Veröffentlicht am 19. Juli 2015 In Leben im Bündnis, Zweites Jahrhundert des Bündnisses

Drei Fragen… zu Schönstatt im zweiten Jahrhundert des Liebesbündnisses (26)

Heute antwortet Pedro Fadul Niella, aus Asunción, Paraguay, Mitglied des Familienbundes, Unternehmer, Politiker, Mitgründer von Dequeni, Mitgründer von Fundación en Alianza, Gründer der Partei „Patria Querida“, Rennfahrer. Er antwortet mit „Kommentaren… in Richtung von Antworten und Empfehlungen“, und fügt an: „Natürlich habe ich als guter ungehorsamer Jünger Jesu, von Ignatius von Loyola und Pater Kentenich nicht direkt auf eine einzige Frage geantwortet.“ – „Voilá!“•

Ich habe keine Antworten und noch weniger gleiche Rezepte für alle, außer einem, das vielleicht sehr allgemein erscheinen mag:

Werdet Euch bewusst, wendet euch an und verbindet euch mit dem „inneren Gott“ und tut, was er will. Solange man es nicht schafft, sich mit dem Gott im Innern zu verbinden, wendet Ihr euch an eine Person, von der ihr meint, dass ihr mit ihr verbunden seid, und benehmt euch wie Soldaten.

Denn das ist die größte Herausforderung: Die Begegnung mit Gott. Doch die traditionellen Formen, die in der Kindheit vielleicht hilfreich waren, und die auch in dieser Lebensphase oder in der spirituellen Reife durchaus hilfreich bleiben können, sind unzureichend und sind manchmal sogar hinderlich für ein tieferes und dauerndes Zusammenleben mit Gott (dem wahren Gott… meinem Gott), und so glücklicher zu werden.

Das heißt, es ist notwendig, das Alte, das mir zu seiner Zeit gedient haben mag, hinter mir zu lassen, um dem Neuen Raum zu geben, das aus der urpersönlichen Begegnung, nicht einer mechanischen Begegnung, mit Gott, mit Gott in meinem Innern, entsteht.

Wir wissen nicht, wer oder was Gott ist. Wir verstehen nicht gut, wo er ist. Oder anders gesagt, wir haben die mechanischen Antworten auf diese wiederholten elementaren Fragen, aber wir haben keine reale Erfahrung Gottes.

Darum ist unsere Kommunikation mit ihm konfus und darum arm und unzureichend. Woher ich das weiß? Einfach… Der Spiegel zeigt mir, wenn ich nicht glücklich bin.

Der Gott meines Lebens

In meiner persönlichen Erfahrung hatte ich die traditionellen Werkzeuge der geistlichen Kindheit „mitgenommen“, doch später, im Familienbund und bei den aufeinanderfolgenden Weihen wird die Übersetzung des Gottes des kindlichen Katechismus in den wahren Gott unersetzbar, und dieser Gott ist nicht ein einziger, sondern so viele wie Menschen leben.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass Gott existiert, aber nicht als eine Person im herkömmlichen Sinne. Er ist zuallererst einmal nicht so, wie man ihn mir normalerweise malt, und er wohnt natürlich an verschiedensten Orten und in verschiedensten Weisen unter uns; aber das lenkt mich nicht ab, denn der, der in meinem Innern wohnt, und dem zu begegnen es gilt, das ist der, der wirklich zählt.

Dann überrascht es und erschreckt es mich nicht, wenn dein Gott dir etwas anderes sagt als mein Gott mir sagt. Und das bezieht sich jetzt nicht oder nicht nur auf die Unterschiede zwischen einer Konfession und der anderen (etwas, was unsere Kirche fürchterlich viel gekostet hat zu verstehen), sondern zwischen einer Person und einer anderen in derselben Gruppe des Familienbundes.

Himmel auf Erden

Ich stelle mir um Himmels willen nicht vor, Strukturen oder Normen daraus zu machen. Im Gegenteil, ich stelle mir vor, die Freiheit grenzenlos zu weiten. Aber dazu müssen wir uns gegenseitig helfen. Es wäre einfacher, irgendeinen Blödsinn zu glauben und irgendwelche Regeln treu zu befolgen, als persönlich Verantwortung zu übernehmen für die Mitschöpfung und Neuschöpfung meiner „eigenen“ Religion, das heißt, genau der Elemente, die mir helfen, spirituell gesund zu bleiben und ständig Gott zu begegnen und mit ihm zusammenzuleben. Wenn ich das erreiche, und sofern ich das erreiche, bin ich im Paradies, auf einem einmaligen Weg und auf einmalige Weise, unwiederholbar und einzigartig und so nur für mich.

Hmmmm – ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob es nur einfacher wäre oder einfach feige und geheuchelt. Ich bin sozusagen heute ein „Atheist“ in Blick auf den Gott, den eine große Zahl von Katholiken kennt… Hahaha.

Oder vielleicht doch noch eine Regel: sich jeden Mittag ein gutes Glas Wein gönnen und auf Gott und mit Gott und auf den Gott jedes einzelnen, der Familie und der Freunde anstoßen …

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