Pastoral der Hoffnung für Wiederverheiratete Geschiedene – Paraguay

Anliegen und Ziel

Tauferneuerung bei einem Treffen der Pastoral der Hoffnung

Seit 2005 gehört die “Pastoral der Hoffnung” (Pastoral de la Esperanza, PE) für Wiederverheiratete Geschiedene zu den vielfältigen Initiativen der Familienpastoral der Schönstatt-Bewegung in Paraguay – neben Ehevorbereitungskursen, dem Begleitungs-Dienst für Ehen in Krisen, dem Netz der Hausheiligtümer und vielen anderen Projekten, die Antwort sind auf die dringende Bitte Johannes Pauls II: „Rettet unter allen Umständen die Familien!“

Die Pastoral der Hoffnung versteht sich als eine Antwort der Kirche, die angesichts der leidvollen Situation wiederverheirateter Geschiedener nicht gleichgültig bleiben kann, damit sie als Mutter und Erzieherin in diesen neuen Räumen der Pastoral ihre Mission erfüllen kann, alle Getauften zum Heil zu führen.

Anliegen ist, sie aus der Wahrheit, mit Ehrfurcht und menschlicher Wärme aufzunehmen, sie hoffnungsvoll bei ihrem Mühen zu begleiten, die harten Folgen einer Scheidung zu überwinden und die Herausforderung anzunehmen, die Grundlagen ihres neuen Lebens stabil zu legen. Schönstatt möchte ihnen zeigen, dass sie weiterhin geliebte Kinder Gottes sind wie vor dem Scheitern ihrer Ehe, und dass das Leben aus dem Bewusstsein, geliebte Kinder zu sein, ihnen helfen kann, heilende Vergebung zu suchen und zu finden und unerwartete Wege spirituellen Wachstums zu gehen.

Die Anfänge: aus dem Leben, wie sonst?

Primer grupo de la PE con Alianza

Ende 2005 nahmen Víctor und Stella Domínguez aus der Schönstatt-Familienbewegung und zu dieser Zeit Leiter des Sekretariates der Bischofskonferenz Paraguays, an einem CELAM-Treffen in  Cochabamba, Bolivien, teil, bei dem jedes Land etwas zum Thema irregulärer Familiensituationen beitrug.  Mit dem Ohr am Herzen Gottes und der Hand am Pulsschlag der Zeit fragten sie sich: Müssten nicht auch wir aus dem Reichtum unserer Spiritualität etwas tun für diese Kinder unseres liebenden Gottes in solchen Situationen? Später sprachen sie in der Bewegung von dem, was sie tief im Herzen berührt hatte …

Zur genau gleichen Zeit stellten sich am 20. November 2005 Karen und Bernardino Portillo in Tuparendá, Ypacaraí, bei P. Antonio Cosp vor. Beide waren in der Schönstattjugend groß geworden und jetzt von ihren Partnern geschieden und miteinander verheiratet. Sie boten an, für Paare in ähnlicher Situation wie sie etwas zu tun. Von Schönstatt aus. Otilia und Federico Acosta aus der Familienbewegung hatten sie angesprochen …

Wenig später – am 25. November 2005 –  folgte in Asunción ein ausführliches Gespräch mit Pater Antonio Cosp, in dem Karen und Bernardino Portillo ihre Idee darstellten; Pater Cosp war interessiert und schlug ihnen vor, das Thema den Haupt-Verantwortlichen der Bewegung zu vermitteln. Dies geschah in einer Besprechung im Kreis der Verantwortlichen der Bewegung am 29. November 2005;  P. Antonio Cosp, Magdi Cosp, Lourdes Ortiz, Ada Centurión, Sonia und  Eduardo Morales sowie  Karen und Bernardino Portillo nahmen teil. Bei dieser Besprechung wurden die ersten Grundlagen für die Pastoral der Hoffnung, ein Dienst an Wiederverheirateten Geschiedenen, gelegt.

Am 2. Mai 2006 wurde das Projekt dann den Leitern der Familienbewegung und der Zentrale vorgestellt, die das Arbeitsdokument approbierten, die „Gründungsurkunde“ der Pastoral der Hoffnung und zugleich die Grundlage für alle weiteren Initiativen und die Einladungen an Pfarreien und andere Bewegungen. In der gleichen Sitzung wurde auch bekannt gegeben, dass die Familienbewegung einen beachtlichen Beitrag zur Deckung der Kosten dieser Initiative übernimmt.

