Veröffentlicht am 8. Oktober 2017 In Kampagne

„Und Maria machte sich eilends auf den Weg“ (Lk 1,39)

CHILE, Carmen M. Rogers •

Ihre Abenteuer, die Abenteuer der Pilgernden Gottesmutter, kennen weder Grenzen noch Vorschriften.
In einem Tante-Emma-Lädchen in San Martín de Los Andes oder im eleganten All you can eat, im OP-Saal oder im Büro des Börsenmaklers, im einzigen Haus eines verlorenen Winkels der Kordilleren oder still und heimlich im eleganten Wohnzimmer eines Herrenhauses – immer ist sie da, einfach da.

Keine Überraschung: es ist die „Peregrina“, die Pilgernde Gottesmutter – im Herausgehen, wie Papst Franziskus sagt -, und sie geht, wohin sie will, ohne sich an irgendwelche Vorschriften zu halten als die, die ihr die Liebe diktiert.

Arme Missionare!
Sie tun alles, um ihr Herausgehen zu planen und zu ordnen – und das geht gut, bis sie auf eine Stimme hin, die sonst niemand hören kann, aus der Excel-Tabelle herausspringt, auf der sie mit Nummer und Daten steht, und „sich eilends auf den Weg macht“.

Die entführte Peregrina

Eins der köstlichsten Abenteuer der „Gottesmutter im Herausgehen“ ist dieses hier, das der entführten Pilgernden Gottesmutter.

Das erste Bild war nach der Hundertjahrfeier des Geburtstags Pater Kentenichs in Schönstatt und Rom und einer touristischen Wallfahrt ins Heilige Land und Spanien nach Chile gekommen.

Nach dieser kamen einige wenige, die von eifrigen Missionaren, die ihr Apostolat begannen, kontrolliert wurden.

Inmitten der Sylvesterfeiern 1990/1991 erlitt ein junger Familienvater von nicht einmal 50 Jahren einen schweren Herzinfarkt. An sein Bett auf der Intensivstation der Klinik in Viña del Mar kam „eilends“ aus Santiago das Bild der Pilgernden Gottesmutter, noch vor seiner eigenen Mutter.

Und da blieb sie, schlicht und einfach.

Weit entfernt war ihre hochherzige Missionarin davon, sich vorzustellen, dass sie sie nie wieder zurückerhalten würde und dass weder ihre Proteste und Botschaften, noch ihre Gebete und Erklärungen in irgendeiner Weise dazu helfen würden, dass der Kranke, der mittlerweile wieder gesund war, sich entscheiden würde, sich von seiner Virgencita zu trennen.

„Ich gehöre nicht zu Schönstatt“, erklärte er, „Und darum gehen mich eure Regeln nichts an. Die Gottesmutter ist gekommen und sie geht nicht mehr weg.“

Heute, fast 30 Jahre später, ist die „entführte Pilgermutter“, die nie mehr in irgendeiner Exceltabelle auftauchte, immer noch dort und segnet und behütet Kinder und Enkel des Entführerehepaars: mein Bruder Miguel und meine Schwägerin.

nicht gezählt, nicht registriert

Original: Spanisch, 1.10.2017. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

Dieser Artikel wurde geschrieben nach dem Lesen von diesem hier:

Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns

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