MERCY HOUSE – Haus der Barmherzigkeit, Südafrika

Es sind nicht nur  Vögel, die in der kalten Jahreszeit in warme Länder ziehen, auch Tiere wandern, besonders in Afrika, um Wasser und Nahrung in Zeiten der Dürre zu finden. Menschen sind ausgewandert seit undenklichen Zeiten.

Auch das auserwählte Volk ging nach Ägypten, als im eigenen Land Hungersnot herrschte, um Nahrung zu suchen und zu überleben. Maria und Josef nahmen das Kind mit nach Ägypten, als sein Leben bedroht war. Wir, die wir in Afrika leben, erkennen stolz die Tatsache an, dass auch die Heilige Familie Flüchtlinge waren in Afrika. Aus lebensbedrohlichen Situationen fliehen um zu überleben ist deshalb nichts Neues.

Papst Franziskus in Lampedusa: Aber ich möchte gern eine dritte Frage stellen: ‘Hat irgendjemand von uns über diese oder ähnliche Situationen geweint? War irgendjemand von uns betrübt über den Tod dieser Brüder und Schwestern?

Heute sind Millionen von Menschen weltweit auf der Flucht. Afrika hat  eine gewaltige Zahl von Flüchtlingen, die wegen der schrecklich instabilen politischen Lage, politischer Verfolgung und Kriegen sowie korrupter Führung ihre jeweiligen Heimatländer verlassen müssen. 1994 sah den plötzlichen Zustrom einer riesigen Zahl von Flüchtlingen, die wegen des Völkermordes im Gebiet der Großen Seen nach Südafrika flohen. Das entzündete einen  Krieg, der sich in viele umliegende Länder ausbreitete und fortdauert, besonders in der Demokratischen Republik Kongo, auch heute. Da ist auch Krieg im Sudan und in vielen anderen Ländern Afrikas. Das Herz blutet wegen der Kinder, die so oft als Waisen zurückbleiben  oder gezwungen werden Kindersoldaten zu sein.

Haus der Barmherzigkeit – gegründet 1994 als eine Antwort auf den Völkermord in Ruanda

Um in dieser unermesslichen menschlichen Not für Mitgefühl und Heilung zu sorgen, wurde Mercy-House geboren. Es ist ein Heim für junge Flüchtlinge in Bez Valley, Johannesburg, Südafrika, viele von ihnen sind Waisen aus den kriegsgebeutelten Ländern in Zentral- und Nordafrika. Die Arbeit am Mercy-Haus begann genau zu der Zeit des Völkermordes in Ruanda und hat zwanzig Jahre lang jungen Menschen geholfen, die Opfer eines Krieges waren, den sie nicht verursacht noch gewünscht hatten.

Neben der körperlichen Heilung brauchen sie Erziehung, damit sie im Leben auf eigenen Füßen stehen können. Das bedeutet Unterricht und Hochschul-Erziehung. Soweit hat Mercy-Haus, neben anderen Dingen, zwei junge  Menschen unterstützt, Ärzte zu werden, zwei sich als  Buchhalter zu qualifizieren, sechs als Diplom-Ingenieure, acht haben ihren Bachelor-Abschluss für Erziehung erhalten, zwei sind voll ausgebildete Krankenschwestern und vier Hilfspflegerinnen, nicht zu erwähnen die Hilfe beim Unterricht für zahllose Kinder und junge Leute. Wichtiger noch, es hat seinen jungen Bewohnern geholfen, Stabilität zu finden, heil zu werden und besonders die Wärme und Unterstützung einer Familie zu erleben. „Liebe verändert alles“ ist unser Motto, und nichts in der Welt heilt und verwandelt so viel wie die Liebe.

Ehrenamtliche Arbeit

Jeder, der in Mercy-Haus arbeitet, ist ein Freiwilliger. Es gibt hier sogar junge Freiwillige aus Deutschland, Polen, Irland, England, Italien und den USA gehabt. Das Haus hat angefangen mit einem Schönstatt-Mitglied, und die Müttergemeinschaft hat eine große Rolle gespielt bei der Unterstützung des Projektes. Eine Schönstatt-Familiengruppe hat zuerst hier angefangen. Dann war da eine Gruppe junger Männer. Als Ergebnis dieser Initiativen schloss sich eine unserer Mütter dem Mütterbund an, und vier unserer jungen Leute vollzogen ihre Weihe an die Gottesmutter, davon wird einer 2014 bei den Jubiläumsfeiern in Schönstatt und Rom sein. Jeden Samstagmorgen kommen viele, die eine Fahrgelegenheit finden und besuchen die wöchentliche Messe im Heiligtum. Ein großes Bild der Gottesmutter von Schönstatt, gestiftet vom Mütterbund, beherrscht das Foyer und kleinere Bilder finden sich überall im Haus.

Leider verstarb einer von den jungen Leuten, der seine Weihe im Heiligtum ablegte, im Jahr 2012. Sein Vater kam aus der Demokratischen Republik Kongo, um sich um das Eigentum seines Sohnes zu kümmern. Er hielt sich in Mercy-Haus auf, ging deshalb auch zum Heiligtum. Er war so völlig überwältigt von der Heiligkeit dieses Ortes, dass er im Dezember 2012 mit einem Bild der Pilgernden Gottesmutter in die DRK zurückkehrte um die Bewegung hier zu starten, mit einem Riesenerfolg bis heute. So haben tatsächlich die Weihe und anschließend der Tod dieses jungen Mannes aus Mercy-Haus am 5. Juni 2012 der Bewegung in der Demokratischen Republik Kongo neues Leben gegeben.

Mercy Haus  war das Beste, das mir jemals begegnen konnte

Ein Foto und Worte von Anja Thanheiser, einem Mitglied der Schönstattbewegung in Deutschland, die unten mit Moise, unserem Waisenkind aus Ruanda, abgebildet ist, soll für sich sprechen.  Sie war schon zweimal in Südafrika, ausdrücklich und ausschließlich um in Mercy-Haus ehrenamtlich zu arbeiten.

“Mercy Haus  war das Beste, was mir jemals begegnet ist, und ich kann wirklich sagen, dass es mein Leben auf viele Weisen verändert hat! Ich habe viele wundervolle Leute getroffen, deren Leben nicht unterschiedlicher zu meinem sein konnte, und von denen ich eine Menge über Freundschaft, Glaube und Leben lernen konnte … Ich bin zutiefst dankbar für jede einzelne Erfahrung und weiß, dass es nicht mein letzter Besuch in Südafrika gewesen ist….

Auch die Bewohner von Mercy-Haus werden immer ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben!“

Die Arbeit von Mercy-Haus ist reich gesegnet und wird sicherlich fortgesetzt. Es ist ein Werk der  Gottesmutter und deshalb ist die Fruchtbarkeit endlos.

Kontakt/Information

Webseite des Projekts: www.mercy-house.co.za.

Kontaktpersonen:

Emmanuel Musa Mulamba: [email protected]
Diana Beamish: [email protected]

Addresse:

82 North Avenue
Bez Valley, Johannesburg
South Africa

 

Original: Englisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland