Veröffentlicht am 1. Mai 2017 In Kentenich

Gründung des „Leseclubs Pater Josef Kentenich“ in Encarnación

PARAGUAY, Sonia und José Zaracho •

Nach viel Nachdenken, wie wir in ein paar Zeilen all das fassen können, was sie uns über unserer Vater und Gründer gelehrt, vermittelt und gezeigt hat, schreiben wir heute, über einen Monat nach dem Besuch von Maria Fischer in unserer Erzdiözese Encarnación vom 13. – 16. März, was das mit uns gemacht hat. Bereits im dritten Jahr in Folge und mittlerweile schon Tradition, kam Maria Fischer vom selben Ort aus nach Paraguay – von Posadas, Argentinien, von der Stadt aus, von der aus Pater Kentenich seinen Blick auf Paraguay geworden hat.

Wir hatten schon vorher mit Maria ausgemacht, dass sie zwei Vorträge für die Bewegung hier in der Diözese halten würde. Mit dem ersten sollte das Kommunikationsteam gestartet werden – denn es gibt keine bessere Form, ein Werk dieser Art zu beginnen, als mit der Vermittlung von Wissen und langjähriger Erfahrung von jemandem, der professionell und schönstättisch weiß, was Kommunikation ist, dachten wir als Diözesanverantwortliche. Und wir hatten uns nicht getäuscht, es gab einen ausgezeichneten Vortrag über Kentenich-Kommunikation.

Die Pater-Kentenich-Ecke geistig erarbeiten

Der zweite Vortrag sollte direkt über Pater Kentenich sein; wir haben den Wunsch, ihn besser kennen zu lernen, uns mehr mit ihm zu verbinden und so geistig die „Pater-Kentenich-Ecke“ zu erarbeiten, die es seit einiger Zeit auf dem Gelände des kleinen Bewegungshauses in Encarnación gibt. Diese „Ecke“ ist genau dort, von wo aus man auf das gegenüberliegende Ufer des Grenzflusses schaut, auf jene kleine Treppe im Hafen von Posadas, Argentinien, von wo aus Pater Kentenich einen Blick auf Paraguay geworfen hat.

Pater Kentenich lesen und verstehen

Darüber redeten wir eigentlich ununterbrochen, seit Maria in unsere Stadt gekommen war, um ihr all die Details unseres Anliegens zu vermitteln. Und dann sagte sie uns in ihrer üblichen spontanen Art: „Ich glaube, ich weiß, wie wir es machen! Könntest du mir mal deinen Kentenich-Reader leihen?“ Ich bringe gleich alle drei Bände, sie blättert sie durch, schaut hier und da und nimmt schließlich den Band 3 in die Hand, markiert ein paar Abschnitte und fragt: Kannst du das kopieren oder einscannen? Danach erkläre ich dir, was wir machen.“ Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, als sie uns vor dem Aufbruch zum Bewegungshaus erklärt: „Wir machen das nicht als Vortrag, sondern als Vaterlesung, einfach um erfahrungsmäßig zu lernen, wie man Pater Kentenich so lesen kann, dass er heute zu uns spricht; so machen wir das in der Familienakademie, der IKAF und überhaupt immer in Memhölz. Wir lassen uns einfach ein auf seine Denkweise, versuchen, zu denken, wie er gedacht hat und zu sehen, was er mir persönlich sagt. Dann gibt es einen Austausch in der Gruppe, aber nicht exegetisch, sondern ausgehend von dem, was jeder persönlich für sich aufgenommen hat, und danach tauschen wir persönliche Erfahrungen aus, die die Worte Pater Kentenichs uns in Erinnerung rufen. Und am Schluss die Frage: Und was jetzt?“

Wir stellten Maria Fischer vor, verteilten die Blätter mit den Texten aus dem Kentenich-Reader Band 3: Dem Propheten folgen. Maria machte die Einführung, erklärte die Thematik der Lesung und die Methodik, das heißt, wie es nach dem Lesen Schritt für Schritt weitergehen würde.

Der erste „Leseclub Pater Josef Kentenich“ in Südamerika

Abschnitt für Abschnitt wurde der Text reihum laut gelesen, und das in einer sehr offenen, angenehmen Atmosphäre. Der Workshop gestaltete sich sehr dynamisch, der Austausch war lebendig und wollte gar nicht mehr aufhören, und jeder entdeckte etwas, das Pater Kentenich ihm persönlich sagte; es war, als würden wir uns in die Schuhe des Propheten, unseres Gründers, stellen… Und dann schenkte Maria uns einen Moment von unbeschreiblicher Freude, für mich jedenfalls, und ich glaube, für alle anderen auch, als sie ruhig und langsam sagte: „Sie haben das Privileg, der erste Leseclub Pater Josef Kentenich in Südamerika zu sein, und das genau an dem Ort des Vaterblickes! Da, wo Sie mit der „Vaterecke“ vielleicht anders als wir es jetzt gemacht haben, aber auf jeden Fall eine Beziehung mit ihm aufbauen wollten.“

Das wusste bis zu diesem Moment niemand – dass am 14. März 2017 in dieser Stadt am Ufer der Rio Paraná, in Encarnación, mit Unterstützung von Maria Fischer und Mitgliedern der Schönstattfamilie der erste „Leseclub Pater Josef Kentenich“ gegründet werden würde. Es war, als wären wir auf einmal mit ihm im Kapellchen, wie die Sodalen in der Gründungsstunde! Was für eine große Aufgabe vertraut der Vater und Gründer uns an, welche Mission gibt er uns von diesem „Club“ aus. Wer weiß, vielleicht trägt das sogar zum Heiligsprechungsprozess bei oder zur Erarbeitung des ersehnten Heiligtums des Südens…

Schönstatt und seinen Gründer bekannt machen

Inzwischen hat eine weitere Vaterlesung stattgefunden, und wir sind stolz darauf, der erste Kentenich-Leseclub zu sein. Die Linie für das ganze Jahr ist abgesteckt, die Texte ausgewählt, die Aufgaben verteilt, das Ziel klar: eine tiefere persönliche Bindung an den Vater und Gründer, sein Leben, seine Pädagogik und sein Schönstattwerk besser kennenlernen und bekannt machen und so „der heiligen Kirche weite Hallen“ füllen.

Uns bleibt die große Freude in der Erinnerung an wundervolle Tage mit unschätzbarem Reichtum an Wissen und einzigartiger Energie, die Maria Fischer uns vermittelt hat. Uns bleibt der Wunsch, in unserer Diözese Encarnación noch ganz oft ihren Besuch zu erhalten. Und darum haben wir uns wie immer mit einem „Bis nächstes Jahr!“ von ihr verabschiedet.

 

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