Veröffentlicht am 30. August 2016 In Schönstatt im Herausgehen, Werke der Barmherzigkeit

Wenn Jesus Sandwiches verteilt…

MEXICO, Massy González •

Nur wenige Monate nach meinem Eintritt in die Gemeinschaft der Schönstatt-Mütter lud mich eine Gruppe von Freundinnen ein, an einem Apostolat für Angehörige der Patienten der Clínica 25 del Seguro Social (Krankenhaus Nr. 25 der Sozialversicherung) teilzunehmen. Das war eine ausgezeichnete Gelegenheit, weil ich schon lange auf der Suche nach etwas war, das ich ins Gnadenkapital schenken könnte. Und das wars: Ich begann diesen schönen Dienst – aus der Hand der Gottesmutter – und ich gab alles für sie.

Unsere Arbeit besteht darin, den Angehörigen der Kranken in dieser öffentlichen Spezialklinik mehr als zweihundert Frühstücke zu bringen, bestehend aus Sandwiches, Keksen, Obst, frischem Wasser und Kaffee. Ich finde in dieser Arbeit eine große Genugtuung. Sehr oft, wenn wir auf der Straße den Menschen helfen, die um Geld bitten, wissen wir nicht, wo diese Spende endet. Hier jedoch ist kaum zu glauben, wie müde und hungrig diese Leute ankommen. Viele von ihnen kommen von sehr weit, schlafen sehr wenig und unter sehr unbequemen Bedingungen. Wenn sie dann ein einfaches Sandwich gegessen haben, an einem Tisch sitzend einen Kaffee getrunken haben, erzählt und eine Weile ausgeruht haben, haben sie wieder Kraft und bedanken sich mit einem Lächeln. Und darin sehe ich die Antwort auf meine Arbeit.

Meine Berufung seit mehr als achtzehn Jahren

Heute kann ich sagen, dass das, was als einfacher Beitrag zum Gnadenkapital begann, ohne es zu merken, während mehr als achtzehn Jahren meine Berufung wurde.

Dieses Apostolat hatte nacheinander mit vier Direktoren des Krankenhauses zu tun. Es gab viele Schwierigkeiten, und viele Male dachte ich, dass es das Ende dieses Dienstes sein würde, bei all den Hindernissen, die uns in den Weg gelegt worden waren. Aber die Gottesmutter hat uns nicht aufgegeben, und sie machte es möglich, dass wir weiterhin ein wenig Trost spenden konnten mit diesen einfachen Erfrischungen für so viele Menschen, für die es oft die einzige Mahlzeit des Tages ist.

Wir müssen weitermachen…

Was ich hier hervorheben möchte, ist, dass wir oft etwas beginnen, und sobald wir das Ziel erreicht haben, lassen wir es wieder. Wir lassen das tägliche Gebet, lassen das Apostolat, lassen „das“, was uns der Gottesmutter näher bringen würde und uns ein Leben mehr aus der Hand Gottes leben lassen würde. Dieses Apostolat hat mir fast zwei Jahrzehnte lang ein enormes Lernfeld und eine tiefe Befriedigung gegeben, Momente der Besinnung und auch Momente großer Freude. Und dafür danke ich der Gottesmutter und dafür, dass sie mir vor so langer Zeit diese Möglichkeit gezeigt hat und dass sie mich immer an die Hand genommen hat.

 

Nicht Opfer suchen, sondern das tun, was wir am liebsten tun wollen

Abschließend möchte ich ein paar Worte anfügen, die Pater Marcel Mouras uns vor einigen Jahren während den Exerzitien zur Fastenzeit gesagt hatte: „In dieser Zeit bringen alle große Opfer und versuchen, gewachsene Fehler zu korrigieren. Heute schlage ich Ihnen vor, nach dem zu suchen, was Sie am liebsten tun würden oder was Sie glauben, dass Sie am besten können. Dann versuchen Sie, einen Vorsatz zu finden, der sich darauf bezieht, und ich versichere Ihnen, dass Sie diesen Vorsatz viel länger durchhalten werden als einen, dessen Durchführung anstrengenden Arbeitseinsatz kostet.“

Dieses Jahr der Barmherzigkeit will nicht auf Opfer und Schmerz hinweisen, sondern auf Lust und Freude. Es will bewirken, dass unser barmherziges Handeln viel länger anhält, uns verändert in der Art, wie wir leben, dass es alltäglich wird und dass es Teil unseres Lebens wird.

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Original: Spanisch. Übersetzung: Nobert Jehle, Memhölz, Deutschland

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