Veröffentlicht am 9. Juni 2015 In Zweites Jahrhundert des Bündnisses

Drei Fragen… zu Schönstatt im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses (15)

Einen herzlichen Gruß allen vom Heiligtum von Tupãrenda in Paraguay. Ich bin P. Oscar Iván Saldívar, Schönstatt-Pater aus Paraguay und wurde am 9. November 2013 in der im Bau befindlichen Kirche Maria von der Dreifaltigkeit in Tupãrenda (Ypacaraí-Paraguay) zum Priester geweiht. Die Apostolische Schönstatt-Bewegung habe ich in Tupãrenda kennengelernt, am 18. Oktober 2000. Meine ersten Erfahrungen mit Schönstatt haben mir geholfen, die Väterlichkeit und Barmherzigkeit Gottes zu spüren. Darum habe ich mich im Liebesbündnis mit Maria – mein Bündnis mit ihr habe ich am 16. September 2001 geschlossen – zum Priestertum entschieden mit dem Wunsch, diese Barmherzigkeit Gottes, des Vaters, zu bezeugen. Mit diesem Wunsch verbunden ist auch der, Vater in der und für die Schönstattfamilie zu sein. Meine ersten Erfahrungen als Priester machte ich in der Pfarrei Ñandejara Guazu (Unser Großer Herr in Guaraní) in der Stadt Piribebuy. Seit Januar diesen Jahres lebe und arbeite in beim Heiligtum von Tupãrenda (Wohnung Gottes in Guaraní). Meine Hauptaufgabe ist die priesterliche Begleitung der Schönstatt-Mannesjugend der Diözese San Lorenzo (die kürzlich ihren 5. Jahrestag der Gründung gefeiert hat), für mich eine große Freude und Herausforderung.

Ein halbes Jahr sind wir unterwegs im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses – Was ist Ihr Traum von diesem Schönstatt in seinem Sein, seiner Verortung in Kirche und Welt und seinem Tun?

Ich träume von einem Schönstatt, das im kirchlichen wie gesellschaftlichen Leben jedes Landes, in dem wir als Schönstattfamilie wirken, sehr stark präsent ist. Ein Schönstatt, das offen ist für den Dienst an der Kirche; ein Schönstatt, das ohne Angst und Arroganz sein spirituelles Leben teilt; ein Schönstatt, das Mut hat, sich ins Leben der Diözesankirche hineinzugeben und das den Mut hat, von anderen kirchlichen Erfahrungen zu lernen. Ein Schönstatt, das das Liebesbündnis mit Maria als Weg der Christusnachfolge anzubieten versteht, als einen Weg, auf dem wir mehr Christen und ja, mehr Christus werden.

Was müssen wir hinter uns lassen oder vermeiden, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Vielleicht müssen wir etwas sehr Konkretes vermeiden… Vermeiden so zu tun, als wüssten wir alles… Vermeiden, so zu tun, als hätten wir auf alles eine Antwort… Es geht absolut nicht darum, dadurch unser Charisma nicht anzuerkennen, sondern im Gegenteil, es voll und ganz anzunehmen. Sowohl das Liebesbündnis wie unser praktischer Vorsehungsglaube öffnen uns mit Vertrauen den Wirklichkeiten in Kirche und Welt. Teil unseres Charismas ist die Aufmerksamkeit für die Stimmen Gottes in den Zeichen der Zeit, und der Mut, das aufzunehmen, was wir als Stimme Gottes für uns verstehen.

Denken, Leben und Spiritualität von Pater Kentenich schenken uns zwei grundlegende Kategorien, um diese Wirklichkeit aufzunehmen: die theologische und spirituelle Kategorie des Bündnisses und die philosophisch-pädagogische Kategorie des organischen Denkens. Beide Kategorien helfen uns, Wirklichkeiten zu verbinden und sie in einem harmonischen Ganzen zu sehen.

Welchen konkreten Schritt müssen wir jetzt tun, damit dieser Traum Wirklichkeit wird?

Ich denke, wir sollten mehr Mut haben, vor Ort in den verschiedenen kirchlichen Realitäten präsent zu sein. Präsent sein heißt, auch dort zu sein, wo nicht wir koordinieren und Initiativen leiten. In Gemeinschaft mit anderen dienen, andere kennen und uns von anderen kennenlernen lassen – Kultur der Begegnung!

Ein weiterer konkreter Schritt – der vielleicht schon getan ist, wenn die Echos des Jubiläums 2014 stimmen: Unsere Spiritualität in einer einfacheren, zugänglicheren Sprache anbieten, ohne dass dadurch Tiefe und Originalität verloren gehen. Mut haben, das Liebesbündnis mit Maria als Gabe anzubieten.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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