Veröffentlicht am 10. August 2017 In Projekte, Werke der Barmherzigkeit

Vom Heiligtum Mont Sion Gikungu zum Gefängnis in Muyinga

BURUNDI, Diomede Mujojoma •

Die Kommission „Fastenaktion“ des Heiligtums Mont Sion Gikungu hat einen Besuch im Gefängnis von Muyinga gemacht. Es war am Sonntag, 23. Juli. Sie konnten den Insassen helfen mit Kleidern, 350 Kilo Reis, 65 Kilo Palmöl, 140 Kilo Mehl, 35 Kilo Zucker, 50 Kilo Salz und 72 Tuben Zahnpasta. Auch Schinkenbrote und Limonade konnte unter die Insassen verteilt werden.

Begleitet von Herrn Felix  Nahishakiye, dem Vizepräsidenten der Fastenaktion, verließ die Delegation in zwei Autos Bujumbura. Die Ankunft verspätete sich, weil ein Reifen platzte. Auch ging es nicht schnell vorwärts, sodass die letzten mit über einer Stunde Verspätung ankamen.

Das Zentralgefängnis von Muyinga liegt mitten in der Stadt an der Hauptstraße, die zur Grenze nach Kobero in Tansania führt. Die Delegation wurde am Eingang herzlich mit Liedern des Gefängnischores empfangen und zum Ort der Eucharistie-Feier begleitet.

 

Besucher und Häftlinge, Christen und Muslime verbunden in Dank und Bitte

Die Messfeier war sehr emotional, sowohl von Seiten der Gefangenen wie der Besucher.  Der Gefangenen-Seelsorger, Abbé Etienne Birori hat nach der Einleitung den Delegations-Chef gebeten, die Besucher vorzustellen: zwei Journalisten, einer von Radio Maria, der andere vom Zentrum Mont Sion Gikungu und 11 Mitglieder des Komitees der Fastenaktion. Er hat auch die Fastenaktion erklärt und gesagt, dass die Gaben in der Fastenzeit bei den Gottesdiensten geopfert wurden. Jedes Jahr wird eine andere Institution ausgewählt, die die Gaben erhält. Die ganze Delegation freue sich, mit den Gefangenen die Eucharistie zu feiern.

Der Seelsorger dankte der Delegation für die Geste der Barmherzigkeit. Christus sagt ja, wir sollen uns gegenseitig unterstützen. Nicht nur Katholiken werde geholfen, sondern den Insassen aller Konfessionen. Alle waren bei der Eucharistie dabei. Am auffälligsten die Moslems durch ihre Kleidung.

In seiner Predigt ermahnte der Abbé, sich in der Beichte zu versöhnen und auch zu versuchen, Konflikte zu lösen und nicht zu warten auf den Tag des Urteils  auf den das Tagesevangelium vom Unkraut unter dem Weizen hinweist. Die Zeit hier sei eine Gelegenheit des Sinneswandels und kann eine Hilfe sein, nicht immer an Vergeltung zu denken.

Erst nach 13 Uhr ging die Eucharistiefeier zu Ende. Nach einem Dankeswort des Vize-Direktors wurden die Namen der 79 Insassen verlesen, die aus den insgesamt 480 Häftlingen ausgewählt worden waren, eine Unterstützung zu erhalten.

Das geht nicht … alle brauchen Hilfe

Nach der Messe haben die 79 Ausgewählten sich mit den Besuchern getroffen. Dabei wurde klar, dass der Zorn bei den anderen Insassen wuchs. „Ihr werdet keine Freude an euren Geschenken haben“, brüllten sie.  Die Verantwortlichen des Gefängnisses, der Seelsorger und die 79 ausgewählten Häftlinge haben dann beschlossen, die Gaben am folgenden Tag mit allen zu teilen. Diese Geste wurde von allen sehr begrüßt, diente sie doch dazu, den Frieden wiederherzustellen.

Der Chef der Delegation, Herr Felix Nahishakiye hat eingesehen, dass das eine Lektion für sie alle war. Er hat gewünscht, dass das Teilen brüderlich in Liebe geschehe und dass sie sich einst wiedersehen, wenn sie in Freiheit sind.

Der Vertreter der Gefangenen bat, den Spendern von Mont Sion Gikungu für ihre Großherzigkeit zu danken und ihnen allen weitere materielle und spirituelle Unterstützung zu geben. Die Delegation verließ Muyinga um etwa 15 Uhr und kam gut gegen 19 Uhr in Bujumbura an.

 

Fastenaktion: Schönstatt im Herausgehen

Die Fastenaktion ist 2007 entstanden. P. Déogratias Muruhukiro, der damals Rektor des Heiligtums war, hat gebeten, der hungernden Bevölkerung von Kirundo zu helfen. Nach der guten Erfahrung hat eine Gruppe die Kommission ‘Action Carême’ (Fastenaktion) gegründet. Sie arbeitet zusammen mit der Charismatischen Erneuerung. Seit ihrer Gründung hat sie fast alle Gefängnisse in Burundi besucht. Über 100 Straßenkinder konnten in Familien integriert  werden und  immer noch wird versucht, viele von der Straße zu holen.

aaa

 

Quelle: http://www.montsiongikungu.com/

Original: Französisch,  24.07.2017. Übersetzung: P. Josef Barmettler, Horw, Schweiz

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