Veröffentlicht am 31. Dezember 2016 In Projekte, Werke der Barmherzigkeit

Heiligabend mit den Jugendlichen im Gefängnis von Itauguá

PARAGUAY, Ani Souberlich und Maria Fischer •

„Danke, P. Pedro Kühlcke, dafür, dass Sie das beste Werkzeug der Gottesmutter sind, um uns zu denen zu bringen, die uns am meisten brauchen. Es war ohne Frage einer meiner schönsten Heiligen Abende, mit den Freiwilligen der Gefängnispastoral“, so Cristy, die mit dem Team der Gefängnispastoral „Visitación de María“ (Maria Heimsuchung, eigentlich: Marias Besuch) den Heiligen Abend im Gefängnis verbracht hat, wo sie den über 200 jugendlichen Häftlingen (zwischen 14 und 18 Jahren), die statt Weihnachten mit ihrer Familie und Geschenken zu verbringen, im Gefängnis sind, leckeres Essen, Zeit, Umarmungen und Liebe schenkten.

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Team der Gefängnispastoral „Visitación de María“

Ein Teller Essen als Geschenk an Jesus

„Es wird Weihnachten! Der Geburtstag von Jesus! Wenn es sich um einen großartigen Freund handelte, würdest du ihm doch ein Geschenk bringen, oder? Allerdings kann man sich oft gar nicht richtig entscheiden, was man einem Freund schenken sollte. Ich mache dir einen Vorschlag: Jesus freut sich an einem Teller Essen für einen Jugendlichen, der im Gefängnis sitzt, oder so  viele Teller Essen, wie du möchtest und kannst. Mit der von Pater Pedro Kühlcke geleiteten Gefängnispastoral „Visitación de María“  möchten wir mit ihnen ein Weihnachtsessen machen, und dafür brauchen wir 200 Teller Essen, was wir ohne deine Hochherzigkeit nicht schaffen. Dies ist das dritte Jahr, in dem wir dieses Weihnachtsgeschenk machen, dank der großzügigen Hände von Menschen wie dir. Die Kosten für einen Teller sind 30.000 Guaranies (etwas über 5 Euro), einschließlich Getränk. Wir bitten um Geldspenden, denn wir möchten allen das gleiche Essen im gleichen Aussehen bringen“ – eine Einladung, die Ismelda aus der Gefängnispastoral in den letzten Adventstagen über die sozialen Netzwerke verbreitete (was wieder einmal beweist, dass nicht die sozialen Netzwerke an sich das Problem sind, sondern die Art, wie wir sie nutzen).

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Das schönste Weihnachten meines Lebens

„Ich wage es, ein Zeugnis anzufügen, das Pater Pedro Kühlcke mir erzählt hat. Einer der Jungen kam auf ihn zu, dankte ihm für das Weihnachtsessen und mit Tränen in den Augen sagte er ihm, das sei das schönste Weihnachten seines Lebens, denn er habe noch nie an einem Tisch gesessen, auf dem ein  für ihn bereiteter Teller Essen gestanden habe. Einfach so. Wie einfach ist es, jemanden glücklich zu machen, vor allem, wenn wir dabei die Worte des Herrn erfüllen: ‚Ich war im Gefängnis und du hast mich besucht‘, und diesen Jungen, denen Zuneigung und alles, was ein menschliches Wesen braucht, fehlt, und die vielleicht genau deshalb da sind, wo sie sind. Ausgehend von den adventlichen Lesungen, die wir in diesen Tagen hören: Vielleicht wächst in dieser Wüste, die wir im Leben dieser Kinder sehen, ein Zweig, eine Blume, und vielleicht sind es Hochherzigkeit und Nächstenliebe.  Herzlichen Dank im Voraus“, so Ismelda beim Weitergeben der Bitte.

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Weihnachtsessen in drei Schichten

Und das Ziel wurde erreicht und noch übertroffen. Um drei Uhr nachmittags waren alle aus der Pastoral bereit, dazu noch eine weitere Gruppe, die süßes Brot und Süßigkeiten für die Jungen brachte. Vorher hatten einige aus der Pastoral bei Ismelda zuhause noch Salate angerichtet und Nachtisch, letzterer eine Spende von Ismelda.

Das Essen fand in drei Schichten statt. Alle durften dazu kommen, sogar die Jungen, die streng hinter Gittern sind. Sie waren glücklich, aber es gab auch sehr viele Tränen. Es war nötig, ihnen noch mehr Umarmungen zu schenken als bei den gewöhnlichen Besuchen. So viel Schmerz, so viel Sehnsucht nach einer Familie … Es war das dritte Weihnachten im Gefängnis, aber das erste, bei dem einige der Jungen aufstanden, um laut zu danken. In jeder Gruppe stand einer auf und dankte im Namen der Gruppe. Einer davon sprach sogar das Tischgebet!

Sie dankten für all die leckeren Sachen, die sie bekommen hatten und sagten, so fein hätten sie ja noch nie im Leben gegessen und so satt wären sie auch lange nicht mehr gewesen, doch was sie am häufigsten sagten war, wie dankbar und wie glücklich sie seien, dass wir sie an einem so besonderen Tag besucht hatten und dafür unsere Familien hinter uns gelassen hatten. Dafür waren sie wirklich sehr dankbar. Denn ihre eigenen Angehörigen waren nicht gekommen… Man merkte mehr denn je, dass sie diese Zuneigung, diese Umarmung brauchen.

Nicht nur an Heiligabend, sondern an jedem Samstag  gehen Pater Pedro Kühlcke und eine Gruppe der Gefängnispastoral ins Jugendgefängnis und besuchen die Jugendlichen dort. Und Pater Pedro geht zusätzlich noch oft während der Woche, um zu trösten und Beichte zu hören, um sie auf die Sakramente vorzubereiten oder ihnen etwas zu essen zu bringen, saubere und heile Kleidungsstücke, ein paar Schuhe, oder um ihnen die Fotos zu bringen, die er vorher von ihnen gemacht hat. Die Fotos haben eine gewisse Magie. Da haben sie das Gefühl, jemand zu sein, wichtig zu sein, gekannt zu sein.

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Wenn Sie jetzt beim Lesen gedacht haben: Wie schade, dass ich bei diesem Werk der Barmherzigkeit nicht dabei sein kann, wie schade, dass ich nicht mitgehen kann ins Gefängnis, dann ist das richtig. Wer einmal dabei war, möchte immer wieder dorthin. Doch Sie können dabei sein. Mit Ihrem Gebet, zuallererst. Und einer Spende, ganz gleich wie klein sie ist, können Sie ein Lächeln auf das Gesicht eines dieser Jungen bringen und vielleicht sogar den Traum und den Willen zu einer besseren Zukunft.

 

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Das Online-Spendentool ist sicher, allerdings noch beta. Es handelt sich um eine solidarische Initiative, um Schönstatt-Projekte beim Sammeln von Spenden zu unterstützen und es Spender aus aller Welt einfacher zu machen, für ein Projekt ihrer Wahl zu spenden. Zur Zeit sind Spenden möglich über PayPal,  SOFORT-Überweisung und SEPA-Lastschrift. Demnächst auch Kreditkarten.

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VWZ: P. Pedro Kühlcke – Pastoral Carcelaria

In Deutschland sind Spenden für dieses Projekt steuerabzugsfähig. Bitte im VWZ oder im Onlineformular Adresse angeben.

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Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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