Veröffentlicht am 8. Mai 2017 In Schönstatt im Herausgehen

„Es tut mir gut, hierher zu kommen, es ist Trost in diesem Meer der Einsamkeit, wo alles zerbricht“

PARAGUAY, Horacio Chavez •

An jedem ersten Freitag im Monat findet in der Pilgerkirche in Tupãrenda die schon etablierte Heilungs- und Befreiungsmesse statt, bei der viele Gläubige aus allen Gegenden Paraguays die Begegnung mit Jesus und dem Heiligen Geist suchen, um ihre Seelen zu heilen.

An einem der letzten Freitage hielt mich eine Frau an, als ich auf dem Weg zur Kirche war; sie hatte ihren kleinen Enkelsohn dabei und sagte, dass dieses Kind, das zum ersten Mal hier sei, so glücklich sei und eine Freude habe, die sie nur selten erlebt habe. Auf mein etwas erstauntes, fragendes Gesicht hin fängt sie an zu erzählen – von  ihrem Sohn, 30 Jahre alt, seit Jahren drogenabhängig, und dass sie nicht mehr wisse, an wen sie sich noch wenden solle. Man sieht ihr die Verzweiflung an, als sie fragt, ob es hier vielleicht eine Drogenentzugsklinik gebe. Als ich verneine, sagt sie: „Ich würde ihn gern zum Heiligtum bringen, aber er will nicht, er blockt alles ab, das tut mir weh.“ Wir laufen noch ein Stück, dann verabschieden wir uns, schon fast am Beginn der Messe und der anschließenden  Handauflegung durch die Heilungspersonen; sie sagt noch: „Es tut mir gut, hierher zu kommen, es ist Trost in diesem Meer der Einsamkeit, wo alles zerbricht.“

„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid“ – Mt 11,28

Seit vielen Jahren widmet die Pastoral der Heilung sich durch Gebet und Handauflegung der Hilfe für mühselige und beladene Menschen, die bei Jesus Erleichterung und Trost suchen. Es macht Freude zu sehen, wie dieses Apostolat die Menschen aufnimmt und sie tröstet. Es ist ein selbstloser Dienst an all denen, denen das Leben Wunden geschlagen hat und die beim Gott des Lebens Trost suchen.

Foto: Johana Goodacre

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