Veröffentlicht am 11. Dezember 2017 In Kampagne, Projekte, Schönstatt im Herausgehen, Werke der Barmherzigkeit

Gabriel, Ana, Miguel und Axel: vier Geschichten aus der Mission IPS

PARAGUAY, Sady Fleitas •

Die Mission IPS hatte am Samstag, 2. Dezember, am Vortag des ersten Advent, den letzten Einsatz in diesem Jahr. Es ging auf alle acht Stockwerke des Krankenhauses der Sozialversicherung (IPS) in Asunción, um den Eucharistischen Heiland und den Besuch seiner Mutter, der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt, zu bringen. Diesmal begleiteten uns auch einige Missionare aus der Pfarrei San Pío.

An diesem Tag sahen wir die hilflosesten Kinder, Babys und Kinder von 2 bis 12 Jahren mit Lungenentzündungen, Brüchen, Operationen und schweren Krankheiten, deren Pflege ihre Eltern mit großer Hingabe leisten. Es ist das Geschenk des Lebens in seiner reinsten Unschuld, auch wenn die Kleinen Angst haben vor dem Arzt und den Krankenschwestern oder vor den Spritzen…

 

Der kleine Gabriel und seine Angst vor weißen Kitteln

Ich denke an den kleinen Gabriel, zwei Jahre alt, der laut anfing zu weinen, weil er das weiße Hemd des Kommunionhelfers mit dem des Arztes verwechselte und sich fest an seine Mama klammerte. Ich sagte zu ihm, er hätte so einen schönen Namen, den Namen dessen, der Maria gegrüßt habe mit dem Gruß, den wir immer im Rosenkranz beteten, dem Engel Gabriel. „Jetzt fehlt nur noch, dass deine Mama Maria heißt“, sagte ich, und fragte sie: „Wie heißt du?“ „Ana“, sagte sie. „Ach, wie die Oma von Jesus“, gab ich zur Antwort. Da hatten wir schon etwas Vertrauen von Gabriel gewonnen und konnten ihn mit Weihwasser segnen. Dann sagte er energisch: „Haut ab!“ Was? Schnell wurde mir aber klar, dass er nicht uns meinte, sondern den weißgekleideten Mann hinter uns, den Arzt und die Krankenschwestern. Mit einer festen Umarmung verabschiedeten wir uns von Gabriel und gingen weiter ins nächste Zimmer.

Miguel Ángel lernt den Rosenkranz

Wir besuchten den kleinen Miguel Ángel aus dem Landesinnern; er hatte noch nie einen Rosenkranz gesehen. Ich sagte ihm, er sehe gar nicht so krank aus und fragte ihn, warum er denn im Krankenhaus sei. Er hatte sich das Bein verletzt, war aus dem Krankenhaus entlassen worden und jetzt wieder drin, weil es nicht heilen wollte. Wir erzählten ihm, wie wir mit Jesus und Maria beim Rosenkranzgebet reden. Wir schenkten ihm einen kleinen Rosenkranz und sagten, jetzt betest du bei jeder Perle: „Jesus, hol mich hier raus!“ Da musste er lachen, machte es sofort, und wir verabschiedeten uns mit großer Freude.

Axel konnte den Heiland empfangen

Das einzige Kind auf der Station, das schon zur Erstkommunion gegangen war und dem wir die heilige Kommunion bringen konnten, war Axel. Ich sagte ihm, er heiße wie der Held einer Fernsehserie! „Und was hast du gemacht? Warum bist du im Krankenhaus?“, fragte ich ihn. „Bin in einen Nagel reingetreten“, antwortete er, und wir lachten alle, als ich sagte: „Na, du siehst auch nicht aus wie einer, der immer still auf dem Stuhl sitzt!“ Als ich ihn dann fragte: Möchtest du denn jetzt den Heiland empfangen, nickte er freudig, wir beteten zusammen, und dann kommunizierte er.

Notfälle und die Not um Gott

Dann kam mein erster Besuch auf der Notfallstation des Sozialkrankenhauses. Wieviel Not um Gott und wieviel Bedarf an Gott! Junge Menschen und alte Menschen sind hier, die um ihr Leben kämpfen. Hart war es, die Menschen zu sehen, die versucht hatten, sich das Leben zu nehmen, und diejenigen, die furchtbare Unfälle erlitten haben. Zwei Personen waren dabei, die den Heiland in der Heiligen Kommunion empfingen und dafür unendlich dankbar waren.

Am Ende des Gangs über die verschiedenen Stockwerke beteten wir als Team den Rosenkranz und das Missionsteam verabschiedete sich mit Dank und Lobpreis.

Wie Don João Pozzobon dorthin gehen, wo es nötig ist

In der Überlegung nach dieser Mission sprachen wir darüber, dass wir von den Kindern angefangen auch die Eltern mit betreuen. Wir können uns beim Spielen mit den Kindern anstecken oder verletzen, aber wir haben die Gewissheit, dass Gott da ist. Und die erschreckende Erkenntnis: im Alter fallen manche Menschen in eine furchtbare Gottesferne, die bis hin zum Selbstmord führen kann – und die ganze Familie ist mitgefangen in diesem Schmerz und dem Fehlen von Spiritualität und dem Fehlen von Gott.

Und dann kommen wir, seine Boten, unerwartet und ungeplant, bringen den Eucharistischen Heiland, und zeigen, dass Jesus und Maria uns nie im Stich lassen. Das ist der Dienst der Kommunionhelfer, und als Missionare der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter gehen wir dabei an der Hand der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt wie Don João Pozzobon dorthin, wo die Not am größten ist.

 

 

 

 

Original: Spanisch, 9.12.2017. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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