Veröffentlicht am 12. Juni 2017 In Misiones

Jesus begegnen bei den Katholischen Studenten-Misiones (2)

PARAGUAY, Sebastián Denis •

Die Osterzeit ist zu Ende, wir haben Pfingsten gefeiert – und noch immer leben in Hunderten von jungen Menschen die Erfahrungen der Misiones in der Osterwoche nach, von denen sie der Schönstattfamilie seitdem immer wieder erzählen möchten…

Für Hunderte von Missionaren der MUC (Katholische Studenten-Misiones), begann am Gründonnerstagabend die ganz intensive Phase der Misiones. Nach den Workshops am Nachmittag bzw. der Begleitung von über 100 Jugendlichen bei „Jungen Ostern“ ging es zum Tisch des Herrn, zur Feier der Gründonnerstagsliturgie zusammen mit dem Dorf, zur Begegnung mit Jesus, Brot des Lebens.

In Santa Elena begleiteten wir in einem Klima der Andacht oder wie wir bei den Misiones sagen, „zurückhaltender Freude“, den Heiland im Allerheiligsten Sakrament von der Kirche zur Kapelle unserer Schule, wo das Allerheiligste von Mitternacht bis um sechs Uhr früh ausgesetzt blieb und jede Misiones-Familie (Gruppe) Jesus eine Weile begleitete.

Zuvor wuschen die Misiones-Leiter in einer sprechenden Geste den Mitgliedern ihrer Gruppen die Füße, um dann die Gelegenheit offen zu lassen, dass andere jemandem die Füße wuschen. Wenn ich heute, nach so vielen Wochen, daran denke, dann berührt es mich immer noch, wie hier Mitglieder der verschiedenen Schönstatt-Gliederungen einander die Füße gewaschen habe, oder wie ich denen die Füße wusch, die ich auf das Liebesbündnis vorbereitet habe; es war wie ein neues Ja zum Ruf Pater Kentenichs, einander in Demut und Ehrfurcht groß zu sehen.

In meinem konkreten Fall hatte ich in dieser Nacht Mario Hiriart sehr präsent, denn meine Studenten der Fakultät für Ingenieurswissenschaften wuschen mir, ihrem Professor, die Füße und ich ihnen, und wir erneuerten dabei das vollkommene Vertrauen in die Pläne Gottes, obwohl wir als Ingenieure doch alles so gern genau kalkulieren.

Siehe da, deine Mutter

Am Karfreitag gingen wir nicht auf Mission, wir nutzten die Zeit für eine kurze Besinnung, bei der wir nachdachten über unsere Stellung gegenüber dem Kreuz in unserem Alltagsleben, ausgehend von den 14 Kreuzwegstationen.

Am Nachmittag nahmen wir an den traditionellen Prozessionen und Feiern des Dorfes teil, die der Karfreitagsliturgie vorausgehen. Zusammen mit den Frauen, die die Schmerzhafte Mutter begleiten, und dem Lieblingsjünger, standen wir unter dem Kreuz, als dieser Moment vor der Kirche dargestellt wurde. Nach der Passion wurde die Kreuzabnahme Christi dargestellt, um dann in Prozession durch die Straßen zu gehen bis zum Heiligen Grab, wo die Tupa ita (Kreuzverehrung in Guaraní) stattfand. In der Nacht nahmen viele von uns zum ersten Mal am  Necrolucis teil, bei dem in einer Prozession zum Friedhof die schmerzhaften Geheimnisse des Rosenkranzes für die Verstorbenen gebetet werden.

Das Gebet dieser Nacht bedeutet uns Schönstättern besonders viel, ist es doch der Moment, in dem wir daran denken, wie Jesus uns allen seine Mutter zum Geschenk gemacht hat. Bei dieser Gelegenheit stellte Kike, ein junger Mann aus der Schönstatt-Studentenbewegung vom Santuario Joven Jesus darstellte. Es waren seine erstes Misiones, und er erzählt noch heute, wie wichtig es für ihn war, diesen Moment der Hingabe an diejenige, die seit letzten Dezember seine Bündnispartnerin ist, zu erleben.

Bei der gemeinsamen Besinnung hörten wir Zeugnisse darüber, wie diese Momente geholfen haben, Gott zu begegnen, der sich immer im Kleinen offenbart. „Das hat uns geholfen, unserem Leben eine neue Richtung zu geben, vor allem unserer Geistlichen Tagesordnung und dem Besonderen Vorsatz. „Zu erkennen, dass Spiritualität die Haltung ist, aus der wir unsere Entscheidungen treffen, und wie wir besonders in den Momenten der Schwäche Maria unser Ja schenken können, das war wichtig“, so Rodolfo aus der Männerbewegung.

 

Erwartung…

Am Samstagmorgen gingen wir mit Freude und großen Erwartungen zum letzten Mal zur Tür-zu-Tür-Mission; eigentlich nicht als Missionare, sondern als solche, die neu evangelisiert werden. Bei der Rückkehr überraschte uns das Service-Team mit kleinen Aufmerksamkeiten aus dem ihrem Bereich: Alles war blitzblank geputzt, unsere Betten gemacht und die Räume aufgeräumt.

Am Nachmittag fanden die letzten Workshops mit den Kindern statt, ein schönes Fest mit Verkleidung, Spielen und viel Lachen – es hatte schon etwas von Auferstehung.

 

Osternachtsfeier bei Blitz und Donner

Als wir zur Feier der Nacht aller Nächte zur Kirche gingen, gab es eine Unwetterwarnung für unser Gebiet, doch noch war nichts zu spüren. Es war dunkel, und man hörte keinen Laut. Als wir das Gloria sangen und die Glocken läuteten, brach der Wind los, es war wie der Sturm des Heiligen Geistes, als ob er uns zeigen wollte, dass Jesus der Herr unseres Lebens und seine Zeiten seine Zeiten sind! „Durch den Sturm schien Gott uns zu sagen, dass er nach seinem Willen bestimmt, wann der Moment gekommen ist, sich zu offenbaren und zu handeln, und dass wir unsere Mission und unser Bündnis durch die Liebe zum Kreuz erneuern müssen, denn unser Misiones-Kreuz ist ein glorreiches Kreuz,es ist kein Corpus darauf, es ist für mich wie das leere Grab. Christus ist der Auferstandene“, so Gabi aus der Schönstatt-Studentenbewegung.

Während wir auf das Ende des Unwetters warteten, feierten wir mit der Gemeinde in der Kirche die Freude der Auferstehung – länger als geplant und sehr schön.

Die Osternacht ging schließlich mit Feiern in den Misiones-Familien zu Ende, wo sich die Herzen erneut einander öffneten. Auf dem langen Flur, der zur Kapelle führt und unter Blitz, Donner und Regen erlebte jeder der Missionare geradezu wortwörtlich die Auferstehung Jesu aus dem Grab, erlebte den Auferstandenen in unserer österlich geschmückten Kapelle, und manch einer dachte an die Worte von Papst Benedikt XVI. an die Jugendlichen in Madrid: „Ihr seid stärker als er Regen.“

Jesus begegnen bei den Katholischen Studenten-Misiones

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