Veröffentlicht am 6. Januar 2018 In Leben im Bündnis

Wenn die anderen Karneval feiern

DEUTSCHLAND, Pfr. Christoph Scholten und Maria Fischer •

Wenn die anderen Karneval feiern, feiern sie die Gegenwart des Herrn im Eucharistischen Sakrament: Priester und Diakone aus ganz Deutschland, die vom Karnevalssonntag bis Veilchendienstag (also vom 11. – 13. Februar 2018) nach Schönstatt kommen, um IHN anzubeten. Wo alles laut und manchmal auch etwas schrill, fröhlich und ausgelassen und manchmal auch etwas grell ist, da suchen sie eine Freude, die leise ist und mehr innen lebt. Eine ganze Nacht mit Jesus, eine Nacht mit dem Zauber der Vigilnächte der Weltjugendtage, eine Nacht der Begegnung, der Zwiesprache, eine Nacht wie jene der Apostel, die den Herrn baten: Lehre uns beten, und die erfuhren: ER ist unser Gebet.

Drei Priester stehen hinter der Initiative und laden Priester und Diakone dazu ein: Pfarrer Gerold Reinbott (Schönstatt-Institut Diözesanpriester), Pfarrer Hans Doncks (Schönstatt-Priesterliga) und Pfr. Christoph Scholten aus dem Schönstatt-Priesterbund, in dessen Gemeinde in Kranenburg am Niederrhein im letzten Jahr die einzigen Misiones Deutschlands stattgefunden haben.

Die Anbetungstage im Priester- und Gästehaus Marienau liegen Pfarrer Scholten am Herzen, weil sie eine gemeinsame Initiative von drei Schönstatt-Priestergemeinschaften sind, zu der alle Priester, Priesteramtskandidaten und Diakone eingeladen sind.

„Zum anderen wird die Eucharistische Anbetung durch Impulse bereichert“, so Pfarrer Scholten, „die jeweils ein Referent hält. aus Schönstatt oder darüber hinaus, z.B. in der Vergangenheit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) oder die 2009 verstorbene Ordensfrau Isa Vermehren RSJC. Im vergangenen Jahr referierte Pfarrer Kurt Faulhaber (Heidelberg) über die „Pastoral am Puls“, in diesem Jahr, vom 11. bis 13. Februar, lautet das Thema ‚Der Heilige Geist schenkt neue Charismen für die Vitalität der Kirche‘.“

„Ich träume von einer missionarischen Entscheidung…“

Pater Heinrich Walter vom Säkularinstitut Schönstatt-Patres, Referent der Anbetungstage 2018, zitiert in der Vorankündigung zu seinen Referaten u.a. das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus: „Ich träume von einer missionarischen Entscheidung, die fähig ist, alles zu verwandeln, damit die Gewohnheiten, die Stile, die Zeitpläne, der Sprachgebrauch und jede kirchliche Struktur ein Kanal werden, der mehr der Evangelisierung der heutigen Welt dient als der Selbstbewahrung“ (EG 27).

Pater Heinrich Walter verweist auf Pater Josef Kentenichs Überzeugung: „Das erste (Mittel der Zeitanalyse) besteht in der sorgfältigen und stetigen Anwendung der von uns bevorzugten Betrachtungsmethode: im Nachprüfen und Nachkosten, im Vorprüfen und Vorkosten der göttlichen Erbarmungen und der persönlichen Erbärmlichkei-ten in unserem Leben. Wem solche Durchsichtigmachung des Göttlichen in der kleinen persönlichen Lebensgeschichte zur zweiten Natur geworden ist, dem fällt es nicht schwer, auch das gesamte Zeitgeschehen in ähnlicher Perspektive zu sehen und zu deuten“ (Kentenich, Brief 9.12.1953).

Weil es seine Freude ist, bei den Menschen zu sein

Wir fragen Pfarrer Scholten, wie die Anbetungstage gestaltet sind und was eigentlich die Eucharistische Anbetung, die gerade auch von Jugendlichen wieder neu entdeckt wird, so besonders macht.

„Herzstück der Anbetungstage ist natürlich die Eucharistische Nachtanbetung, die am Rosenmontag um 20.00 Uhr beginnt und am Fastnachtsdienstag mit der Hl. Messe um 7.30 Uhr endet“, erklärt er.

