakristei für das Urheiligtum sowie für die Gemeinschaft der Pallottiner eine kleine Kapelle, ein Konferenzraum, Gästezimmer und ein kleiner Laden mit religiösen Artikeln.

Umgebung des Urheiligtums

Im Süden, am Hang oberhalb des Urheiligtums, liegt die Hochschule der Pallottiner, erbaut 1908. Pater Kentenich arbeitete dort zwischen 1912 und 1919 im „neuen Studienheim“ als Spiritual (geistlicher Begleiter). Heute ist es eine katholische Hochschule für Theologie und Pflegewissenschaften im Rang einer Universität.

Die Pallottiner unterhalten das Haus St. Michael und die auf dem Gelände hinter dem alten Turm gelegene Jugendbildungsstätte Haus Wasserburg.

Haus Marienau

Hinter dem Urheiligtum führt ein Weg hinter dem Alten Haus her zur Marienau. Das Haus selbst hat eine mehr als 100 Jahre alte Geschichte. Es ist seit 1950 das Zentrum der Schönstatt-Bundespriester.

Pater Kentenich hielt dort mehrere Tagungen und Konferenzen und hielt sich auch in der Woche vor seinem Tod dort auf. An ihn erinnert besonders ein „Pater-Kentenich-Zimmer“, in dem Andenken aufbewahrt werden: z.B. Messgewänder, die Pater Kentenich getragen hat und auch das Bild der Pilgernden Gottesmutter, das João Pozzobon im Jahr 1968 Pater Kentenich geschenkt hat.

Das Haus liegt in einem wunderschönen Garten mit einer Quelle darin. Es ist auch für andere Gruppen und Schönstatt-Pilger geöffnet.

Anziehungspunkt in diesem Garten ist das

Kanaan-Patris-Heiligtum.

Es wurde 1992 eingeweiht. Jeden Morgen findet dort um 7.00 Uhr eine heilige Messe statt, montags, mittwochs und samstags auch noch um 19.00 Uhr.

Alte Goldschmiede

Neben der Marienau steht die alte Goldschmiede. Pater Kentenich besuchte dieses Haus mehrmals. Hier ist der Sitz des Leiters der Schönstatt-Bewegung in Deutschland und die Pressestelle der deutschen Schönstatt-Bewegung.

Der Abschiedspunkt

Nur ein paar Meter von der Marienau entfernt steht ein Stein mit einer bronzenen Gedenktafel. Er wird Abschiedspunkt genannt: Den Berichten nach begleitete Pater Kentenich die Jungen, die in den Krieg zurück mussten, bis zu dieser Stelle, um sich von ihnen zu verabschieden. Auf der Gedenktafel steht das Datum des Tages, als Pater Kentenich zum letzten Mal Josef Engling dort verabschiedete.

Haus St. Josef

Das Haus am Hang des Berges oberhalb der Marienau ist das Vaterhaus des Schönstatt-Männerbundes. Es dient der geistlichen Bildung und Beheimatung von Männern für ihre Aufgaben in Familie, Beruf und Gesellschaft.

Es ist auch offen für Gäste, die sich gerne selbst versorgen. Das Haus verfügt über Einzel- und Doppelzimmer, Küche, Gruppenräume und eine Hauskapelle, die durch ihre Ausgestaltung die Sendung von Männern und Vätern für den Alltag künstlerisch darstellt. Tel. 0261-60013

Bundesheim

Wenn man der Pater-Josef-Kentenich-Straße folgt oder die Treppen hinter dem Schönstatt-Verlag benutzt, kommt man zum Bundesheim. Es wurde am 15. August 1928 vom Trierer Erzbischof eingeweiht. Pater Kentenich leitete von hier aus mit seinen engsten Mitarbeitern die Schönstatt-Bewegung. Er blieb dort bis zum 20. September 1941, dem Tag, an dem er sich im Koblenzer Gefängnis der Gestapo einfinden musste.

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Haus als Feldlazarett benutzt.

Ein zweites Mal musste Pater Kentenich von diesem Haus aus sein Schönstattwerk verlassen, als er 1951 ins Exil nach Milwaukee geschickt wurde. Der Kern der Bewegung blieb jedoch bis 1964 dort tätig. Damals hatte es den Namen „Pallotti-Haus“, wurde aber 1998 umbenannt zum „Bundesheim“ und wird seither von der Schönstatt-Bewegung benutzt.

Seit Ende 2010 hat der Schönstatt-Bundesheim International e.V. die Verantwortung für das Haus übernommen, das zu einem internationalen Zentrum der Schönstatt-Bewegung am Ort Schönstatt werden soll. Am 31. Mai 2011 wurde der renovierte „Ostflügel“ als Geschäftsstelle des „Team 2014“ mit dem internationalen Kommunikationsbüro 2014  seiner Bestimmung übergeben.

Mario-Hiriart-Haus

Das Haus gehört dem „Institut der Schönstätter Marienbrüder“. Diese Gemeinschaft hat Pater Kentenich 1942 in Dachau gegründet. Das Haus wurde 1976 eingeweiht. Dort wird eine  Ausstellung über Mario Hiriart gezeigt, dessen Seligsprechungsprozess begonnen hat.

Goldschmiede

In der Goldschmiede und Kunstwerkstätte der Schönstätter Marienbrüder werden Kirchengeräte, religiöse Kunstgegenstände und Schmuck angefertigt und restauriert.

