Veröffentlicht am 4. März 2016 In An unsere Leser, Schönstätter vernetzen

Kentenich, ein Vorreiter in Kommunikation. Hundert Jahre Zeitschrift MTA

Von  P. Antonio Cosp, Tuparenda, Paraguay /Redaktion schoenstatt.org  •

Als Leser dieser Seite kennen Sie den Reichtum des Lebens, den die Mitarbeiter von schoenstatt.org Woche für Woche zusammentragen. Dieses erstaunliche Leben bliebe vielen verborgen, wenn wir nicht diese Seite hätten, die sich selbst mit gewissem Stolz als „MTA reloaded“ bezeichnet. Hier können wir entdecken, wie Pater Kentenich Kommunikation gedacht und gemacht hat.

MTA reloaded

5.3.1916.

MTA reloaded: Das bezieht sich auf die Zeitschrift MTA, die am heutigen 5. März 100 Jahre alt wird. Wenige Wochen nach der Gründung Schönstatts hieß es für die ersten jungen Schönstätter, die sich selbst damals „Sodalen“ nannten, heraus in die Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Eines realen, schrecklichen und grausamen Krieges, der das Leben vieler junger Männer kostete, auch derer, die sich angeboten hatten, dafür zu wirken, dass von einem kleinen, vernachlässigten Kapellchen im Tal von Schönstatt in Deutschland im Bündnis mit Maria, der Mutter des Herrn und unserer Mutter, eine Erneuerung der Welt ausgehen sollte. Ein Schönstatt im Herausgehen, wie Papst Franziskus sagen würde, ein Schönstatt, das heute auf seine Empfehlung, herauszugehen auf die Straße, Antwort geben kann und Antwort geben muss. Herausgehen aus dem kleinen Tal, aus der eigenen geschützten Gemeinschaft, um eine Hoffnung zu bringen, die sich nicht als Utopie entpuppt, sondern sich in konkreten Aktionen, in Projekten der Evangelisierung ausdrückt und dem Menschen Leben und Würde geben.

Es sind viele Mittel, die Pater Kentenich benutzte, damit die Sodalen auch in diesen Situationen ihr geistliches Leben und ihr Apostolat weiter entfalten konnten. Beispiel dafür ist in seinem Fallen und in seinen Gnadenmomenten Josef Engling, und mit ihm sind es viele seiner Kameraden der Gründergeneration, die mehr Zeit in den Schützengräben als im „trauten Kongregationskapellchen“ verbracht hat.

Die Schützengräben wurden für Augenblicke zum Heiligtum

1924, MTA reloaded (re-printed)

1924, MTA reloaded (re-printed)

Das Wort Kommunikation kommt aus dem Lateinischen „comunis“ und bedeutet: „gemeinsam“. Von daher bedeutet Kommunikation, Ideen und Gedanken vermitteln mit dem Ziel, sie so mit anderen „gemeinsam“ zu haben. Dafür braucht man einen gemeinsamen Kommunikations-Code. Pater Kentenich hat uns einen solchen Code gegeben. Es ist der Code solidarischer Bindungen, die aus dem Erzählen realer Geschichten wachsen und die gegenseitige Anregung aus den geteilten Erfahrungen als Dienst an einer Familie im missionarischen Herausgehen vom Heiligtum aus.

Jeder auf schoenstatt.org veröffentlichte Artikel, alles, was in anderen Medien, die sich der Kommunikationskultur eines Josef Kentenich verpflichtet wissen, erscheint, alles, was Kommunikatoren wie Pater Kentenich tun, ist ein wertvoller Jubiläumsbeitrag für die weltweite Bewegung zur Feier der genialen Initiative Pater Kentenich zur Unterstützung seiner jungen Freunde an der Front.

Die Zeitschrift hieß MTA und erschien erstmals am 5. März 1916.  Pater Kentenich suchte einen neuen Weg, um die Jugendlichen, jetzt als Soldaten, bei ihrer Selbsterziehung und ihrem missionarischen und apostolischen Weg zu unterstützen. Die MTA war wie ein „Brief“ Pater Kentenichs an jeden einzelnen; für diesen Brief sammelte er wertvolles Material, das eben aus diesen Schützengräben kam. Die Jugendlichen erzählten es ihm in ihren Briefen, und er sammelte  – ohne Namen zu nennen – darin das Material, das zeigte, wie jeder einzelne sich mühte, weiter zu wachsen. Und so wurden die Schützengräben für Augenblicke zum Heiligtum. Und in den manchmal noch schwereren langen Stunden ohne Beschäftigung wussten sie die Schwere ihrer jugendlichen Natur und der Erbsünde, die besonders stark wird, wenn man nicht schöpferisch tätig sein kann, zu überwinden. Die meisten von ihnen blieben sich treu und wuchsen in ihrem geistlichen und apostolischen Leben. Und es kamen fast täglich andere dazu, die sich von ihnen und dem, was sie in der MTA lasen, mitreißen ließen.

Kultur der Begegnung, Bündniskultur, Solidarität

Diese Zeitschrift MTA mit ihrem so furchtbar unscheinbaren Erscheinungsbild ist Mutter und Modell aller Kommunikation, die „nach Kentenich“ sein möchte. Die Zeitschrift MTA ist eine großartige Vorwegnahme einer neuen synodalen, familienhaften und missionarischen Kommunikation, wie das II.Vatikanische Konzil sie empfohlen hat. Sie ist Mutter und Modell unserer schoenstatt.org und eine Verpflichtung auf eine Kentenich-Kommunikationskultur im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, in dem Papst Franziskus aufruft zu einer fruchtbaren Begegnung von Kommunikation und Barmherzigkeit.

Die Kommunikation hat die Macht, Brücken zu bauen, Begegnung und Einbeziehung zu fördern und so die Gesellschaft zu bereichern. “ – Papst Franziskus, Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 2016

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