Am Dienstag, 30. Mai 2006 um 20.30 Uhr fand im „Santuario Joven“ in Asunción das erste Treffen der Pastoral der Hoffnung statt.

Am 2. Januar 2007 nahmen P. Antonio Cosp, Stella und Victor Domínguez sowie  Sonia und Eduardo Morales an einem wichtigen Treffen der Abteilung Familienpastoral der Erzdiözese Asunción teil; sie teilten mit, dass die Schönstattbewegung die Pastoral der Hoffnung begonnen habe als Dienst an den Wiederverheirateten Geschiedenen; sie erhielten nicht nur grünes Licht und Dank für diese Initiative, sondern wurden gebeten, diese in die Pfarreien zu bringen. Angesichts der fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen baten die Leiter der Pastoral der Hoffnung jedoch, dass die Interessierten vorerst an den Offenen Treffen der Bewegung teilnähmen. Die Diözesanstelle bot daraufhin spontan an, die Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen und Plakate, Faltblätter und Pressemeldungen zu verbreiten. Vertreter der Diözesanstellen nahmen an den Treffen der Pastoral der Hoffnung teil, um die Grundlagen und die Methode kennen zu lernen und sich die Themen der Vorträge anzueignen.

Angebote der Pastoral der Hoffnung

Renovación de batusimoDie Schönstatt-Bewegung möchte diesen Brüdern und Schwestern helfen, Wege zu finden, auf denen sie verbunden mit dem Heiland als engagierte Christen in der Kirche leben, ihre Rechte und Pflichten annehmen und an all den Angeboten und Heilsmitteln Anteil nehmen, die die Kirche anbietet, um Heil zu finden und sich neu im Schoss der Kirche zu beheimaten, sollte man von ihr abgerückt sein.

Als kirchliche Bewegung, die sich  der Sendung für die Familie nach dem Bild der Familie von Nazareth verpflichtet weiß, möchte sie in die Tat umsetzen, was Johannes Paul II. in der Enzyklika Familiaris Consortio (Nr. 65)  sagt: „Das pastorale Bemühen der Kirche beschränkt sich nicht nur auf die christlichen Familien in der Nähe, sondern kümmert sich, indem es den eigenen Horizont nach dem Maßstab des Herzens Jesu ausweitet, noch intensiver um alle Familien in ihrer Gesamtheit und vor allem um jene, die sich in einer schwierigen oder irregulären Lage befinden. Ihnen allen schenkt die Kirche ihr Wort der Wahrheit, der Güte, des Verstehens, der Hoffnung, der innigen Verbundenheit in ihren oft beklemmenden Schwierigkeiten; allen bietet sie ihre selbstlose Hilfe an, dass sie dem Ideal der Familie näherkommen, das der Schöpfer „von Anfang an“ gewollt hat und das Christus durch seine erlösende Gnade erneuert hat.“

An jedem ersten Dienstag im Monat findet im “Santuario Joven” in Asunción ein Treffen statt. Die Themen, um die es dabei geht, beziehen sich auf Selbsterkenntnis, Paarbeziehung, Beziehung zu den Kindern, Grundlagen der Ehe- und Familienspiritualität Schönstatts und Kentenich-Pädagogik.

Weiterhin wird jährlich eine Tagung angeboten zur vertieften Begegnung mit Gott, miteinander und mit sich selbst. Dabei besteht auch die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Paaren in gleicher Situation und ihren Erfahrungen in Workshops und Gesprächsrunden.

Die Paare nehmen an einigen Angeboten und apostolischen Initiativen der Schönstatt-Bewegung teil und engagieren sich etwa beim Heiligtumsdienst, bei den Feiern am 18. Oktober, im Berufungskreis und bei  anderen pastoralen Aktivitäten.

Die Pastoral übernimmt keine Mediation oder Konfliktberatung und macht auch keine Paartherapie.

Im spirituellen Bereich sind zentrale Momente der Pastoral der Hoffnung die Geistliche Kommunion, das Gebet und die Begegnung mit dem unendlich barmherzigen Vatergott.

