Veröffentlicht am 3. Oktober 2017 In Franziskus - Botschaft, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Die Hand am Pulsschlag der Zeit: Fake News

WELTTAG DER SOZIALEN KOMMUNIKATIONSMITTEL 2018 •

„Die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 08,32). Fake News und Journalismus für den Frieden“: Das ist das Thema, das der Heilige Vater Papst Franziskus persönlich für den 52. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel 2018 gewählt hat; es geht um die sogenannten Fake News, das heißt, die bewusste Verbreitung von falschen Meldungen, die emotional aufwühlen, polarisieren, Entscheidungen, Meinungen, Wahlen, Beziehungen… manipulieren. Oft genug werden Ereignisse halbwahr berichtet und so instrumentalisiert, blind weitergegeben und gezielt benutzt, um persönliches und kollektives Verhalten zu beeinflussen.

In einer Zeit, in der sich professioneller Journalismus einerseits und die gewinnorientierten Firmen hinter sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram ebenso wie die Politik mit dem Phänomen der Fake News auseinanderzusetzen beginnen, will auch die Kirche ihren Beitrag leisten und zur Reflexion über Ursachen, Logik und Konsequenzen der Desinformation in den Medien anregen, vor allem durch die Förderung von Professionalität im Journalismus, der immer die Wahrheit suchen und darum zu einem Journalismus für den Frieden werden kann, indem er das Verständnis zwischen den Menschen fördert.

Und nun?

Wer von den Schönstättern ist schon verantwortlich für ein einflussreiches Presseorgan? Wie können wir schon Fake News stoppen, die den Weltfrieden oder zumindest den eines Volkes gefährden? Was geht uns das also an?

Eine Menge. Denn in Zeiten von sozialen Netzwerken, in denen manche sich tagtäglich länger aufhalten als in der Kirche, wo für viele – auch Schönstätter – ihre Welt und ihre Informationsquellen auf Facebook geschrumpft sind und wo wir mit einem Daumenklick ohne notwendige vorherige Einschaltung des Verstandes ein Foto, eine Nachricht, einen Text in die ganze Welt oder zumindest an alle unsere Whatsapp-Kontakte schicken können, sind wir alle Kommunikatoren. Und ob wir Kommunikatoren, Vermittler froher Botschaft oder von Fake News sind, das entscheiden wir, jeder einzeln und in jedem Augenblick.

Drei reale Geschichten

  • Da verbreitet ein politisch aktiver chilenischer Schönstätter auf seinem Twitter-Account voller Empörung eine Nachricht über einen arabischen Flüchtling in Deutschland, der Sozialhilfe für 65 Kinder bezieht, da er seine mehr als 10 Ehefrauen samt Kindern über Familiennachzug ins Land gebracht habe. Eine gefundene Nachricht, um zur Verteidigung gegen die islamische Zerstörung des Abendlandes und die Verarmung der einheimischen Bevölkerung aufzurufen. Pech nur: die verbreitete Nachricht war eine (grottenschlechte) Übersetzung einer Propagandameldung (= Fake News) aus dem Umkreis der ultrarechten deutschen Partei AfD.
  • Eine Schönstätterin aus Argentinien regte sich auf über einen Angriff von Feministinnen auf die Jungfrau Maria, geschehen in einem Winkel Argentiniens. Voller Empörung schickte sie Dutzende von skandalträchtigen Fotos des Aktes an alle ihre Whatsapp-Gruppen in aller Welt, rief zornig zu Gebet und Weiterverbreitung auf. Ergebnis: eine riesige Publicity für diese Handvoll von Feministinnen und Gesprächsstoff für viele Tage …
  • Ein Schönstätter aus Paraguay entdeckte einen poesievollen Text von Papst Franziskus mit lieblichen, allerdings absolut nicht religiös motivierten Ratschlägen zum Glücklichsein. Ohne zweimal nachzudenken oder gar die Quelle zu verifizieren, schickte er diesen an alle seine Kontakte und auch noch an die Redaktion einer Schönstattzeitschrift, die ihn auch gleich abdruckte. Pech nur: der Text hat nichts, aber rein gar nichts mit Papst Franziskus zu tun, sondern kommt aus einem US-amerikanischen esoterischen Blog.

Wieviel negative Gefühle!

Wie viel verlorene Zeit!

Jeder von uns kann die Kultur der Fake News bremsen und beitragen zu einer Kommunikation in Wahrheit und Freiheit.  Ein „guter Journalismus“ sei immer davon geprägt, „dass er die Quellen überprüft“, so der Präfekt des vatikanischen Kommunikationssekretariats, Dario Edoardo Viganò. Diese Überprüfung müsse wieder in den Mittelpunkt gerückt werden und sei das beste Gegenmittel gegen „Fake News“.   Genau das ist der Grund, warum die Redaktion von schoenstatt.org auf die Veröffentlichung von nur in Facebook verbreiteten Informationen grundsätzlich verzichtet und den einen oder anderen Einsender von Nachrichten mit Fragen nach Überprüfung, Quellen und zweiter Quelle „nervt“. Und das auch weiterhin tun wird.

Der 1963 ins Leben gerufene katholische Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der durch das II. Vatikanische Konzil eingeführt wurde, wird in fast allen Ländern am ersten Sonntag vor Pfingsten begangen; 2018 ist das der 13. Mai.

Der Papst veröffentlicht seine Botschaft zu diesem Thementag jährlich am 24. Januar, dem Fest des heiligen Franz von Sales (1567-1622); er ist Patron der Journalisten.

 

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