Veröffentlicht am 26. August 2015 In Zweites Jahrhundert des Bündnisses

Drei Fragen … zu Schönstatt im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses (35)

Heute antwortet Carlos E. Barrio Lipperheide: Er ist Rechtanwalt, der seinen Hochschulabschluss an der‚ Universidad Nacional de Buenos Aires‘ [UBA, National-Universität Buenos Aires] gemacht und sich auf Wirtschafts- und Finanzrecht spezialisiert hat. Er studierte Tarifrecht in Argentinien und Harvard, Mediation an der juristischen Fakultät der UBA, und ontologisches Coaching am Institut für übergreifende Studien. Er ist Programmdirektor für Coaching für INICIA, einer gemeinnützigen Organisation, die sich dafür engagiert, für Schulung von neuen Unternehmern zu sorgen. Er hat das Buch geschrieben ‚Vivir la empresa en forma orgánica‘ [Ein Unternehmen in organischer Weise leben], das Josef Kentenichs Weltsicht im Wirtschaftsleben anzuwenden sucht. Er schrieb auch die Bücher: ‚ El Rosario del trabajo y la vida ‘ [Der Rosenkranz von Arbeit und Leben] (mit dem Vorwort von Pater José María García), und ‚Trabajar orando‘ [Arbeit als Gebet]. Darüber hinaus ist er Autor mehrerer Artikel auf schoenstatt.org über die Anwendung der Kentenich-Pädagogik in der Wirtschaft. Er ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Er gehört zum Schönstätter Familienwerk, und er koordiniert die argentinische Abteilung des Centro Iberoamericano de Empresarios y Ejecutivos de Schoenstatt [Ibero-Amerikanisches Zentrum für Schönstätter Unternehmer und Führungskräfte] CIEES

Ein halbes Jahr sind wir unterwegs im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses – Was ist Ihr Traum von diesem Schönstatt in seinem Sein, seiner Verortung in Kirche und Welt und seinem Tun?

Ich träume von einem Schönstatt, das mitwirkt, seine eigene Originalität in die heutige Welt und Kirche einzubringen. Mehr wir selbst zu sein in der Kirche und in der Welt.

Ich träume von einem Schönstatt, das sich selbst erneuert und sich nicht scheut, all den Linien zu folgen, die unser Vater und Gründer skizziert hat mit all den Neuheiten, die sie beinhalten.

Ich träume davon, dass wir Leuchtturm sind, unser Licht wie unser Gründer, Pater Josef Kentenich, mutig ausstrahlen und die entstehenden Risiken in Kauf nehmen.

Was müssen wir hinter uns lassen oder vermeiden, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

  • „Mechanistisch“ zu sein. Das ist ein dauerndes Risiko; die Welt und wir fallen leicht darauf herein wegen der Art, wie wir die Dinge sehen und leben.
  • Eine Lebensweise, in der man lebt, ohne zu leben.

Welchen konkreten Schritt müssen wir jetzt tun, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

  • Die drei Gnaden des Heiligtums zutiefst leben: 1.) Beheimatung (als eine Zentripetalkraft), d.h., als eine Gnade, die uns zum Heiligtum bringt, zum Vater durch Maria. Sie bringt uns zu unserem Herzensheiligtum, zu unserem Hausheiligtum und zu unserem Arbeitsheiligtum. Da fühlen wir uns wie auf dem Berg Tabor. Wir sollten von unserem Heiligtum her leben, wir sollten uns geschützt fühlen, zu Hause. 2.) Von dort aus sollten wir weiches Wachs sein in Mariens und des Vaters Händen, um gewandelt zu werden, und 3.) wenn wir wirklich verwandelt sind, werden wir in die Welt gehen um unser Charisma zu übermitteln (Zentrifugalkraft). Wir sollten aus der Dynamik dieser drei Gnaden leben: zentripetal – hingezogen, umgewandelt und zentrifugal – ausgesandt.
  • Wir sollten auch zutiefst an unserem Charisma arbeiten. Wir müssen Papst Franziskus unsere eigene Originalität anbieten. In diesem Sinn müssen wir die päpstlichen Dokumente im Kentenich-Code lesen, und z.B. uns fragen, was können wir als Schönstattbewegung beitragen zum Schreiben „Evangelii Gaudium“ [Die Freude des Evangeliums] und „Laudato si”? Es geht nicht nur darum, die Werte und Grundsätze anzunehmen, sondern sie auch in unserer eigenen Originalität wiederzugeben. Wir sollten sie nicht nur studieren und annehmen wie jeder andere gute Katholik. Wir sollten auch unsere eigenen Beiträge machen und die Dinge aus unserer Weltsicht betonen, denn wenn wir das nicht tun, laufen wir Gefahr, als vermasste Menschen „mechanistische“ Katholiken zu sein und nicht organische. Das bringt uns zu der Frage: Was ist von Natur aus unser eigen? Was ist unsere Sendung? Was ist unser origineller Beitrag? Und daran sollten wir arbeiten, um unsere eigenen Beiträge zu erbringen.

Foto Carlos

Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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