Internationale Kentenich-Akademie für Führungskräfte

Die internationale Kentenich Akademie für Führungskräfte ist im Jahr 2009 im Kreis von Unternehmern und Führungskräften aus der Wirtschaft entstanden, die über die Ausbildung in der Akademie für Familienpädagogik und den Kurs Kentenich-Pädagogik  mit der Pädagogik Pater Kentenich  vertraut wurden. Die Pädagogik P. Kentenichs ist in der Personalführung praktisch und anwendbar, so die Erfahrung vieler Führungskräfte. Dort, wo sie gelebt wird, entsteht ein Klima der Freude, der Freiheit, des Wachsens. Aus dem gemeinsamen Anliegen der Weltgestaltung aus dem Charisma Pater Kentenichs hat sich die IKAF gebildet unter dem Leitbild:

Echte Gottesliebe, die in uns brennen soll, schenkt uns
eine neue Sicht,
ein neues Verstehen,
eine neue Verbundenheit,
ein neues Tun.Aus dem Besten in mir
für das Beste in dir
für eine neue Welt.

Anstoß und Entstehung

Schon längere Zeit gab es in der Schweiz und im Umkreis des Schönstatt-Zentrums Memhölz Kreise, die sich mit grundlegenden pädagogischen Texten von Pater Kentenich befassten und in denen einige anfingen, diese mit Blickrichtung auf Personalführung und Unternehmenskultur zu lesen. Die Aktualität Pater Kentenichs auch für den Bereich der Wirtschaft, Themen wie Väterlichkeit, Solidarität  und Hirtenprinzip weckten Begeisterung. Gleichzeitig kamen immer wieder Anfragen von aussen, ob es nicht auch etwas von Kentenich für die Wirtschaft gibt, und es entstand der Wunsch: Wir möchten das, was wir für uns entdeckt haben, tiefer verstehen, anwenden und anderen zugänglich machen. Im Kurs Kentenich-Pädagogik suchte ein Ehepaar nach einem Projekt und überlegte, ob aus dem gemeinsamen Sprechen über die Mitarbeiter, dem „Coaching der Führungskraft durch die Ehefrau“, nicht ein Projekt werden könnte. Andere waren bewegt vom missionarischen Aufbruch durch die Konferenz 2014 und der Erkenntnis: Das junge Christentum nutzte die Logistik und die Straßen des römischen Reiches, der stärksten Macht weltweit,  um die Frohe Botschaft bis an die Grenzen der Erde zu tragen. Heute bestimmt die Wirtschaft mit ihrer Logistik und ihren Straßen den Rhythmus der Welt. Könnten wir die Wirtschaft taufen und als globalen Taktgeber und Einflusspräger nutzen? Können wir als Führungkräfte in der Wirtschaft  „Missionare für dieses Jahrhundert“ sein?

Die Wirtschaftskrise 2008/2009 gab dann den endgültigen Impuls zur Gründung der Internationalen Kentenich-Akademie für Führungskräfte im Mai 2009.

Als Ehepaar gemeinsam in der Führungsverantwortung

Während Politik und Wirtschaft um „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“  ringen, werden Familie und Beruf gerade dort, wo ein oder beide Ehepartner in Führungspositionen stehen, als Konkurrenz angesehen; berufliches Engagement nimmt der Familie Zeit und Kraft weg, die eigentlich ihr gehören und von ihr eingefordert werden, während Familie oft genug auch als Bremse beim beruflichen Aufstieg erfahren wird. Im Ansatz der IKAF geht es nicht um eine mühsam zu erringende Vereinbarkeit, sondern einen Paradigmenwechsel: Das Ehepaar sieht sich gemeinsam in der Führungsaufgabe, pflegt einen Austausch auf Augenhöhe, in dem beide die jeweilige Arbeit in Beruf und /oder Familie als gemeinsamen Auftrag und Apostolat sehen.

Ehepaare wie Einzelpersonen, die an der IKAF teilnehmen, erfahren, wie sich dieser Ansatz auch auf die Spannung zwischen Beruf und Freundeskreis, ehrenamtliches Engagement oder Gemeinschaftszugehörigkeit anwenden lässt.

