Veröffentlicht am 16. Juli 2017 In Leben im Bündnis

Ein klares Ja zu Gott: Überreichung des Sionsgewandes

PARAGUAY, Julio Giménez •

Dieser ruhige Sonntagnachmittag im Winter, der so ganz ruhig nun doch nicht sein will, selbst wenn es nicht mal Fußball im Fernsehen gibt, gibt uns die Möglichkeit, in unsere spirituelle Tiefe vorzustoßen und die Erlebnisse des gestrigen Tages, des 8. Juli 2017, bei der Überreichung des Sionsgewandes in Tupãrenda an die Novizen der Schönstatt-Patres aus allen Teilen Amerikas, aus Portugal, Deutschland und Ungarn nachzukosten.

Natur und gutes Wetter, eine Sonne, die nicht verbrennt, sondern streichelt; das Grün der auch im Winter noch üppigen Vegetation, bewegt von der sanften, frischen Brise, die Seele und Herz erfrischt. Das war das Szenarium, mit dem die Natur uns für diesen ganz besonderen Moment des Heiligen Geistes empfing.

Zum Auftakt der Klang dieser wunderbaren und zugleich einfachen Musik, die  uns, inspiriert vom heiligen Josef, mit dem Zauber von Text und Klang umfing und zu unserer Freude  die Person dieses bescheidenen, schlichten Heiligen zeigt, „Wächter des Lichts“, wie es in einer Textzeile hieß, dieses Lichtes,  das Jesus Christus ist.

Die Musik eines Chores, der aus einem Zauberland gefallen zu sein scheint, begleitet von einer großartigen Instrumentalgruppe holt uns weg von der Oberfläche und führt uns in spirituelle Höhen, in einer stürmischen Verbindung von Pilgern, Angehörigen, Priestern, Ordensschwestern und natürlich den Novizen. Letztere zogen in die Kirche ein mit Gesichtern, auf denen sich die volle Freude darüber, diesen radikalen Schritt für sich selbst, die Kirche und die Welt spiegelte.

Hier hört man die Stimme des Herrn

Viele Gemeinplätze könnte man jetzt in Blick auf dieses große Ereignis aneinanderreihen, aber ich möchte es nicht mit irgendwie abgedroschenen Worten tun, sondern mit den eher unüblichen der Antiphon: „Hier hört man die Stimme des Herrn.“  In der Tat, hier hörte man die Stimme des Herrn, im Schlagen der 21 Herzen, die sich Gott weihten.  Dieser Herzschlag steckte an und schien sich zu erweitern und zu vertiefen mit dem Läutern der Glocken von Tupãrenda, die sich mit Chor und Instrumentalgruppe verbanden, als seien sie für diesen einen Moment zusammengefügt worden. Es war, als würde Gott noch einmal rufen: “Samuel, Samuel” , und wir sahen, die diese 21 kleinen Samuels antworteten: Ja,  Herr! Ja, Herr!

Dann Musik, die noch tiefer in unsere Seelen hineingriff, als der Chor „Öffnet die Türen für Christus, habt keine Angst“ anstimmte und uns so an  den Hl. Johannes Paul II. und an Benedikt XVI. erinnerte.  Dann die schöne Predigt von Pater Juan Pablo Catoggio, dem Generaloberen der Schönstatt-Patres, als er sich an jeden einzelnen der Novizen wandte und ihnen etwa sagte: „Die Sache ist ganz einfach und zugleich herausfordernd: Du hast Gott gfallen und daher ist die Verpflichtung noch stärker.“

Ansprache von P. Juan Pablo Catoggio (mp3) – spanisch

21 junge Menschen, die alles für alles lassen

Novizen aus allen Gegenden, und darunter nicht weniger als 5 junge Männer aus verschiedenen Orten Paraguays, einschließlich des Landesinneren, aus Familien des tiefen Paraguay, einer davon nannte sich sogar „Botschafter“ von Quyquyho, einer kleinen Stadt, die unserer Familie sehr viel bedeutet, was meine Frau Cristina besonders berührte; in einem Moment sah ich, wie ihr ein paar Tränen die Wangen herunterkullerten vor lauter Freude und Ergriffenheit, und weil auch in nicht aus Eis bin, “cheve avei chemo pirimba” (hatte   auch ich Gänsehaut).

Als Antwort auf die Fürbitten beteten wir: ÑANDE JARA ORE RENDU (Gott, höre uns), und ich bin fest überzeugt, dass Gott uns gehört hat, besonders, als wir für die 21 Novizen beteten, die sich für den langen Prozess der Vorbereitung und immer tieferen Überzeugung von dem Weg, den Gott und die Gottesmutter ihnen bieten.

Schließlich können wir überlegen, was passiert sein mag, dass diese Jugendlichen alles hinter sich lassen, was die Welt ihnen anbietet?   Sie haben alles verlassen und greifen zugleich nach allem, nach dem Größten, dem Höchsten, nach dem, was unbezahlbar und näher bei Gott ist.

Einer von ihnen hat Raumfahrt-Ingenieurwissenschaften studiert, sich der Studium der Wunderwelt des Universums gewidmet, und nun taucht er in seinem Studium ein in die Wunderwelt Gottes, eine Unendlichkeit, die nicht einmal mit den Weiten des Kosmos verglichen werden kann.

Was für ein Tag voller tiefer Spiritualität und unglaublicher Freude, wie nur Gott es schenken kann.

Fotos: Johana Goodacre, Seba Denis, Schoenstatt Movement Austin (Facebook)

 

Danke an Sonia Zaracho und Sandra Lezcano für die Übersetzung der Zeilen aus dem Guarani.Original: Spanisch, Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org


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