„Neben dem bekannten Wort des heiligen Pfarrers von Ars, ‚Er schaut mich an und ich schaue ihn an‘ finde ich in folgendem Text, den unser damaliger Papst Benedikt XVI. für seinen Deutschlandbesuch im September 2006 verfasst hat, am Schönsten zum Ausdruck gebracht, worum es bei der Eucharistischen Anbetung geht: ‚Eine wesentliche Weise des Mitseins mit dem Herrn ist die eucharistische Anbetung. (…) Der Herr erzählt uns in einem seiner Gleichnisse von dem im Acker verborgenen Schatz. Wer ihn gefunden hat, so sagt er uns, verkauft alles, um den Acker erwerben zu können, weil der versteckte Schatz alle anderen Werte übertrifft. Der verborgene Schatz, das Gut über alle Güter, ist das Reich Gottes – ist er selbst, das Reich in Person. In der heiligen Hostie ist er da, der wahre Schatz, für uns immer zugänglich. Im Anbeten dieser seiner Gegenwart lernen wir erst, ihn recht zu empfangen – lernen wir das Kommunizieren, lernen wir die Feier der Eucharistie von innen her. Ich darf dazu ein schönes Wort von Edith Stein, der heiligen Mitpatronin Europas, zitieren, die in einem Brief geschrieben hat: »Der Herr ist im Tabernakel gegenwärtig mit Gottheit und Menschheit. Er ist da, nicht Seinetwegen, sondern unseretwegen: weil es Seine Freude ist, bei den Menschen zu sein. Und weil Er weiß, dass wir, wie wir nun einmal sind, Seine persönliche Nähe brauchen. Die Konsequenz ist für jeden natürlich Denkenden und Fühlenden, dass er sich hingezogen fühlt und dort ist, sooft und solange er darf« (Gesammelte Werke VII, 136f). Lieben wir es, beim Herrn zu sein. Da können wir alles mit ihm bereden. Unsere Fragen, unsere Sorgen, unsere Ängste. Unsere Freuden. Unsere Dankbarkeit, unsere Enttäuschungen, unsere Bitten und Hoffnungen. Da können wir es ihm auch immer wieder sagen: Herr, sende Arbeiter in deine Ernte. Hilf mir, ein guter Arbeiter in deinem Weinberg zu sein.“[1]

Wann, wo, wie

Tagungsort ist das Priester- und Gästehaus Marienau, Höhrer Straße 86, 56179 Vallendar-Schönstatt. Wer sich anmelden möchte, wende sich bitte direkt an das Priester- und Gästehaus, Telefon 0261-962620, Telefax 0261-96262581, E-Mail: [email protected].

Weitere Ansprechpartner sind Pfarrer Hans Doncks, Heimbach, Pfarrer Gerold Reinbott, Mainz-Laubenheim und Pfarrer Christoph Scholten, Kranenburg.

Beginn ist am Karnevalssonntag, 11. Februar 2018 um 18.00 Uhr mit dem Abendessen und einem ersten Referat von Pater Heinrich Walter, an Rosenmontag folgen die Hl. Messe, zwei weitere Referate, Zeiten der Stille, Beichtgelegenheit und um 20.00 Uhr die Nachtanbetung, die am Fastnachtsdienstag beendet wird. Nach der Hl. Messe, einer abschließenden Gesprächsrunde und einem Besuch am Grab von Pater Josef Kentenich enden die Anbetungstage mit dem Mittagessen.

Wer Priester, Diakon oder Theologiestudent ist und während die anderen Karneval feiern diese ganz besondere Zeit von Stille und Christusbegegnung sucht, ist herzlich eingeladen – und wer jemanden kennt, der genau so etwas brauchen kann, sollte diese Einladung einfach weitersagen und weitergeben.

Flyer Anbetungstage 11. – 13.02.2018 in der Marienau, Einladung der schönstättischen Diözesanpriestergemeinschaften

[1] Ansprache von Papst Benedikt XVI. in der Marianischen Vesper mit den Ordensleuten und Seminaristen Bayerns am 11.09.2006 in der Basilika der Hl. Anna, Altötting, im Rahmen seines Deutschlandbesuches 2006.

Foto: Cathopic

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