Veröffentlicht am 6. März 2017 In Projekte, Werke der Barmherzigkeit

Weil er mich sehr gern hat und ich ihn auch …

PARAGUAY, Ismelda Verónica Vázquez Gonzáles und Agustín Saldívar Orrego •

„Ein Sonntag, Messe in Tupãrendá, Zelebrant ist P. Pedro Kühlcke. Am Schluss der Messe erzählt Pater Pedro uns ein wenig über die Gefängnispastoral im C.E.I. (Erziehungszentrum von Itauguá = Jugendgefängnis) und lädt ein, wie nur er es kann, dabei mitzumachen. Ich hatte das Gefühl, dass die Botschaft für mich und eine Gelegenheit war, einen Dienst zu tun, der vor allem ein großes Apostolat sein könnte, das ich schon lange suchte und nicht gefunden hatte. Ich rief P. Kühlcke an, und seit diesem Mai 2014 gehe ich jeden Samstag mit ihm und einigen anderen Leuten, die Teil dieser wunderbaren, tröstlichen Initiative zugunsten der Bedürftigsten, der Gefängnispastoral „Heimsuchung Mariens“, sind. Die dieses im August 2015 auf schoenstatt.org veröffentlichte Zeugnis verfasst hat, ist Ismelda Verónica Vázquez Gónzales, die auch vor Weihnachten 2016 eine große Kampagne startete, um Speisen und Getränke für das Weihnachtsessen im Gefängnis zu sammeln. Diese jungen Gesetzesbrecher haben ihr Herz im Sturm erobert. Nach fast drei Jahren, in denen sie Samstag für Samstag mit Pater Pedro Kühlcke und anderen Freiwilligen das Jugendgefängnis besucht, erzählt sie von ihren Erfahrungen.

 

Ismelda (links) bei der Feier ihres Geburtstags im Jugendgefängnis

Sich zum ersten Mal im Leben geliebt fühlen

In der Gefängnispastoral im Jugendgefängnis von Itauguá sind wir alle gewachsen, doch der Punkt, den ich betonen möchte, ist wie wichtig die Arbeit von Pater Pedro Kühlcke ist.

Einer der Jungen spricht mich an, und wie es ganz typisch für sie ist, gehe ich mit ein wenig von den anderen weg, er bittet mich, mich neben ihn zu setzen, und dann fragt er mich traurig: „Kommt der Pa’i Pedro nicht mehr?“ Ich antworte ihm: „Klar kommt er wieder. Er ist jetzt nur im Urlaub. Warum fragst du? Er antwortet: „Weil er mich sehr gern hat und ich ihn auch gern habe.“

Ich kann spüren, was er eigentlich sagen will: dass jemand ihm zum ersten Mal im Leben Liebe gezeigt und er ein ähnliches Empfinden erlebt hat. Während wir weiterreden, erfahre ich, dass er 15 Jahre alt ist und nicht lesen und schreiben kann. Und mit diesem bezaubernden Lächeln, das er hat, sagt er mir, dass er schon abschreiben kann, was auf der Tafel steht, denn er gehe seit letzten Montag zur Schule. Und dann schenkt er mir Küsse und Umarmungen von dieser Art, die man selten bekommt.

Für diese Kinder ohne jede Chance lohnt sich die Gefängnispastoral „Heimsuchung Mariens“-

Danke, Herr, dass du uns die Möglichkeit gibst, dort zu sein und unsere Zeit, unser Zuhören und vor allem einfach unser Dasein schenken können, jeden Samstag. Danke, P. Pedro! Danke allen, die Teil dieses wunderbaren Apostolates sind.

Sie lebt, was Papst Franziskus verlangt

Ismeldas Ehemann, Agustín Saldivar Orrego, fügt mit gesundem Stolz an:

„ja, Ismelda, ich weiß, dass das, was Du schreibst, Dir leicht von der Hand geht, weil Dein Herz überfließt von der Freude, die Chance zu haben, Zeit zu schenken, und wenn auch manche meinen mögen, dass du zuviel davon hast, weiß ich ja, dass das nicht der Fall ist. Die Leute sollten wissen, dass Ismelda und ich seit 28 Jahren miteinander verheiratet sind, wir haben 5 Kinder und 2 Enkelkinder, die wir auch hüten, denn wir haben das Glück, dass Katiana und Manuel bei uns leben, so wie auch   Fernando, José, Adrián , Arami  und die Enkel Cecilia und Juan María. Ismelda ist diplomierte Krankenschwester und Stationsleiterin der Chirurgie im Hospital de Clinicas, eine ausgezeichnete Fachkraft. Da hat die Gottesmutter also diese Mitbürgerin als Apostel, die das erfüllt, was Papst Franziskus verlangt: herausgehen an die Peripherie statt Schäfchen zu kämmen.  Und dort, im Jugendgefängnis von Itauguá, muss man diesen Jugendlichen viel Wolle des Vergessens und der Ausgrenzung wegnehmen, diesen Kindern, die ohne Elternsorge aufgewachsen sind. Pater Pedro führt die Gefängnispastoral voran, wo das, was draußen zu viel des Guten ist, für die Häftlinge so notwendig ist.“

 

Wir alle können Teil der Gefängnispastoral werden – mit unseren Beiträgen zum Gnadenkapital für die Häftlinge, für die Apostel der Gefängnispastoral, und auch mit jenem Kapital, das 200 ständig hungrigen Jugendlichen beim so ersehnten Imbiss am Samstagnachmittag speist …

Mit einem einzigen Klick:

auch offline

Schönstatt-Patres International e. V.
IBAN DE91 4006 0265 0003 1616 26
BIC/SWIFT GENODEM1DKM
Verwendungszweck: P. Pedro Kühlcke – Gefängnispastoral

In Deutschland steuerabzugsfähig.

Original: Spanisch. Deutsch: Maria Fischer, schoenstatt.org

Es war der Geruch von Vergessen-Sein, Verlassenheit, Mangel an Würde, Hoffnungslosigkeit

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