Gebet der Wiederverheirateten Geschiedenen

Herr, du kennst das Herz von jedem einzelnen von uns
und weißt um die Kämpfe, Prüfungen und Verwundungen,
die das Leben vieler Ehepaare geprägt haben,
auch das unsere.
Du weißt um das Scheitern von Liebe.
Nur du kannst ermessen, was in uns an Sünde ist
und was auch an Hochherzigkeit und Treue
und nur du kannst den Weg verstehen, der uns nach dem Scheitern
dahin geführt hat, eine neue Liebe zu entdecken und zu umfangen.
Wir wissen, dass wir dein Erbarmen brauchen:
Wer müsste denn nicht die Hände ausstrecken nach dir?
Und wir glauben, dass diese Liebe, aus der wir heute leben, ein Teil,
und wenn auch vielleicht nur ein ganz kleiner Teil, deiner eigenen Liebe ist.
Wir spüren das Bedürfnis, unseren Glauben mit Brüdern und Schwestern zu teilen.
Du, der du die Bitten der Kananäerin erhört hast,
du, der du bedingungslos liebst und nicht wegschaust.
Du, den wir immer lieben möchten:
Segne uns. Amen.

Gebet zur Geistlichen Kommunion

Ich glaube, Jesus, dass du im Heiligsten Sakrament gegenwärtig bist.
Ich liebe dich über alles und wünsche, dich in meinem Herzen zu empfangen,
und auch, wenn ich es nicht sakramental tun kann,
so komm doch geistlich in mein Herz.
Als hätte ich dich schon empfangen, umarme ich dich und verbinde mich innig mit dir.
Lass nicht zu, Herr, dass ich mich jemals von dir trenne. Amen.

Retiro abierto

Liebesbündnis

Vier Paare, Pioniere der Pastoral der Hoffnung, die sich aus eigener Initiative zu einer Gruppe mit dem Namen „Tembiaporá“ – zu erfüllende Mission – zusammengeschlossen haben, haben sich auf das Liebesbündnis vorbereitet und es im November 2008 feierlich geschlossen. Im Januar 2009 entstand eine zweite Gruppe – Licht auf dem Weg – mit acht Ehepaaren und einem ständigen Diakon, der als interessierter Beobachter dabei ist, um die Methode zu erlernen und sie später in seiner Gemeinde einzubringen.

Aufgaben und Projekte

Die Pastoral der Hoffnung möchte in den nächsten Jahren

  • Das Team durch regelmäßige Schulungen stärken (es geht besonders um die Aussagen von Johannes Paul II. zum Thema und eine Sammlung verschiedener kirchlicher Schreiben; um Bibelstudium und Vertiefung des Wissens um die Eucharistiefeier)

  • Den Kontakt mit der Diözesanstelle des Erzbistums für Familienpastoral vertiefen und deren Arbeit in diesem Bereich kennenlernen, ebenso mit Pfarreien und anderen Bewegungen, die sich hier engagieren.

  • Achtsam und offen sein auf das, was das Leben als Weg in dieser Zeit zeigt, besonders in der Resonanz auf die ersten Unternehmungen, und mehr Paare erreichen.

  • Die Paare im Glauben und in der Hoffnung tragen: ihnen mit Liebe, Ehrfurcht und Herzlichkeit begegnen, so wie Johannes Paul II. es in seinen Schreiben immer wieder sagt.

  • Den Paaren helfen, ihre Rechte, Grenzen und Pflichten in der Kirche anzuerkennen.

  • Treffen, Vorträge und weitere Aktivitäten planen, die den Wiederverheirateten Geschiedenen und ihren Kindern helfen, im Glauben zu wachsen.

  • Mit Glaube, Hoffnung und Liebe an der spirituellen Stärkung der Mitglieder der Pastoral der Hoffnung arbeiten, damit sie verbunden mit Christus der Erlösung entgegen gehen.

Videos (spanisch)

Verantwortliche/Kontakt

Pater  Antonio J. Cosp -Geistlicher Berater

Lourdes y Alberto Bogarín.
Telefon:
0981-972222/0981-410193.
[email protected] / [email protected]

Stella und Victor Domínguez.
Telefon
: 0981-443734/0981-424234.
[email protected]

Karen und Bernardino Portillo.
Telefon:
0981-922287/0981-401061.
[email protected] / [email protected]

Weitere Information (spanisch)