Organische Umweltpädagogik – Fortbildung für Erzieherinnen, Ungarn

Organische Umweltpädagogik

Das Programm wurde für Kindergarten-Pädagogen im Bildungszentrum „Goldmark Károly” (H-8360 Keszthely, Kossuth u. 28.) veranstaltet. Diese öffentliche Berufsweiterbildung wurde im Rahmen des Projekts „Umwelterziehung” im Jahre 2010 realisiert. Die Entwicklung und Einführung des Programms wurde gemeinsam von der EU und von dem ungarisch-staatlichen Entwicklungsfond „Új Magyarország” gefördert und mit den Lehrbeauftragten der Pannon-Uni durchgeführt. Nach Plan soll das Projekt periodisch angekündigt und als akkreditierte staatliche Weiterbildung laufen.

Die Vorgeschichte des Projekts

Mit Frau Ágota Csengei, Direktorin des Bildungszentrum „Goldmark Károly” und dem Stadttheater in Keszthely haben wir traditionell eine gute Verbindung. Sie hat schon zu mehreren unserer Programme (Schönstatt-Familienakademie, „Maria”, Musical von P.T.Beller) in das Bildungszentrum eingeladen und sie gefördert. Dieses Projekt hat Zoltán Alföldi PhD, Dozent der Pannon Uni und Referent der Schönstatt-Bewegung, ausgearbeitet. Das Teilprogramm: „Organische Umwelt-Pädagogik” nach P. Kentenich wurde von Kalman Csermák PhD zusammengestellt (Mitglied der ungarischen Schönstatt-Bewegungsleitung). Wegen wachsenden Interesses veranstaltet er seit Jahren Vater-Seminar-Sommertagungen mit Texten von P. Kentenich.

Sinn des Projektes

Den heutigen Problemkreis „Umweltschutz” kann man auf die dramatischen Veränderungen in der sozial-seelischen Umgebung des modernen Menschen zurückführen. Eine der wichtigen Aufgaben der Zukunft ist die Entwicklung des neuen Menschen in neuer Gemeinschaft. Die Zukunft braucht solch einen Menschentyp, der innerlich stark, selbständig und frei ist, um verantwortlich zu denken, zu entscheiden und sich durchzusetzen. Dieser Typ ist grundsätzlich anders als der heute allgemein verbreitete Massenmensch. Für die Erziehung eines solchen Menschentyps ist eine neue  Pädagogik nötig. Wir brauchen eine ganzheitlich-organische Pädagogik, die die heutigen außerordentlichen Verhältnisse und die Erfahrungen der Entwicklungspsychologie berücksichtigt.

Wir können über die Umwelt-Pädagogik auch in einem anderen Sinn sprechen, der auf die Formung bzw. Humanisierung der sozialen-seelischen Umwelt abzielt. D.h. die Rede ist hier nicht nur von der Kindererziehung, sondern auch von der Familien-Pädagogik und der Formung der sozialen Umwelt.

Zielgruppe des Projekts sind die Kindergarten-Pädagogen. Sie sind in einer ausgezeichnet guten Lage, weil sie sich lebenslang mit unschuldigen, reinen Kindern beschäftigen, die von ihren Eltern meist noch mit liebreicher Sorge umgeben sind. Diese ständige Beziehung umformt spürbar auch die Kindergärtnerinnen. Die Kindergärten sind Oasen, in deren Atmosphäre auch die Eltern gerne verweilen. Nicht wenige Mütter und Väter wenden sich auch mit ihren persönlichen Sorgen an Kindergärtnerinnen und suchen bei ihnen Rat. Gleichzeitig  verlangen die Pädagogen auch die Beteiligung der Eltern und so organisieren sie gemeinsam allerlei Veranstaltungen mit den und für die Familien.

Pädagogische Methode

Die im Projekt verwendete ganzheitlich-organische Pädagogik stammt von P. Kentenich. Das Projekt behandelt nicht so sehr die theoretische Darstellung seiner Methode und Ergebnisse in Vorträgen, sondern gibt eine praktische Kostprobe aus seiner Schule. Wir verarbeiten mit den Teilnehmern konkrete Vorträge P. Kentenichs aus den Themenbereichen: Vertrauenspädagogik, Bewegungspädagogik, Idealpädagogik und Bindungspädagogik. Dabei verwenden wir die in Schönstatt gut bekannte Methode des Vaterseminars, die wir hier „interaktives Gruppen-Training” nennen.

Interaktiv – weil die aktive Mitarbeit der Teilnehmer verlangt ist: Die neuen Gedanken und Erfahrungen werden mit den früher gemachten verbunden, die sie einander mitteilen

Gruppe –  Es wird  mit einer Gruppe von 15 Personen gearbeitet. Im gruppenweisen Aufarbeiten erschließt sich der Inhalt des Materials umfassender, authentischer,  jeder lernt von jedem.

Training – hier gilt es,  auf das Erlernen und Üben der praktischen pädagogischen Methoden hinzuweisen.

Diese pädagogische Weiterbildung zählt im Bildungszentrum-Keszthely zu einem bahnbrechenden Projekt. Die Initiatoren haben vorher auch nicht gewusst, ob es mit so verschiedenen Leuten gelingen wird, ob sie sie für die Zusammenarbeit gewinnen können.

Am Ende fragten sie  die Gruppe: Wie haben Sie das Programm erlebt? Einige Zitate aus den Antworten:

  • Am Anfang war ich überrascht; es war etwas unerwartet. Ich habe schon an vielen Weiterbildungen teilgenommen, aber so eine habe ich noch nie erlebt. Anfangs war in den Gesichtern Verlegenheit zu sehen, die sich  später auflöste.
  • Wir nahmen hier im Programm  miteinander und mit dem Referenten als Partner teil; die Atmosphäre war gut; man konnte sich öffnen. Es war gut miteinander zu sprechen, sich gut ausreden zu können. Ich habe mich gut gefühlt, man braucht so was im Leben. Es war gut, das Material gemeinsam aufzuarbeiten; wir haben eine gute Gemeinschaft erlebt.
  • Es hat mich in dem gestärkt, was ich auch früher gewusst habe: dass die Liebe und die Bindung grundsätzlich wichtig sind; dass für die Kinder ihre Familienverhältnisse, die Atmosphäre ihres Heimes entscheidend sind; die Konzentration, die pädagogischen Neuigkeiten, der Erfahrungsaustausch, das hat mir gut  gefallen.
  • Vieles ist  mir bewusst geworden, was ich bisher nur fühlte. Das interaktive Training war gut.
  • Damals an der Hochschule habe auch ich Pädagogik studiert, es war aber ziemlich langweilig; das, was  wir hier gemacht haben, hätte ich lieber studiert.
  • Die Texte von P. Kentenich habe ich mehrmals kopiert und versuchte, diese Methode bei meinen Kolleginnen unseres Kindergartens in unseren wöchentlichen Konferenzen  zu verwenden. Es funktionierte auch dort gut, hatte Erfolg, hat meinen Kolleginnen gut gefallen.

Zusammenfassende Erkenntnis:  „Wir haben einen neuen Weg gefunden; Pater Kentenich hat die Herzen gewonnen und eine neue Gemeinschaft geschaffen und mit seiner Pädagogik den Kindergärtnerinnen geholfen.”

Ein neues Weiterbildungsprogramm mit dieser Kentenich-Pädagogik wird z.Z. für Schulpädagogen ausgearbeitet und im  Bildungszentrum-Keszthely angeboten.

Kontakt und Information

Alföldi Zoltán PhD und Csermák Kálmán PhD
Mail:
[email protected]

[email protected]