Veröffentlicht am 24. Dezember 2017 In Kirche - Franziskus - Bewegungen

Ein humanitäres Bündnis

EUROPA, Maria Fischer mit Material von Santegidio.org •

„Mehr als 3.100 Menschen sind dieses Jahr bereits im Mittelmeer ertrunken. Nun hat Italiens Militär erstmals Flüchtlinge direkt aus Libyen geholt. Möglich macht das Italiens Kirche“, so eine Nachricht, die am Heiligen Abend um die Welt geht. Italiens Kirche in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Sant’Egidio, einer 1968 gegründeten kleinen und hochengagierten kirchlichen Bewegung.

Am Morgen des 22. Dezember wurde Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio,  von Papst Franziskus in Audienz empfangen.
Neben dem Austausch von Wünschen zum Weihnachtsfest wurde im Gespräch – am Vorabend des 50. Jahrestages der Gemeinschaft – über die Themen der Gastfreundschaft und der Integration von Immigranten und Flüchtlingen im besonderen Hinblick auf die humanitären Korridore gesprochen, die mittlerweile nicht nur für Italien, sondern auch in Europa als Modell gelten.
Es wurde weitere Fragen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Sant’Egidio auf verschiedenen Kontinenten angesprochen, wie die Friedensarbeit und allgemein die Sorge für die Armen und die Peripherien.

Erste Flüchtlinge direkt aus Libyen nach Italien

„Das ist eine wirklich bahnbrechende Entwicklung“, sagt der UN-Gesandte für das zentrale Mittelmeer, Vincent Cochetel. Und auch Italiens Innenminister Marco Minniti spricht nach den ersten Flügen von einem „historischen Moment“. Erstmals sei ein humanitärer Korridor geöffnet worden, um vom UNHCR anerkannte Flüchtlinge aus der Illegalität zu holen. Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, sieht in den humanitären Korridoren grundsätzlich einen Weg, um viele Menschen zu retten.

Denn das ist das Ziel der humanitären Korridore, einem Konzept, das Italiens Innenministerium und Bischofskonferenz gemeinsam entwickelt haben. Sie wollen zunächst die sichere und legale Einreise ermöglichen und anschließend mit einer längerfristigen Begleitung eine bessere Integration der Flüchtlinge gewährleisten.

Finanziert aus Kirchensteuermitteln

Italiens Bischöfe und die Regierung in Rom hatten im Januar ein auf zwei Jahre angelegtes Abkommen dazu geschlossen. Finanziert wird die Aufnahme demnach aus Kirchensteuermitteln. An der Unterbringung beteiligten sich Pfarreien, Familien, Ordenseinrichtungen und Hilfsorganisationen. Bündniskultur im Dienst der Ärmsten und Schwächsten und ganz nebenbei vielleicht die beste Werbung für die Kirche in diesen turbulenten Zeiten.

Wegbereiter der humanitären Korridore ist Sant’Egidio.

Es genügt nicht, unsere Herzen dem Leid anderer zu öffnen

„Im Geist der Barmherzigkeit umarmen wir all diejenigen, die vor Krieg und Hunger fliehen oder die aufgrund von Diskriminierung, Verfolgung, Armut und Umweltzerstörung gezwungen sind, ihr Land zu verlassen.

Wir sind uns bewusst, dass es nicht genügt, unsere Herzen dem Leid anderer zu öffnen. Es muss noch viel getan werden, bevor unsere Brüder und Schwestern wieder in Frieden in einem sicheren Zuhause leben können. Die Aufnahme des Anderen erfordert konkretes Engagement, eine Kette von Unterstützung und Wohlwollen, eine wache und verständnisvolle Aufmerksamkeit.“

Papst Franziskus, Botschaft zum Weltfriedenstag 2018

 

 

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