Um die Pilgerkirche herum

Im Jahre 1965 kehrte Pater Kentenich aus der Verbannung zurück nach Schönstatt und konnte sich wieder ganz der Leitung der von ihm gegründeten Bewegung widmen. Um dem wachsenden Pilgerstrom Rechnung zu tragen, wurden die Pilgerzentrale und das Pilgerheim eingerichtet.

Pilgerzentrale

Die Pilgerzentrale ist zentrale Anlaufstelle für alle, die sich über Schönstatt informieren möchten, eine Pilgerfahrt organisieren oder einen Urlaub in Schönstatt planen.

Ein Team von Schönstätter Marienschwestern, Schönstatt-Patres und Mitarbeiter/innen führt  durch Schönstatt und gibt geistliche Impulse.

Große Diözesanwallfahrten, Wallfahrten für Kommunionkinder, Motorradwallfahrten und sonstige Pilgerreisen finden sich im Programm der Pilgerzentrale ebenso wie Frühstückstreffen für Frauen, besinnliche Wochenenden und Freizeittage für Kinder, Senioren und Familien.

Seit 2011 arbeiten hier auch die Marienschwestern, die Pilger und Wallfahrtsgruppen aus spansich-, portugiesisch- und englischsprachigen Ländern betreuen.

Pilgerheim

1974 erbaut, ist das Pilgerheim ein Angebot zur Ausruhen und zur Stärkung an Leib und Seele. Es gibt eine geräumige Hauskapelle, mehrere Speisesäle und Gästezimmer für Schönstatt-Pilger. Der Pilgerladen bietet Schönstatt-Artikel, religiöse Gegenstände, Karten, Bücher und Geschenkartikel in großer Auswahl.

Hinter dem Gebäude schließt sich ein Picknickplatz an, der Pilgern die Möglichkeit gibt, Mittagsrast zu halten. Folgt man einem kleinen Pfad neben dem Bach, findet man schöne Wege zum Meditieren und Beten und gelangt zum terrassenförmig angelegten großen Pilgerplatz, der Raum bietet für ungefähr 15.000 Pilger. Er wurde 1985 für die internationale Feier zum 100. Geburtstag Pater Kentenichs angelegt. Im Jahr 2005 war er der Mittelpunkt für das Schönstatt-Jugend-Festival.

Pilgerkirche

Am Ende des Tals lädt die Pilgerkirche zum Besuch ein. Von 1985 bis 1998 stand dort ein großes Zelt, das 2000 Menschen aufnehmen konnte. Auch diese Zeltkirche wurde für die 100-Jahr-Feier Pater Kentenich errichtet. Im Jahr 1999 wurde dann die heutige Pilgerkirche errichtet.

Während der Sommermonate wird dort täglich (außer Montag) um 10.30 Uhr die heilige Messe gefeiert, an Sonn- und Feiertagen auch noch um 18.00 Uhr. An jedem 18. eines Monats findet dort um 19.30 Uhr die Bündnismesse statt.

Sonnenau

„Haus Sonnenau“ ist der Mittelpunkt der SchönstattMJF (Schönstattbewegung Mädchen/Junge Frauen), ein Tagungs- und Ferienort. Sein Name ist dem Heimatlied entnommen, einem Gebet aus den „Dachaugebeten“ von Pater Kentenich.

Haus Sonnenau wurde 1958 eingeweiht. Der Grundstein zeigt eine Krone und drei Kreuze mit der Inschrift VS-RTA-PPC und steht für die Ideale der Schönstatt-Mädchenjugend. (Ver Sacrum – Regina Ter Admirabilis – Pro Patria Consumor)

Im Jahr 1999 wurde das Haus renoviert und erweitert und bietet auch Gästen Gelegenheit zu einem Schönstatt-Aufenthalt.

Haus Schönfels – Schönstatt-Verlag

Heute kann man sich kaum vorstellen, dass dieses kleine Haus in den Anfängen der Bewegung vielen als Anlaufstelle und für Tagungen Unterkunft geboten hat. Pater Kentenich hat sich oft dort aufgehalten.

Im Erdgeschoss befindet sich der „Schönstatt-Verlag“, eine ausgezeichnet geführte Buchhandlung (auch Versandbuchhandlung) mit einem breit gefächerten Angebot an religiösen Geschenkartikeln, Grußkarten, … Er wird von den Schönstätter Marienschwestern geleitet.

Haus Mariengart

Der „Schönstatt-Frauenbund“ ist die älteste weibliche Gemeinschaft in der Schönstatt-bewegung. Aus ihr gingen sowohl die Schönstätter Marienschwestern als auch das „Institut der Frauen von Schönstatt“ hervor. Pater Kentenich selbst weihte am Pfingstsonntag 1967 das Heiligtum und segnete den Grundstein für das Gebäude.

Gertraud-von Bullion-Haus

Eine kleine Ausstellung über Gertraud von Bullion (1891-1930) gibt Einblick in die Gründungszeit. Sie und ihre Kusine, Marie Christmann, waren die ersten Frauen, die sich am 8. Dezember 1920 in ihrer Weihe der Gottesmutter von Schönstatt zur Verfügung stellten. 1991 begann der Seligsprechungs-Prozess für Gertraud von Bullion. Nach Absprache gibt es Führungen im Haus Mariengart.

Text aus: P. Sidney Fones u.a., Una visita a Schoenstatt. Übersetzung: Tobia Wiedemer, bearb.: U.S./G.L.


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