Veröffentlicht am 28. Oktober 2017 In Im solidarischen Buendnis mit Franziskus, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Ein Feuer, das Veränderung fordert: Begegnung von Papst Franziskus mit dem Generalpräsidium Schönstatts

PAPST FRANZISKUS in Begegnung mit Schönstatt, María Fischer •

Früh am Morgen des 26. Oktober 2017, genau drei Jahre und einen Tag nach der Jubiläumsaudienz in der Aula Pauls VI., jener Audienz, in der Papst Franziskus uns die Losung für das zweite Jahrhundert Schönstatt gegeben hat: „Kultur der Begegnung ist Bündniskultur, die Solidarität schafft.“, öffneten sich die Türen der Kapelle in der Casa Santa Marta für die Mitglieder des in Rom zur jährlichen Klausurtagung versammelten Generalpräsidiums Schönstatts. Sie hatten das große Glück, bei der Morgenmesse des Papstes dabei sein zu dürfen.

Beeindruckend, so ein erster Kommentar, wie Franziskus beim Beginn der Predigt in Bewegung kommt und bewegt. Hat er zuerst sehr ruhig die heilige Messe begonnen, entwickelt sich nun ein Feuer, eine beeindruckende Lebendigkeit, ein geradezu leidenschaftliches Sprechen. Er redet über seine Lieblingsthemen – Veränderung, Kehrtwendung, echte Bekehrung aus der Begegnung mit dem Feuer Christi, dem Feuer, das sich in der Begegnung mit dem Herrn entzündet. Die Schwierigkeiten in unserem Leben lösen wir nicht, indem wir die Wahrheit ertränken. Die Wahrheit ist diese: Jesus hat Feuer und Kampf gebracht – was tue ich?“ Das große: „Und nun?“

Nach der heiligen Messe konnte jeder persönlich den Heiligen Vater begrüßen; den Anfang machte Pater Juan Pablo Catoggio – die beiden kennen sich seit Jahren, und die Fotos vermitteln das Feuer in dieser Begegnung. Pater Juan Pablo schenkte dem Heiligen Vater ein „Hinmelwärts“ in Spanisch und eine Karte mit den Unterschriften aller.

© Foto L’Osservatore Romano

Ein Geschenk

Rektor Egon M. Zillekens überreichte dem Heiligen Vater mit einem kurzen Kommentar in Spanisch die deutsche Ausgabe des Buches von Pater Alexandre Awi, das aus dem langen Interview mit ihm über seine Beziehung zu Maria entstanden ist. Jetzt hat der Heilige Vater es auch in Deutsch – die spanische und portugiesische Fassung hat er schon bekommen! Die Fotos zeigen, wie der Heilige Vater interessiert und erfreut das Buch anschaut und darin blättert. Dieser kurze Moment wiegt alle Mühen von Übersetzung und Verbreitung dieses Buches, dieses echten Schatzes vom Bündnis von Papst Franziskus mit Maria, mehr als auf!

Am Schluss der kurzen Begegnung stellten sich alle noch zum unvermeidlichen Gruppenfoto auf. Und der Papst macht das alles gerne mit.

Eine Begegnung, ein Bündnis, Solidarität.

© Foto L’Osservatore Romano

 

Zusammenfassung der Predigt in der Morgenmesse am 26. Oktober 2017 – Osservatore Romano

„Gott ruft uns dazu, unser Leben zu ändern, eine neue Straße einzuschlagen, er ruft uns zur Bekehrung!“ Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstag bei seiner Frühmesse in der Casa Santa Marta im Vatikan. Umkehr bedeute Kampf: Kampf gegen das Böse, auch im Innern unseres Herzens, „Kampf, der dir keine Ruhe, aber dafür Frieden gibt“.

Dass der Papst so ausdrücklich von „Kampf“ sprach, hatte mit dem Evangelium dieses Donnerstags (Lk 12, 49-53) zu tun. In ihm sagt Jesus, er sei „gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“, und wünscht, „es würde schon brennen“. Nein, „nicht Frieden“ wolle er „auf die Erde bringen“, „sondern Spaltung“. Was Jesus mit diesem „Feuer“ meine, sei ein „Kampf“, erläuterte Franziskus in seiner Predigt. Jesu Feuer wolle Veränderung.

„Die Denkweise soll sich ändern, die Art, wie wir fühlen! Dein Herz war weltlich, heidnisch – jetzt wird es christlich durch die Kraft Christi. Ändern: Das ist die Umkehr. Eine Änderung in der Handlungsweise – deine Taten müssen sich ändern!“

Umkehr ist nicht weit von Umsturz, semantisch nicht und in diesem Evangelium sowieso nicht. „Es ist eine Veränderung – aber keine, die man mit ein bisschen Schminke bewerkstelligt: Es ist eine Veränderung, die der Heilige Geist bewirkt, innen. Und ich muss vor allem dafür sorgen, dass der Heilige Geist handeln kann – das bedeutet Kampf. Kämpfen!“

Hier war Franziskus ganz Jesuit: Schon der Gründer der Gesellschaft Jesu, der hl. Ignatius von Loyola, ein früherer Soldat, stellt das geistliche Leben als einen Kampf dar. „Es gibt keine ruhigen Christen, die nicht kämpfen“, insistierte der Papst, und wenn es sie doch gebe, dann seien es gar keine richtigen Christen, sondern „laue“ Christen.

Um in Ruhe einzuschlafen, reiche es, eine Schlaftablette zu nehmen – aber für den inneren Frieden gebe es keine Pille. Diesen „Frieden der Seele, der den Christen Kraft gibt“, könne nur der Heilige Geist schenken. Was könne nun der Christ dafür tun, dass der Heilige Geist in ihm zu wirken vermag? Die Antwort des Papstes: „Platz schaffen in unserem Herzen“. Dabei helfe „eine tägliche Gewissenserforschung, um gegen die Krankheiten des Geistes zu kämpfen, die Krankheiten, die der Feind hervorruft und die Krankheiten der Weltlichkeit sind“.

Der Kampf, den Jesus „gegen den Teufel, gegen das Böse“ durchgeführt habe, ist für Franziskus „nichts Antikes“, sondern etwas „sehr Modernes, etwas von heute, etwas Tägliches“. Dieses „Feuer“ habe Jesus „in unsere Herzen gebracht“. „Die Schwierigkeiten in unserem Leben lösen wir nicht, indem wir die Wahrheit ertränken. Die Wahrheit ist diese: Jesus hat Feuer und Kampf gebracht – was tue ich?“

Noch einmal warb der Papst für eine tägliche Gewissenserforschung; Umkehr brauche „ein großzügiges und treues Herz“. Die Großzügigkeit ergebe sich aus der Liebe, und mit Treue meine er „Treue zum Wort Gottes“. „Fragen wir uns täglich“, so schloss Franziskus: „Bin ich von der Weltlichkeit, von der Sünde zur Gnade übergegangen? Habe ich dem Heiligen Geist Platz gemacht, damit er (in mir) wirken kann?“

 

 

© Foto L’Osservatore Romano

 

Video (italienisch)

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