Veröffentlicht am 15. Juli 2017 In Kirche - Franziskus - Bewegungen

Wie beten wir mit Franziskus für Menschen, die den Glauben verloren haben?

Sarah-Leah Pimentel, Südafrika •

Die monatlichen Gebetsanliegen des Papstes gibt es schon seit Jahrzehnten; doch seit dem Jahr der Barmherzigkeit teilt Papst Franziskus seine Gebetsanliegen via Papst-Video-Initiative mit.

Das Gebetsanliegen des Heiligen Vaters für Juli ist für die Menschen, „die den Glauben verloren haben:“ Papst Franziskus beginnt mit der Ermahnung an uns: „Vergessen wir nie: Unsere Freude ist Jesus Christus; seine treue und unerschöpfliche Liebe!

Weise und mit priesterlicher Lebenserfahrung erkennt Papst Franziskus: „Wenn ein Christ traurig wird, bedeutet das folglich, dass er sich von Jesus entfernt hat.“

Genau an diesem Punkt ist jeder von uns, ist die Gemeinschaft der Gläubigen zum Handeln aufgerufen. Wir sind aufgefordert „ihn nicht alleine zu lassen“, sondern „ihm die christliche Hoffnung (zu) bringen – mit unserem Zeugnis, unserer Freiheit, unserer Freude.“

Er bittet uns in diesem Juli: „Beten wir für unsere Schwestern und Brüder, die den Glauben verloren haben: Dass sie durch unser Gebet und Lebenszeugnis die Schönheit des christlichen Lebens wiederentdecken!

Ein Gebet für jeden von uns

Dass uns das klar ist: Das ist nicht das Gebet des daheimgebliebenen „guten Sohnes“ für die „verlorenen“ Söhne und Töchter, die ihr Erbe verschwenden. Es ist ein Gebet für jeden von uns.

An einem gewissen Punkt unseres Weges als Christen haben wir aus unserem Herzen verloren, was es bedeutet, Jünger Jesu zu sein. Wir haben unsere Freude verloren, wir haben unsere Hoffnung verloren, wir haben das Verständnis für die „Schönheit des christlichen Lebens“ verloren. Der einzige Grund, dass du und ich noch treu zu Christus und seiner Kirche stehen, ist, dass es Menschen auf unserem Weg gab und gibt, die uns nicht allein gelassen haben. Selbst als wir uns verirrten, gab es treue Zeugen für das Evangelium, die uns Raum gaben, unsere Zweifel auszudrücken, in Freiheit Gott wieder zu wählen, und Beziehungen, um Freude und Hoffnung wieder zu entdecken.

In meinem Fall gab es eine Kirche, die den Jesuiten gehört, die während des Tages geöffnet war. Verwirrt durch mein Philosophie-Studium, wo man mir sagte, es gebe keinen Gott, ging ich in diese Kirche um zu denken, zu lesen, um auf Gott wütend zu sein, auf ihn zu warten, um das große Schweigen zu brechen, das zu einer Mauer geworden war in meiner Beziehung zu ihm.

Es gab Menschen beim Heiligtum, die dafür gesorgt  haben, dass ich nicht zu lange fortblieb, und mich herausforderten, meine Schönstatt-Aktivitäten am Heiligtum fortzusetzen, auch wenn ich das Gefühl hatte,  dass  Gott nicht  mehr da war. Rechtzeitig und durch die Gebete von vielen kehrte mein Herz nach Hause zurück.

Wenn es Menschen gibt, die sich von der Beziehung zu Gott distanziert haben und auf Abstand geblieben sind, liegt es, so glaube ich, daran, dass sie nicht den Raum und die Freundschaft gefunden haben, die ich gefunden hatte. Vielleicht begegnete ihnen Verurteilung, Enttäuschung, Fanatismus oder Mangel an Liebe. Sie sind nicht von Gott weggegangen. Sie sind von Menschen weggegangen, die keine der Eigenschaften Christi gezeigt haben.

Einige der Leute, die Teil meines Lebensweges waren, wie auch meine Gruppe Junger Berufstätiger Frauen (oberes Foto)

Das Angesicht Christi für andere

Beten wir also diesen Monat für diejenigen, die die Kirche verlassen haben, damit sie Zeugen des Evangeliums begegnen, die ihre Freude, Barmherzigkeit und Hoffnung mit ihnen teilen. Beten wir auch in Dankbarkeit für jene, die uns zurückgeführt habe, als wir verletzt und zweifelnd waren. Und beten wir für uns selbst, damit wir offene Türen der Barmherzigkeit für jene sind, die zweifeln und verletzt sind.

Nehmen wir die Worte von Sr. Helen Prejean, die mit Gefangenen in den USA arbeitet:

Herr, lass mich das Angesicht Christi für andere sein.

Die Kirche, in der ich Gott „gefunden“ habe zu einer Zeit, als ich im Wesentlichen aufgehört hatte zu glauben. Es ist eine Kirche in der Innenstadt, die täglich geöffnet ist für Menschen, die gerade mal vorbeischauen wollen.

Original: Englisch, 12. Juli 2017. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

 

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