Veröffentlicht am 3. Oktober 2017 In Leben im Bündnis

Das Liebesbündnis im Härtetest

PARAGUAY, Sebastian und Concepción Martin •

Die Schönstattfamilie von Ayolas, eine Stadt im Departamento Misiones in Paraguay, hat auf ihrem Weg im Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt einen Tag großer Freude und Fruchtbarkeit erlebt. Am 2. September war eine doppelte Feier unter der Leitung des Bewegungsleiters Schönstatts in Paraguay, P. Tommy Nin Mitchell zusammen mit Pfarrer  Esteban Chaparro von Ayolas.

Starkes Wachstum

In der vor erst zweieinhalb Jahren gegründeten Familienbewegung von Ayolas gibt es bereits drei Gruppen mit insgesamt 30 Ehepaaren. Die erste Gruppe, Corazones Misioneros de la Barca (Missionarische Herzen des Bootes), besteht aus acht Ehepaaren, die bereits ihr Liebesbündnis geschlossen haben; die zweite Gruppe, Bienaventurados, Si Vis Mater (Gesegnete im Ja der Gottesmutter), mit neun Ehepaaren, haben den Schritt der Gruppenbildung gemacht, und die jüngste Gruppe mit 13 Ehepaaren bereiten sich auf die Aufnahme in die Familienbewegung vor.

Voll der Freude, die aus dem Herzen von Verbündeten der Gottesmutter fließt, leben diese Ehepaare schon ihr Liebesbündnis mit Maria.

Reality Check

Kurz vor dem Termin ihres Liebesbündnisses verlor eines er jungen Ehepaare bei einem Unfall ein Kind. Ihre „Lebensgemeinschaft“, wie sie ihre Gruppe nennen, hat sie vom ersten Moment an begleitet und nicht eine Minute allein gelassen. Das ist in der ganzen Schönstattfamilie tief eingegangen: Seht, wie sie einander lieben. Das Ehepaar wurde gefragt, ob sie in dieser Situation bereit seien, ihr Liebesbündnis mit Maria zu schließen, nachdem sie durch dieses unsagbare Leid gingen. Und sie haben nicht eine Minute gezögert: Ja. Gerade jetzt. Ja. „Jetzt mehr als je zuvor, weil wie sehen, wie unsere Mutter Maria uns in diesem Leid begleitet, wir können gar nicht anders als das Liebesbündnis schließen, das wir im Herzen schon vor langer Zeit geschlossen haben; wir verstehen nicht, was unser Herr mit all dem will, aber wir möchten uns jetzt mit ihr verbinden und verbünden, denn sie hat unsere Herzen erobert…“

Pater Kentenich verstand das Konzentrationslager Dachau mit all seiner menschenverachtenden Grausamkeit als Härtetest, als Reality Check, wie wir heute sagen, für das Liebesbündnis. An diesem Ort berührte das Liebesbündnis die extremsten Wirklichkeiten des Lebens – tödliche Krankheit, Tod, Hunger, Unrecht, Verlassenheit, Rechtlosigkeit, Lieblosigkeit, Heimatlosigkeit, Verlust der Freiheit. Nachdem es hier seine Alltagstauglichkeit beweisen hatte, sah Pater Kentenich die Stunde gekommen, es in aller Welt zu verbreiten und das mit einer Überzeugung, die nichts und niemand hinterfragen konnte, auch nicht das Exil, die Verfolgung um der Gerechtigkeit und Wahrheit und der Mission des Lebens willen. Und irgendwie scheint es so, dass jeder Schönstätter, jede Gemeinschaft, jedes Projekt der Bündniskultur diesen Moment erleben muss, in dem herunter geht vom Tabor, herunter aus der Wolke und hinein in den Alltagstest, hinein in den Reality Check eines persönlichen oder gemeinschaftlichen Dachau und Milwaukee… und so ist es auch in Ayolas.

Das außergewöhnliche Zeugnis dieses Ehepaares hat die ganze Gemeinschaft tief bewegt.

Darüber hinaus

Die Mitglieder der Familienbewegung denken schon darüber nach, welche anderen Ehepaare sie nächstes Jahr einladen wollen, und überlegen die Gründung der Schönstattjugend.

Die asugetreuten Saatkörner des großen Sämanns bringen reiche Frucht in dieser Stadt, die so bekannt ist durch das in Zusammenarbeit mit Argentinien gebaute Wasserkraftwerk Yacyretá, das gut ein Viertel des argentinischen Stromverbrauchs abdeckt.

Original: Spanisch, 13. 09. 2017. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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