Veröffentlicht am 21. Oktober 2015 In Zweites Jahrhundert des Bündnisses

Drei Fragen … zu Schönstatt im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses (44)

Heute antwortet Claudio Ardissone: Ich bin 45 Jahre alt, seit zwanzig Jahren mit Vicky Ramírez verheiratet; wir haben zwei Kinder, Costanza, 17 Jahre alt, und Camilo, 13 Jahre.

Schönstatt habe ich flüchtig mit 15 Jahren kennengelernt und mich dann der Bewegung mit 19 Jahren angeschlossen, als ich mein Studium begonnen habe. Meine Gruppe der Schönstattjugend heißt „Quelle“, unser Ideal heißt: „Quelle für die anderen“, denn wir entstanden gerade in der Zeit der zweiten Neugründung der Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) in Paraguay; ich schreibe im Präsens, denn bis heute sind wir verbunden und treffen uns regelmäßig.

Ich schloss mein Liebesbündnis und habe in meiner Studentenzeit aktiv in der SMJ  gearbeitet, war Leiter der 1. Leiterschule, Leiter der Josef-Engling-Gruppe der Schüler und später Leiter der SMJ. Es gibt verschiedene Meilensteine, die das Feuer meiner Liebe zur MTA und zum Vater und Gründer geprägt haben. Der erste Meilenstein hat mit der Selbsterziehung zu tun, die mein Temperament tief erzogen hat. Der zweite Höhepunkt war mein Liebesbündnis, das bewirkt hat, dass ich seitdem jeden Tag Maria mein Herz schenke und sie mich bewahrt, segnet und schützt. Der dritte Meilenstein war der Kongress Generation 92 in Buenos Aires; da habe ich nach einer Predigt von Pater José María García die Idee von „sich ganz und gar für ein Ideal einsetzen“ verstanden.

Die Leidenschaft und die Begeisterung der Schönstattjugend ist tief in mich eingedrungen, sodass ich jeden Tag mit Freude lebe. Bis heute bin ich der Bewegung durch unsere Kinder, die schon zur Schönstattjugend gehören, verbunden, durch die befreundeten Patres, die Messen und Besuche des Heiligtums und die Mitarbeit, die wir leisten können.

Ein Jahr sind wir unterwegs im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses – Was ist dein Traum von diesem Schönstatt in seinem Sein, seiner Verortung in Kirche und Welt und seinem Tun?

Ak0IoNvOEmd1FeX94TvBp3VTfxPJWg5Bv9Mnv8xHPqUoIch träume von einem Schönstatt, das uns motiviert, mit dem Bewusstsein von Werktagsheiligen zu leben, das uns tief die Liebe zur Familie vermittelt, das uns jeden Tag die Messe leben lässt und uns immer an unser verantwortliches Elternsein erinnert.

Ein Schönstatt, das unsere Jugendlichen tiefgreifend in den moralischen und ethischen Werten erzieht, damit sie die Relativität der Dinge in den verschiedenen Momenten des Alltags nicht akzeptieren. Ich wünsche mir ein Schönstatt, das sich für diejenigen einsetzt, die Liebe, Gegenwart und Trost der Gottesmutter am meisten brauchen. Dass der Geist P. Kentenichs im täglichen Handeln der Schönstätter gegenwärtig ist und es durchdringt.

Was müssen wir hinter uns lassen oder vermeiden, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Wir müssen die „serienmäßige“ Erziehung von Leuten unterlassen, die sich Schönstatt anschließen, weil es „in Mode“ oder „cool“ ist.

Ich glaube, die Erfüllung dieses Traumes schließt ein, dass die Gruppen der Jugend, die Familien, die Pilger usw. eine gute Grundausbildung erhalten über die Spiritualität Schönstatts und den Kern des Denkens Pater Kentenichs. Und darüber hinaus eine gründliche Bildung in Liturgie und ihrer Bedeutung.

Schönstatt muss sich als eine starke Marke verkaufen, die Engagement, Werte, Apostolat, Hochherzigkeit und Ganzeinsatz einschließt.

Welchen konkreten Schritt müssen wir jetzt tun, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Ein Bildungsprogramm für die Jugend, so wie es für die Familienbewegung (in Paraguay), für Bünde und Institute etabliert ist.

Über die Jugendlichen wachen, damit sie eine gute Bildung zur Erstkommunion und Firmung erhalten.

Die Art und Weise und die Menge der Verpflichtungen überprüfen, die verlangt werden, vor allem bei den Familien, denn oft beschäftigen sich die Eltern mehr mit der Bewegung als mit ihren eigenen Familien.

Und noch etwas: Es müsste doch möglich sein, Familiengruppen konkret für Paare zu bilden, wo beide in der Jugend waren, damit diese nicht nach der Heirat in Schönstatt wieder bei Adam und Eva anfangen müssen – denn das bewirkt oft, dass diese jungen Paare das Weite suchen …

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer/schoenstatt.org

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