Veröffentlicht am 12. Juni 2017 In Leben im Bündnis

Der rote Stein der Frömmigkeit: „Vergesst das Gebet nicht und baut nicht auf eigene Kräfte“

ROMA BELMONTE, Bettina Betzner und Maria Fischer •

An Pfingsten wurde in Schönstatt das Goldene Jubiläum des Heiligtums des Schönstatt-Frauenbundes gefeiert. Dieses Heiligtum wurde an Pfingsten vor 50 Jahren von Pater Josef Kentenich selbst eingeweiht.

Mit dabei war die Vater-Heilig-Geist-Plakette vom Bildstock in Belmonte, der bis heute am Eingang des Geländes an den einfachen Bildstock erinnert, der am 8. Dezember 1965 von P. Josef Kentenich als „symbolischer Grundstein“ für das zukünftige Internationale Heiligtum in Rom gesegnet wurde. Diese Plakette zeigt das Symbol des Heiligen Geistes zusammen mit dem Gottvater-Symbol.

Bereits eine Woche vorher brachten die Führerinnen des Frauenbundes der Region Süd bei ihrer Tagung in Stuttgart-Freiberg einen fehlenden roten Stein auf der Plakette an. Die sieben roten Steine, die das Symbol des Heiligen Geistes umgeben, stehen für die sieben Gaben des Heiligen Geistes; der fehlende und jetzt neu angebrachte kleine rote Stein symbolisiert die Gabe der Frömmigkeit.

Herzensanliegen

Die Gabe der Frömmigkeit weist auf unsere enge Verbundenheit mit Gott hin, der dem Leben einen Sinn einstiftet und uns in schwierigen Situationen beisteht. Diese Bindung an Gott darf jedoch nicht als etwas Erzwungenes verstanden werden, sondern muss von Innen her kommen. Es handelt sich also im wahrsten Sinne des Wortes um ein Herzensanliegen – und das kann man sich weder vornehmen noch antrainieren, sondern nur als Gabe des Geistes empfangen.

Papst Franziskus meint dazu:

„Wenn die Gabe der Frömmigkeit uns in der Beziehung und in der Gemeinschaft mit Gott wachsen und uns als seine Kinder leben lässt, so hilft sie uns gleichzeitig, diese Liebe auch den anderen zuzuwenden und sie als Brüder zu erkennen. Dann sind wir wirklich bewegt von Frömmigkeit – nicht von Frömmelei! – gegenüber unseren Mitmenschen und jenen, denen wir täglich begegnen. Warum sage ich: »nicht von Frömmelei«? Weil einige meinen, Frömmigkeit bedeute, die Augen zu schließen, ein Gesicht aufzusetzen wie auf einem Heiligenbild, so zu tun als sei man wie ein Heiliger. Auf Piemontesisch sagen wir: »fare la mugna quacia« [sich scheinheilig geben]. Das ist nicht die Gabe der Frömmigkeit.“ (Generalaudienz vom 4. Juni 2014)

Die Gabe der Frömmigkeit hat viel zu tun mit dem, was Pater Kentenich mit „Sympathie für Gott“ beschreibt, als „eine geheime positive Voreingestelltheit für Gott“ (Kentenich-Reader III, SA. 353).

Für die Kirche

Bettina Betzner schreibt: „Es war ein sehr erhebender Moment, als wir den Stein der Frömmigkeit an der Plakette anbrachten, so als wäre es ein Fingerzeig vom Heiligen Geist, dass er uns sagen möchte: ‚Vergesst das Gebet nicht und baut nicht auf eigene Kräfte, sondern wendet Euch, in all eurer Not und Hilflosigkeit, an den Dreifaltigen Gott, an mich, an den Geist Gottes.‘ … Möge das Zentrum für unsere Gliederungen, im Sinne unseres Vaters, immer mehr zu seinem und zu unserem gemeinsamen Herzensanliegen für die Kirche werden.“

Die Plakette und auch das nun in neuem Glanz erstrahlende Heilig-Geist-Symbol des Heiligtums in Belmonte waren dann bei der pfingstlichen Feier in Schönstatt dabei. Die  Beziehung als Gemeinschaft des Schönstatt-Frauenbundes nach Belmonte ist durch vielen Rom-Wallfahrten zum Bildstock über mehrere Jahrzehnte und mit vielen Bundesgenerationen, geprägt. Der große Wunsch: „Möge das Zentrum für unsere Gliederungen, im Sinne unseres Vaters, immer mehr zu seinem und zu unserem gemeinsamen Herzensanliegen für die Kirche werden.“

Schon in dieser Woche bringt eine Vertreterin des Schönstatt-Frauenbundes die Vater-Heilig-Geist-Plakette des Bildstocks zurück nach Belmonte. Das Heilig-Geist-Symbol des Heiligtums wandert derzeit in der Gemeinschaft des Schönstatt-Frauenbundes und befindet sich in diesen Tagen in Österreich.

 

www.roma-belmonte.info

Videogruß aus Belmonte, 8. Juni 2017

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