Veröffentlicht am 2. Mai 2017 In Misiones

Als ob Gott mit jedem Geschenk ein „Ich liebe dich“ gesagt hätte, echt und ohne Zusatzstoffe

SPANIEN, Javier González •

Es ist schwierig zu erklären, was die „Misión País“ (Mission Land) insgesamt ist, mir fallen Tausende von Möglichkeiten ein, anzufangen. Trotzdem denke ich, am besten ist es, mit einer Geschichte anzufangen, denn wir alle sind eine, und ohne etwas zu leben, kann man es schwer verstehen. Ich erzähle die Geschichte eines oder einer Jugendlichen, ob er oder sie ist egal, die/der in einem Raum ohne Licht lebt. In dieser Gesellschaft ist es sehr einfach, durcheinander zu geraten, sich ungewollt zu verlieren wie der Verlorene Sohn, das Glück in Dingen zu finden, die leider … nicht mehr sind als Gefühle, momentane Freuden und leere Erfahrungen. Und da mittendrin dieser Jugendliche, in einem Tal ohne Ausgang und mit der Frage: Wirklich leben – ist es das? Er verstand nicht, wie man eine solche unbestimmte Traurigkeit fühlen konnte, dieses Loch im Herzen, das sich mit den Dingen aus Fernsehen und Facebook einfach nicht ausfüllen ließ … Und er fragte sich, was falsch war. Oder ob das Leben vielleicht wirklich nicht mehr sei.

Und eines schönen Tages, als der Jugendliche aufgehört hatte, sich zu fragen, als er sein Leid und seine Situation angenommen hatte, als er aufgegeben hatte… da fügten sich die Planeten neu. Eins kam nach dem anderen, und ohne recht zu wissen wie, fand sich unser junger Mann, unsere junge Frau in einem Auto Richtung Córdoba wieder. Neben einem Jugendlichen, von dem er nichts wusste, und fragte sich, was zum Teufel er bei dieser Sache namens „Misiones“ verloren hatte, wo er Dinge tun sollte, die er noch nie getan hatte, mit Leuten, die er noch nie gesehen hatte und an einem gottverlassenen Ort (oder auch nicht …), wo er noch nie gewesen war.

Was um alles in der Welt mache ich hier? Und auf einmal hat das Leben Sinn.

„Was um alles in der Welt mache ich hier, mit diesen komischen Leuten? Wann bin ich bloß auf die Idee gekommen?“ Und viele andere Fragen dieser Art, ohne Antwort – weil es die falschen Fragen waren. Und auf einmal kümmern sich die Leute um ihn, egal wie anders er auch ist, diese jungen Missionare zwischen 18 und 15 interessierten sich für sein Leben. Und auf einmal wird eine Zeit der Stille zur Mitte des Tages und ein Stückchen Brot … Gott. Die Leute, mit denen er sich in diesem Dorf wiederfand, begeisterten sich beim Reden über dieses Stückchen Brot, sie lachten, sie sangen, sie tanzten – und hatten dabei nichts von all dem Zeug, mit dem er versucht hatte, das Glück zu finden. Alles war anders, jedes Ereignis ein Geschenk, Freude war plötzlich von Dauer, hörte nicht auf, alles füllte sich mit Hoffnung und anderen zu helfen wurde ein Segen. Plötzlich hatte das Leben Sinn.

Und unser Jugendlicher kehrte heim zum Vater. Und fand sich in seinen ausgebreiteten Armen wieder, und alles, was geschah, hatte einen einmaligen und einzigartigen Sinn. Als ob Gott mit jedem Geschenk ein „Ich liebe dich“ gesagt hätte, echt und ohne Zusatzstoffe. Nur für ihn, als gäbe es sonst niemand. Und der Blinde konnte sehen, dem Jünger brannte das Herz, der Sohn kehrte heim ins Haus des Vaters. Und sein Leben und er selbst veränderten sich völlig.

Misión Pais ist Jesus auf dem Weg in jedes kleine Dorf Spaniens …

Das ist Misión País. Ein Projekt, das in Chile entstanden ist, den Großen Teich nach Portugal hin überquert hat und nach Madrid gekommen ist, mit Tausenden von Missionaren im Rücken, um das Herz dieses Jugendlichen zu verwandeln. Nur für ihn. Nur für sie. Misión País ist Jesus auf dem Weg in jedes kleine Dorf Spaniens, um jedem kleinen Herzen das größte und ehrlichste „Ich liebe dich“ des Weltalls zu sagen. Ist Gott, der den Jugendlichen sagt, dass er da ist: im Einsatz für die Nächsten, in der realen Freundschaft, in der echten Liebe, in der Freude, in der Hoffnung … und auch in der Mühe, im Leid und in der Arbeit.

Drei Jahre sind vergangen, seit diese Geschichte angefangen hat. Am Anfang waren es nur wenige Jugendliche zusammen mit einem Priester der Apostolischen Schönstatt-Bewegung. Nicht einmal zwanzig; dann wurden es vierzig, achtzig – und heute sind es über hundert. Die Geschichte begann in einem kleinen Dorf, das von der Vorsehung geschenkt wurde, und heute sind es schon vier, in denen die Misiones stattfinden. Und es wächst weiter. Die Dorfbewohner und die jungen Missionare kommen zusammen, um eine Woche im Januar und Februar sich mit Gott zu verbinden, seine Geschenke zu empfangen und Glauben zu teilen. Und alles was von Misión País berührt wird, hat etwas Besonderes. In den Schulen mit den Kindern und bei der Katechese, in den Altenheimen bei den Senioren, in jedem Haus, das die Jugendlichen mit einem Bild der Pilgernden Gottesmutter besuchten, in den Messen, beim Essen, im Zusammenleben, bei den Gebeten … Oder an jedem Ort, wo ein Jugendlicher gebraucht wurde, um zu arbeiten, Bänke zu reparieren oder in einem Kreisverkehr Blumen zu pflanzen … Es ist immer so.

Misión País ist das Geschenk, das Gott uns gemacht hat

Misión País ist einfach, eine Woche im Januar oder Februar im Kalender blockieren, um sie ganz Gott zu geben. Es ist egal, wie das Projekt heißt, aber Misión País ist der Anspruch, unseren hektischen Alltag hinter uns zu lassen und ein paar Tage so zu leben, wie Jesus es uns gelehrt hat. Um Maria in jedes Dorf und jede Stadt Spaniens zu bringen, damit jedes Dorf und jede Stadt Spaniens uns zu Maria bringt. Und der Erfolg zeigt, dass ER dahinter steht, und dass Maria ganz eindeutig mit uns unterwegs ist.

Misión País ist das Geschenk, das Gott uns gemacht hat, um eine Woche lang mit Maria zu leben. Es ist die perfekte Gelegenheit, IHM zu begegnen … Misión País ist ganz viel, doch das Beste ist das, was du lebst.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

 

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