Veröffentlicht am 10. Juni 2017 In Schönstätter vernetzen

Säen, teilen und Leben ermöglichen

Marcelo Luzardi, Paraguay, für die Zeitschrift Tupãrenda •

Maria Fischer ist die Koordinatorin des Teams der bekannten Webseite schoenstatt.org-Schönstätter vernetzen. Wir haben ihren Besuch in Paraguay genutzt, um ihre Meinung zu erfragen:

  • Wir könnten sagen, dass Sie schon eine regelmäßige Besucherin in unserem Land sind. Wie sehen Sie die Entwicklung von Paraguay?

Das stimmt, ich bin schon zum dritten Mal in Paraguay. Beim ersten Mal hatte Pater Antonio Cosp mich eingeladen, diese Bewegung mit ihren vielen Projekten und Apostolaten, die wir schon seit so vielen Jahren auf schoenstatt.org in der ganzen internationalen Schönstatt-Bewegung bekannt machen, „live“ und aus erster Hand kennenzulernen.

Letztes Jahr war ich dann zum ersten Seminar über Kentenich-Kommunikation, mit dem wir auch 100 Jahre Zeitschrift MTA gefeiert haben, wieder in Paraguay.

Und dieses Jahr bin ich schon zum dritten Mal hier. Und damit ist es nun schon so etwas wie Tradition und ein Besuch bei Freunden – von den Schönstättern in Encarnación, Asunción, San Lorenzo, Ciudad del Este bis zu meinen Freunden im Jugendgefängnis von Itaugua und im Haus „Madre de Tupãrenda“ (was neulich eine Schönstätterin aus Deutschland als mein Lieblings-Projekt identifiziert hat!). Dann nutze ich diesen Besuch auch aus, um den Familien zu begegnen, die heute in den „100 Häusern der Solidarität“, die in Wirklichkeit schon über 200 sind, wohnen, um ihnen für die Freude zu danken, die sie uns und so vielen anderen damit machen, dass wir ihnen ein Haus bauen können und so etwas schaffen, das vom Jubiläum des Liebesbündnisses bleibt.

  • Wie sehen Sie Schönstatt in Paraguay?

Ich sehe es als eine wachsende Bewegung, ausgesprochen verantwortlich für die Mission und mit einem hohen Engagement. Ein Schönstatt im Herausgehen. Schönstatt in Paraguay ist in der Welt der Wirtschaft, der Politik, in Gesellschaft und Kirche präsent und bringt neue, prophetische Modelle ein wie die „Pastoral der Hoffnung“ für wiederverheiratete Geschiedene, Dequeni, Haus Madre de Tupãrenda, um nur drei Bereiche zu nennen, wo Schönstatt Pionierarbeit geleistet, Horizonte geweitet und Modelle geschaffen hat, die nun von vielen übernommen werden.

  • Was sehen Sie als Licht- und Schattenseiten im Bereich der Kommunikation?

Ich glaube, Schönstatt in Paraguay muss der Kommunikation noch mehr Beachtung geben, um den Schönstättern weltweit und Kirche und Gesellschaft in Paraguay nicht vorzuenthalten, was es hier an Anregung und Motivation gibt, an Erfahrungen im Leben aus dem Liebesbündnis und in den Projekten eines herausgehenden, missionarischen und solidarischen Schönstatt.

Konkret gibt es sehr viele Fotos und sehr viele Informationen in den zahlreichen Facebook-Fanpages und Facebook-Profilen, doch für jemaden, der nicht zur Schönstattfamilie gehört, ist es sehr schwer, die konkreten Informationen zu finden und zu überprüfen. Alles wird mit allen geteilt, die gleichen Informationen tauchen immer wieder auf, oft ohne die Quellen zurückverfolgen  und so auch auf Aktualität und Richtigkeit prüfen zu können. Diese Facebook-Aktivitäten sind so etwas wie das Familien-Fotoalbum.

Die Zeitschrift Tuparenda leistet hingegen einen phänomenalen Dienst.

Was für mich noch fehlt, ist eine nationale Internetseite mit qualitativ hochwertigen Informationen über die verschiedenen Projekte und Apostolate.

– Nachdem Sie schon eine lange Zeit hindurch vom Urheiligtum aus Kommunikationsdienste leisten, wie definieren Sie schoenstatt.org?

Schoenstatt.org kommt in der Tat nicht vom Urheiligtum, sondern aus dem Netz. Es gibt keinen Sitz, kein Büro, kein Konto. Es gibt nur eine gute Anzahl von vernetzten Schönstättern, die von zu Hause aus in verschiedenen Teilen der Welt mitarbeiten. Heißt, es ist ein Medium des Schönstatts im Herausgehen, in Bewegung.

schoenstatt.org ist ein Kommunikationsprojekt in dem von Pater Kentenich von Anfang an mit seiner Zeitschrift MTA gepflegten Stil im Dienst des internationalen Lebens der Schönstattfamilie.

Dieses Medium wird getragen von einem Team von Mitarbeitern aus vier Kontinenten, die den gleichen Geist teilen und mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten sich freiwillig in den Dienst dieses Kommunikationsprojektes stellen. Wir sind ein freies, unabhängiges Organ und vertreten keine offizielle Einrichtung.

– Für Ihre Masterarbeit haben Sie Pater Kentenich als Kommunikator gründlich studiert. Was sind Ihrer Meinung nach die grundlegenden Züge seines Stils der Kommunikation?

Da würde ich drei nennen wollen: Das Erzählen von realen Geschichten aus dem Leben, Dialog und das Schaffen von solidarischen Bindungen; also narrativ, dialogisch und vernetzend. Das alles verstanden als selbstloser Dienst am Leben.

Welche neuen Aspekte der  Kentenich-Kommunikation haben Sie im Laufe der Jahre entdeckt?

Man entdeckt eigentlich ständig neue Aspekte!

Ich glaube, zuletzt ist es vor allem der Aspekt der solidarischen Bindungen, diese Vernetzungsstärke.

Auch der Dreiklang von säen, teilen und Leben ermöglichen, und das vor allem durch die realen Geschichten von einzelnen Personen. Das Theoretische beteiligt und verpflichtet nicht. Die realen Geschichten verbinden uns mit dem realen Leben, mit der realen Welt; sie verpflichten, sie beziehen uns ein, sie weiten die Freiheit. Darüber haben wir Anfang des Jahres beim Treffen des Basisteams mit großer Freude geforscht.

Ich glaube, dass Pater Kentenich mit seinem Kommunikationsstil diese freien Räume schaffen wollte, die so wichtig sind für Strömungen, für Hochherzigkeit und Kreativität, aber auch, um die Stimmen der Zeit ins Herz unserer Familie zu bringen.

 

Interview auf Schoenstatt Vivo zu den Prinzipien der Kentenich-Kommunikation(spanisch)

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Fotos: Workshop Kentenich-Kommunikation in Asunción, Paraguay, März 2017.

Quelle: Zeitschrift Tuparenda, Mai 2017

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