Arbeitsweise: Forschung an der Praxis und am Leben entlang

Die Akademie entsteht im Tun. Die Arbeitsweise orientiert sich am kommunikativen Konzept Pater Kentenichs: aus einer gemeinsamen Grundüberzeugung und Ergriffenheit in der Mitte und konkreten Herzensanliegen der Einzelnen entstehen kreative Kommunikationskreise, in denen Projekte entwickelt und realisiert werden. Der Schwerpunkt der Akademie liegt darin, wie  die Pädagogik Pater Kentenichs  in der Praxis – in Führungsaufgaben im Unternehmen –   umgesetzt werden kann.

Die Arbeitsweise der IKAF setzt am beobachteten realen Leben an: Bei den Tagungen bilden die am ersten Abend gesammelten geglückten Erfahrungen der Teilnehmer und ihre Fragen aus dem realen Alltag in Führungsaufgaben die Kernpunkte des Programms. Ergänzt durch Lesung von Kentenich-Texten und kurze Inputs, die sich aus Schwerpunktfragen ergeben, besteht die Arbeit daraus, die Erfahrungen auf Prinzipien der Pädagogik Pater Kentenichs zurückzustraffen und so über den konkreten Einzelfall hinaus anwendbar zu machen. Fragen werden von allen aus Beobachtung am Leben, Erfahrungen und Prinzipien Pater Kentenichs besprochen und bearbeitet. Aus dem Arbeitsleben für das Arbeitsleben: nach diesem Grundsatz entstehen im Lauf der Zeit Anregungen und Modelle, die Führungsstil und Arbeitskultur prägen; zugleich geht es darum, immer mehr aus Haltungen heraus zu handeln, aus einer neuen Sicht, einem neuen Verstehen, einer neuen Verbundenheit und einem neuen Tun.

Konkrete Projekte

Konkrete Projekte entstehen aus dem Wahrnehmen geöffneter Türen in den konkreten Unternehmenssituationen und dem persönlichen Charisma der einzelnen und der Ehepaare. So wirken Ehepaare aus der IKAF als Referenten zu unterschiedlichen Themen, z.B.: „Beruf und Familie gemeinsam gestalten“ in Akademien und kirchlichen Veranstaltungen; andere setzen Anregungen aus der IKAF um in Gesprächen mit Unternehmern und Personalchefs, bei der Schulung von Führungskräften, in Coaching und Unternehmensberatung, der eigenen Mitarbeiterführung, bei Seminaren für Ehepaare aus der Wirtschaft.

Ein gemeinsames Projekt ist der Jour Fixe für Führungskräfte, bei dem jeweils zu einem Thema Führungskräfte zu Austausch und gegenseitiger Anregung eingeladen sind.

Die Erfahrungen aus den Gesprächen bei den Tagungen der IKAF und dem Austausch sollen festgehalten werden und damit auch anderen zur Verfügung stehen.

Die Gottesmutter hineintragen in die Welt der Wirtschaft

Das Liebesbündnis wächst hinein in die Wirtschaft, wenn Führungskräfte kritische Situationen im Betrieb der Gottesmutter anvertrauen, für ihre Mitarbeiter beten und Beiträge zum Gnadenkapital schenken. Der Schwerpunkt der Akademie liegt darin, wie  die Pädagogik Pater Kentenichs  in der Praxis – in Führungsaufgaben im Unternehmen –   umgesetzt werden kann. Einige haben in ihren Betrieben Büroheiligtümer eingerichtet, die Gottesmutter zur Königin der Firma gekrönt und versuchen, ihr bewusst Wirkmöglichkeiten zu geben, vor allem vom Herzensheiligtum aus.

Bündniskultur im Unternehmen

Bündniskultur im Unternehmen heißt, im Bündnis mit den Mitarbeitern (und nicht ohne oder gegen sie) zu wirken. Durch die Art des Umgangs mit den Mitarbeitern  – durch Väterlichkeit/Mütterlichkeit, das Schaffen einer Atmosphäre des Wachstums, der Freiheit, des persönlichen Interesses  und die Bereitschaft, mit der ganzen Person für die Mitarbeiter einzustehen – entsteht ein Raum der Bündniskultur.

Für die Zukunft wünscht sich die IKAF eine stärkere Vernetzung mit anderen Initiativen im Bereich der Wirtschaft, die Zusammenstellung eines Kentenich-Readers zum Führungsstil und eine tiefere Sicht der Berufung als Unternehmer und Führungskraft in der Wirtschaft.

Information/Kontakt

Melanie und Ulrich Grauert, Ebikon, Schweiz
[email protected]