Veröffentlicht am 15. September 2017 In Kentenich

Ein Kentenich-Jahr – nicht ins Innere Schönstatts gerichtet, sondern nach außen

P. Borja Coello de Portugal, Leiter der Schönstatt-Bewegung in Spanien •

Wir sind zurück aus dem Urlaub, für einige ein längerer, für andere ein kürzerer. Vor uns liegt ein neues Jahr, das geprägt ist von der Person P. Kentenichs. Von diesem 15. September 2017 bis zum 15. September 2018 sind wir eingeladen, uns als Familie auf die Feier des 50. Todestages Pater Kentenichs vorzubereiten.

Letztes Jahr ging es uns (in Spanien) darum, uns am „Feuer des Vaters“ zu entzünden. Das heißt, an seiner Botschaft für die Welt von heute und an seiner Spiritualität. Wir haben es getan, indem wir jene Menschen betrachtet haben, die wir als „Schönstatt-Heilige“ verstehen. Menschen,
die auf exemplarische Weise die Botschaft gelebt haben, die der Heilige Geist P. Kentenich anvertraut hat. Doch diese Botschaft Gottes kann man nicht nur in konkreten Personen sehen, sondern auch in den verschiedenen Gliederungen unserer Familie, die unser Vater angeregt hat, auf je konkrete Weise dieses Charisma zu leben. Darum zeigen wir am besten gemeinsam unseren Vater der Welt von heute.

Der heilige Papst Johannes Paul II. hat uns in diesem Sinne an unsere Verantwortung erinnert:
„Ihr seid berufen, an der Gnade, die euer Gründer erhalten hat, teilzuhaben und sie der ganzen Kirche anzubieten. Denn das Charisma der Gründer erweist sich als eine geistgewirkte Erfahrung, die den eigenen Schülern überliefert wurde, damit sie danach leben, sie hüten, vertiefen und ständig weiterentwickeln, und zwar in der Gemeinschaft und zum Wohl der Kirche“  (20. 9. 1985).

Ein Charisma ist kein Ausstellungsstück im Museum, das dort unangetastet in der Vitrine bleibt

In der gleichen Richtung mahnt uns Papst Franziskus:
„Ihr wisst, dass ein Charisma kein Ausstellungsstück im Museum ist, das dort unangetastet in der Vitrine bleibt, um betrachtet zu werden, und nichts weiter. . Die Treue, das Charisma in seiner Reinheit erhalten, das bedeutet nicht, es in einer versiegelten Flasche zu verschließen, als wäre es destilliertes Wasser, das von außen nicht verunreinigt werden darf.  Nein, das Charisma bewahrt man nicht, indem man es absondert.
Man muss es öffnen und es herauskommen lassen, damit es mit der Wirklichkeit in Kontakt kommt, mit den Menschen, mit ihren Sorgen und Problemen. Und so, in dieser fruchtbaren Begegnung mit der Realität wächst das Charisma, erneuert sich. Auch die Wirklichkeit verändert, verwandelt sich durch die geistliche Kraft, die dieses Charisma in sich trägt“ (3.09.2015).

Kentenich im Herausgehen

Es ist interessant zu sehen, dass das Generalpräsidium dieses Jahr als „Kentenich-Jahr“ bezeichnet hat. Es wollte kein „Vaterjahr“ oder „Jahr unseres Vaters“, denn der Akzent ist nicht ins Innere Schönstatts gerichtet, sondern nach außen. Wie wir im Jubiläumsjahr 2014 eingeladen wurden, ein „Schönstatt im Herausgehen“ zu sein, frage ich mich, ob der Heilige Geist uns nicht einlädt, unsere Erfahrung und unser Wissen zu Pater Kentenich zu einem „Kentenich im Herausgehen“ zu gestalten. Die heutige Welt hat so viele Herausforderungen und Probleme, und von Schönstatt aus denken wir, dass P.  Kentenich viele Antworten hat für den heutigen Menschen. Haben wir keine Angst, sie zu geben. Hoffentlich entstehen in diesem Jahr in den verschiedenen Gliederungen und Gruppen viele und unterschiedliche Vorschläge zum Kennenlernen von Person und Botschaft unseres Vaters. Wir haben einen unermesslichen Reichtum, und der ist nicht nur für uns, sondern zum Weitergeben an die, die ihn am meisten brauchen. Darum lade ich Sie in diesem Jahr ein, sich in Pater Kentenich zu vertiefen und die Gnade der apostolischen Sendung zu erbitten, um in der Stunde der Vermittlung seiner Botschaft mutig und kreativ zu sein.

Lassen wir uns als Werkzeuge in Marias Hand von ihr gebrauchen, um neue Bündniswege zu öffnen!

Quelle: Newsletter der Schönstatt-Bewegung von Madrid, mit Erlaubnis von Verfasser und Herausgeber

Original: Spanisch, 14. 09. 2017. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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