Veröffentlicht am 17. Juli 2016 In Projekte, Schönstatt im Herausgehen, Werke der Barmherzigkeit

Diana hat einen Traum … und eine Inspiration für Einsatz und Kraft

PARAGUAY, von  Dequení und María Fischer •

Die Verantwortlichen von Dequení bereiten in diesen Wochen mit viel Engagement und Einsatz – und der solidarischen Mitwirkung zahlreicher Firmen – das zweite große Fundraisingevent des Jahres vor: den „Solidaritätslauf“ oder „Bildungslauf“, der am 21. August stattfindet. Es ist ein Firmenlauf, das heißt, Firmen entsenden Läuferteams. Dequeni selbst bildet ebenfalls ein Läuferteam, dem sich auch all diejenigen anschließen können, die es nicht schaffen, ihr Unternehmen dafür zu gewinnen, mitzumachen. Mit dem Startgeld wird eine großer Teil des Programms von Dequeni finanziert.

„Am Anfang hatten wir die Unternehmen von ein paar Schönstättern dabei. Heute ist es den Unternehmen eine Ehre und natürlich auch eine ausgezeichnete Werbung“, erklärt mir Andreza Ortigoza, operative Leiterin von Dequeni. Vor einigen Jahren wurde das gesamte Fundraisingkonzept neu aufgestellt. Neben den persönlichen Kleinspenden vor allem in Form von Schulstipendien („Schultütenaktion“) und Patenschaften sowie dem ehrenamtlichen Einsatz gibt es zwei Säulen des Fundraising: „Eine ist der Lauf, das ist etwas Sportliches für die Breite; wir haben das allerdings von Einzel- auf Firmenlauf umgestellt. Die andere ist etwas Kulturelles.“ Kulturell: Das ist die „Nacht von Brot und Wein“, früher ein Benefizessen, heute ein Benefizkonzert, so erklärt sie mir an einem kalten Maiabend, während ich das Foyer des großen Theaters der Nationalbank von Paraguay betrete, zusammen mit Alberto Sallusto, dem ersten Präsidenten von Dequeni, der riesig stolz ist, mich zu diesem Abend eingeladen zu haben.

Vorbereitung auf das zweite große Fundraisingevent von Dequeni: der Bildungslauf 2016

Ein unvergesslicher Abend

Es wurde ein unvergesslicher Abend, dieses Konzert mit dem Titel „Brücke zwischen zwei Himmeln“ mit dem Nationalen Symphonieorchester Paraguay unter der Leitung des argentinischen Dirigenten Gustavo “Popi” Spatocco. Das Konzert dieser 19. „Nacht von Brot und Wein“ versammelte 950 Gäste, die damit zu den Bildungsprogrammen für 6700 Kinder und Jugendliche beitragen, die von Dequeni betreut werden. Dieses Konzert ist Jahr für Jahr auch Ort der Begegnung solidarischer Schönstätter. Als ich, um zu diesem Konzert gehen zu können, einen Termin mit der Familienbewegung verschiebe, sagen mir viele: „Es ist wahr, wir waren lange nicht bei der Nacht von Dequeni.“ Ich freue mich, als ich viele von ihnen an diesem Abend der Solidarität sehe.

Star der „magischen Nacht“, wie sie in einer Zeitung genannt wurde, war die Konzertgitarristin Berta Rojas, die mit diesem Konzert erstmals nach ihrer Krebsbehandlung wieder die Bühne bestieg. Künstler und Publikum empfingen sie mit stehendem Applaus.

Nach dem Konzert gab es den klassischen Brindis zur abendlichen Feier voller Licht und Solidarität.

Dianas Zeugnis

Einer der Höhepunkte des Abends war das im Video vermittelte Zeugnis von Diana Aramí Núñez Zaracho (14); sie hatte die Gelegenheit bekommen, Berta Rojas zu begegnen, ihre große Inspiration von Einsatz und Kraft und Hauptakteurin bei diesem Konzert. Die Jugendliche war bei der Aufzeichnung so bewegt, dass sie immer wieder mit den Tränen kämpfte – und manch einer der Anwesenden auch!

„Ohne Dequeni wäre ich nicht hier“, so Diana dankbar. Sie sagte Berta Rojas, wie sehr sie ihr künstlerisches Talent, ihre Kraft, Schlichtheit und Herzlichkeit bewundert. Und sie erzählte ihr von ihren Erfahrungen und Träumen, während Berta Themen wie „India“ oder “Recuerdos de Ypacarai” auf der Gitarre spielte. Und Berta, die große Konzertgitarristin, griff zur Gitarre und spielte mit dem jungen Mädchen.

Diana erzählte, dass sie schon als Kind von der Gitarre fasziniert war und immer davon träumte, einmal Gitarre zu spielen. Sie möchte wie Berta werden, die sie als eine talentierte Frau sieht, die durch ihre Musik die Kultur Paraguays fördert. Seit einiger Zeit studiert sie nun am Konservatorium von Itá Gitarre, nimmt am Gitarrenunterricht in der Kooperative Credivill teil und spielt im neuen Orchester von Villeta. Ein Traum. Diana wohnt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Alvaro, sechs Jahre alt, bei den Großeltern. Sie geht ins neunte Schuljahr.

„Das ist doch wunderbar, dass Dequeni dieses wunderbare, strahlende Lächeln von Diana möglich gemacht hat, ein Lächeln, das ‚Danke‘ sagt „, so Berta Rojas.

Diana ist Stipendiatin des Projektes „Gemeinsam schaffen wir es“ in Villeta. „Dequeni hat mir so geholfen.“ Sie hat dort viel gelernt, nicht nur Gitarre, sondern auch, ihre Schüchternheit zu überwinden, in der Öffentlichkeit zu reden. Sie ist im Kinderausschuss und wirkt bei Workshops und anderen Aktivitäten mit.

Ihre Mutter betont, wie sehr ihre Tochter gewachsen ist, wie auch so viele andere Kinder aus der Siedlung. Dequeni, so sagt sie, habe ihrer Tochter geholfen, sich selbst kennenzulernen und ihre Talente zu entfalten.

Dequeni

Dequeni, gegründet 1985 von Schönstatt-Jugend und heute gehört zu den sozialen Projekten mehr große Schönstatt, Gemeindeentwicklung, fördert die Umsetzung von Dienstleistungen für frühkindliche Ausbildung in Gesundheitsvorsorge,  Workshops und Aufklärungskampagnen über die Rechte des Kindes und der Kinderarbeit, unter anderem.

Dequeni im Internet: www.dequeni.org.py

Dequeni in den virtuellen Zelten der Bündniskultur

Videomitschnitt des gesamten Konzertes:

Original: Spanisch. Übersetzung: M. Fischer/schoenstatt.org

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