Veröffentlicht am 15. Januar 2017 In Kampagne

„Mutter der Barmherzigkeit“ – ein Bildstock in Buenos Aires mit Verbindung nach Rom

ARGENTINIEN, von M. Gabriela Sarquis de Imperatrice •

Mitten in der Stadt Buenos Aires wurde in den letzten Tagen des Jahres 2016 ein Bildstock gesegnet, der einen der Lieblingsnamen von Papst Franziskus für Maria trägt: „Mutter der Barmherzigkeit“. Dieser Bildstock der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt, vermutlich derzeit der jüngste weltweit, ist schon Teil des werdenden digitalen Mosaiks der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt im Pozzobon-Raum in Belmonte, Rom.

Exakt am Freitag, dem 1. April um 10.00 Uhr früh begannen wir mit einem Rosenkranzgebet die Erarbeitung eines Bildstocks, damit Maria sich an einer Straßenecke in den Barrancas von Belgrano, an der Kreuzung der Av. Juramento und Av. Virrey Vértiz, niederlasse.

Wir taten es als eine Gruppe von Missionaren, von Personen, die die Pilgernde Gottesmutter in ihren Häusern aufnehmen und Mitgliedern der „Voluntarias de Maria“ vom Pirovano-Krankenhaus. Wir waren entschlossen und überzeugt, dass die Gottesmutter diesen Ort, an dem ein ständiges Kommen und Gehen herrscht, gewählt hatte, um für alle, auch für die Menschen, die nicht an Gott glauben, Gaben und Gnaden in Fülle auszuteilen. An diesem Morgen vergruben wir Medaillen in den blühenden Beeten, besprengten den Ort mit Weihwasser und verteilten Bildchen der Gottesmutter an die Vorübergehenden. So fing es an.

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Maria will Tausenden von Menschen Zuflucht geben

Barrancas de Belgrano ist ein Ort mit einem Bahnhof, einem Busterminal von fünf Fernbuslinien und 11 Innenstadtbussen und einem großen Park, in dem viele Erholung suchen, sich auf einen Mate treffen, lesen oder zu dem großen kreisförmigen Platz gehen, auf dem zahlreiche kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Hier ist die Endhaltestelle der Linie 113, die zum Tabor-Heiligtum in der Echeverria-Straße fährt. Täglich gehen hier Tausende von Menschen vorbei, denen Maria Heimat geben möchte.

Wir setzten uns mit Pfarrer Juan Francisco de Estrada von der Pfarrei Inmaculada Concepción, auf deren Gelände dieser Ort liegt, in Verbindung, sowie mit dem zuständigen Weihbischof   Alejandro Giorgi. Wir erhielten seine schriftliche Zustimmung, die wir dem zuständigen Beamten der Stadtverwaltung zusammen mit dem Projekt und Entwurf des Bildstocks übergaben.

Nichts hinderte uns in der Folgezeit, dort weiterhin den Rosenkranz zu beten: weder Krankheit, noch das schlechte Wetter des ungewöhnlich kalten Winters 2016, noch der Tod von Emilia, einer der Frauen von den Voluntarias, die sich den Bau des Bildstocks am meisten gewünscht hatte. Ihr Einsatz war total.

Das Plakat, das dort bleiben wollte

Jeden Freitag brachten wir unser Plakat mit dem Bild der Gottesmutter mit, und mehr als einmal mussten wir nachher eilends zurückgehen und es holen, weil wir es dort vergessen hatten. Und dann sagten wir immer, Maria will einfach jetzt schon dahin!

Die sich nach und nach unserem Rosenkranzgebet anschlossen, sagten, wir sollten das Plakat doch gleich dalassen! Ein Arzt, der jeden Freitag dort vorbeikam, bat um Gebet für einen Kollegen, der eine Chemotherapie begann. Er nahm uns beim Gebet mit dem Handy auf, um seinem Kollegen so Mut und Kraft zuzusprechen, weiterzukämpfen.

Gleichzeitig legten wir Erspartes zusammen, um erst die Mayolica zu kaufen, dann den Plan anfertigen zu lassen und schließlich mit dem Bau zu beginnen. Der Vatergott wusste offensichtlich, dass es uns wirklich ernst war mit diesem Projekt, und sorgte dafür, dass am Ende alle Kosten gedeckt waren.

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Ein Stein vom Vaterheiligtum für den Grundstein

Für die Grundsteinlegung konnten wir in Florencio Varela ein paar Platten ergattern, die benutzt worden waren, um den Altar der Gott-Vater-Kirche, die am 20. Januar 2017 25 Jahre alt wird, abzudecken. Wir waren überzeugt, dass es nicht irgendein Stein sein sollte. Und was könnte besser sein als ein Stein vom Vaterheiligtum, unserem Landesheiligtum! Die Platten wurden zuvor von Pfarrer Adolfo Losada aus dem Priesterbund im Tabor-Heiligtum in Belgrano gesegnet.

Nach acht Monaten der Vorbereitung war es dann so weit. Am Samstag, dem 10. Dezember, war die Grundsteinlegung. Ein Missionar der Kampagne grub eigenhändig das Loch, in den der Stein gelegt wurde, zusammen mit einer Kopie der Versprechen und Forderungen der Gottesmutter aus der Ersten Gründungsurkunde. Auf diese Kopie wurden die Namen aller geschrieben, die bei der Erarbeitung des Bildstocks dabei waren, und alle Gliederungen, Aktionen und Projekte der lokalen Schönstattfamilie. Keiner wurde vergessen.

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Einweihung des Bildstocks „Mutter der Barmherzigkeit“

Am 22. Dezember um sechs Uhr abends wurde der neue Gnadenort der Gottesmutter eingeweiht, in Gegenwart von Pfarrer Juan Francisco und von Pater Guillermo Carmona. Da gerade das Heilige Jahr der Barmherzigkeit zu Ende gegangen war und die Pfarrkirche eine „Pforte der Barmherzigkeit“ gewesen war, wurde beschlossen, dem Bildstock den Namen „Mutter der Barmherzigkeit“ zu geben.

Auf den Bildchen, die als Andenken verteilt wurden, stand das Gebet: „Mutter der Barmherzigkeit, öffne mit Deinem Sohn die Herzen für die unendliche Liebe des Vatergottes.“ Etwas von diesem Vatergott und seiner Liebe war in den Fundamenten.

Unsere Tränen waren Zeugnis all der Schwierigkeiten, der Begegnungen und Ent-Begegnungen, der Traurigkeiten, die wir auf diesem Weg erlebt hatten, aber vor allem waren sie Ausdruck der Freude, dass die Gottesmutter jetzt endlich an ihrem Ort war, dem Ort, den sie ausgesucht hatte und wo sie wirken wollte. Dieser neue Bildstock war nur möglich geworden, weil wir sie aus ganzem Herzen lieben und unser Liebesbündnis mit immer größerem Einsatz und kindlichem Vertrauen leben.

 Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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